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Das Spital in Kunduz nach dem Angriff der USA. Bild: MSF

 

Zum Angriff auf das Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen (MSF) im afghanischen Kunduz wurden neue Details bekannt. Demnach haben US-Piloten fliehende Ärzte erschossen. Damit erreicht das Kriegsverbrechen eine neue Qualität.

Quelle: Contra Magazin

Von Marco Maier

 

Als ob das Kriegsverbrechen des US-Militärs nicht schon schlimm genug war, gibt es inzwischen neue erschütternde Details zum vorsätzlichen Luftangriff auf das klar gekennzeichnete und dem Pentagon bekannte Krankenhaus, welches von der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen im afghanischen Kunduz betrieben wurden. Die Organisation teilte mit, dass einige der getöteten Mitarbeiter – darunter Ärzte – von den Piloten der US-Air Force erschossen wurden, als sie zu fliehen versuchten.

 

Die US-Luftwaffe attackierte das funktionierende Krankenhaus am 3. Oktober in einem nächtlichen Angriff. Im Krankenhaus befanden sich über 100 Patienten. Mindestens 30 Zivilisten wurden getötet, Patienten und Mitarbeiter. Die «Story» über den Ablauf der Geschichte wurde vom Pentagonn immer wieder geändert, doch trotz all der vorliegenden Beweise einer absichtlichen Zerstörung des Krankenhauses beharrt man darauf, dass dies «nur ein Fehler» gewesen sei.

 

Auf die Forderung sich zur Erschießung der Ärzte zu äußern reagierte das Pentagon mit dem Verweis auf «laufende Untesuchungen» mit einer Aussageverweigerung. Dabei wurde die (Pseudo-)Untersuchung auf unbestimmte Zeit verschoben – bis Gras über die Sache gewachsen ist. Man will den Familien der Opfer Entschädigungszahlungen anbieten und das Krankenhaus neu aufbauen. Doch die Hilfsorganisation weigert sich angesichts der verbrecherischen Haltung Washingtons, wieder nach Kunduz zurückzukehren.

 

 

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