Samstag, 18. Juli kurz vor 20 Uhr. Das Kino Babylon mit der einzigen Kino-Orgel Deutschlands öffnet die Pforten für seine Besucher. Es steht eine Filmpremiere an. Mark Bartalmai präsentiert zum ersten mal den Dokumentarfilm «Ukrainian Agony — der verschwiegene Krieg» dem deutschen Publikum.

 

Besucher wurden übrigens am Eingang des Kinos freundlich aufgefordert dieser Veranstaltung fern zu bleiben. NEIN — das hatte ausnahmsweise nichts mit dem Inhalt des Filmes zu tun. Verdi war der Meinung es sollte an diesem Tag gestreikt werden. Ein Verdi-Mitarbeiter fragte sogar empört die Ticketverkäuferin, was sie denn da tue. Ihre Antwort: «Arbeiten». «Und warum?» wollte nun der mit einer gelben Warnweste geschmückte Mann wissen. «Weil ich hier angestellt bin» erwiderte die Kassiererin und widmete sich wieder unbeeindruckt dem zahlungswilligen Publikum.

 

Ob und wieviele Besucher auf diese Weise von der Veranstaltung fern geblieben wurden, kann nicht ermittelt werden — ist aber auch egal — der Kinosaal des Babylon Berlin war gut gefüllt.

 

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Regisseur Mark Bartalmai, ging es auch gleich los mit der Filmvorführung. Im Kinosaal herrschte absolute Stille, welche bis zum letzten Takt des Abspannes anhielt. Kurz darauf erhob sich das Publikum zu Standing Ovations.

 

Im Anschluss beantworteten die Filmemacher die Fragen des interessierten Publikums.Dieses war begeistert — obwohl es auch kritische Anmerkungen gab. «Ist euer Film nicht auch nur Propaganda?» fragte eine junge Ukrainerin, welche sich den Film trotz fehlender Sprachkenntnisse bis zum Schluss ansah. Die Antwort von Filmemacher Höfer war knapp: «Ja — denn es gibt gar keinen objektiven Journalismus»