Beim G20-Gipfel in der Türkei erzielten die Präsidenten Russlands und der USA offenbar einen Konsens über die weitere Vorgehensweise in Syrien, damit dort eine politische Lösung gefunden werden kann. Bis auf einige taktische Differenzen in Sachen «Islamischer Staat» dürfte man sich nun zumindest bezüglich der Friedensverhandlungen einig sein.

Quelle: Contra Magazin

Von Marco Maier

 

Rund eine halbe Stunde lang diskutierten Wladimir Putin und Barack Obama an einem Kaffeetisch abseits der G20-Hauptdiskussionen über die weitere Vorgehensweise in Syrien. «Das Gespräch dauerte rund 35 Minuten und drehte sich um die laufenden Bemühungen, den Konflikt in Syrien zu lösen. Dies ist angesichts der schrecklichen Terroranschläge umso dringender», so ein US-Vertreter des Weißen Hauses.

 

Putin und Obama seien sich über die Notwendigkeit für UN-Gespräche, einen Waffenstillstand und «einen syrisch geführten und bestimmten politischen Übergang» in dem arabischen Land einig. Weiters haben die beiden Präsidenten demnach eine Übereinkunft getroffen, wonach die Vereinten Nationen die Gespräche zwischen der syrischen Regierung und der westlich gestützten Opposition nach einem Waffenstillstand vermitteln solle.

 

Ein hochrangiger Kreml-Vertreter sagte am Sonntag jedoch, dass es zwischen Russland und den USA nach wie vor Differenzen darüber gebe, wie man die IS-Milizen in Syrien und im Irak bekämpfen solle. Der außenpolitische Berater Putins, Juri Uschakow, sagte den anwesenden Reportern am Rande des G20-Gipfels, dass die beiden Mächte nach wie vor uneinig darüber seien, welche Taktik man anwenden solle.

 

Auch in Bezug auf Präsident Baschar al-Assad gibt es noch Differenzen. Die Amerikaner hätten den syrischen Staatschef lieber heute als morgen aus dem Amt geputscht, während die Russen angesichts der bisherigen Erfahrungen mit geputschten Regierungen (Irak, Libyen, Ukraine…) darauf beharren, dass diese Entscheidung dem syrischen Volk selbst überlassen werden müsse.

 

 

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