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Quelle: Rusvesna

Man sagt, es gäbe keine schlechte Völker, es gäbe nur schlechte Menchen. Das ist politisch korrekt, entspricht aber kaum der Realität. Wir behaupten doch, dass jedes Volk seinen eigenen Charakter hat, wir nennen ihn die Mentalität. Und das sind keine leeren Worte. Einen Deutschen wird man nicht mit dem Chinesen verwechseln, und das nicht nur wegen der Hautfarbe und der Augenform. Auch ein Brite ist kaum mit dem Franzosen oder Spanier oder Italiener zu verwechseln. Heute, wenn man über ein Volk redet, meint man meistens die politische Nation (die Bürger eines Staates). Und obwohl dieser Begriff (Volk) auch andere Bedeutungen hat, werden wir ihn auch in der Bedeutung politische Nation benutzen.

Wenn aber jedes Volk seinen eigenen Charakter hat, dann könnte jemand auch einen schlechten Charakter haben. Es muss sogar so sein. Denn alle Menschen sind Brüder. Die Genetiker haben bewiesen, dass die moderne Menschheit von einer Urmutter und einem Urvater abstammt. Das bedeutet, dass alle Völker Brüder sind. Aber nicht alle Menschen sind gut, es gibt auch schlechte. Es ist vernünftig anzunehmen, dass, wenn die Menschen, jeder mit seinem eigenem Charakter, verbunden durch die gemeinsame Herkunft, in gute und schlechte aufgeteilt werden können, dann auch die Völker, die aus diesen Menschen bestehen, jedes mit seinem eigenen Charakter und verbunden durch die gemeinsame Herkunft auch nicht nur gut sein müssen sondern auch schlecht sein können.

Genauso vernünftig wäre es anzunehmen, dass der Volkscharakter, wie auch der Charakter einer Person sich in der Kindheit formt, wenn die Persönlichkeit sich bildet (Persönlichkeit eines Menschen oder die Persönlichkeit eines Volkes). Also bestimmen die Bedingungen der Persönlichkeitsformung, die oft was aus dem Menschen wird bestimmen, auch was aus dem Volk wird.

Überprüfen wir das.

Die modernen Völker haben sich ungefähr gleich gebildet. Sie nahmen bei sich nicht nur die nächst verwandten Völkerstämme und einzelne Persönlichkeiten auf, sondern auch völlig fremdethnische Einwürfe, die durch Schicksalsfügungen sich auf dem Territorium fanden, das das gegebene Volk für seins befand.

Das Experiment der Bildung des Volkes der USA zeichnet sich durch eine besondere Reinheit aus. Die Menschen aus verschiedenen europäischen Staaten (die zu den unterschiedlichen Völkern gehörten) kamen auf ein von indianischen Stämmen bevölkertes Territorium (diese bildeten noch kein Volk und auch nicht mehrere Völker). Nach ungefähr 250 Jahren nach dem Beginn der Kolonisierung der Nordamerika trat das Volk der USA auf die historische Bühne.

Was fällt auf?

Die Anzahl der Indianer im amerikanischen Volk ist verschwindend gering. Der Großteil von ihnen wurde von den weißen Kolonisten physisch vernichtet, und der restliche Teil wurde in die Reservaten vertrieben, was ihre Vermischung mit den Nachkommen der Kolonisten erschwert und praktisch die indianische Gemeinschaft aus dem Volk der USA ausschließt. Nur einzelne sind ins Volk inkorporiert. Das bedeutet, die Vertreter der traditionellen Gesellschaften, die ja die indianischen Stämme waren, waren den Emmigranten aus Europa und ihren Nachkommen nicht kompatibel. Aber warum? Denn die Emmigranten kommen schließlich auch aus der traditinellen Gesellschaft.

Nein. Die Emmigranten in die USA sind keine Vertreter der traditionellen Gesellschaft, sondern die aus dieser Gesellschaft Ausgestossene. Lateinamerika wurde zielgerichtet von der spanischen und portugisischen Regierungen besiedelt, die die Kolonisten aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten rekrutierten (Soldaten, Bauern, Plebs aus der Stadt, Händler, Aristokraten). Jeder suchte hinter dem Ozean das Seine. Jemand plante das Geld zu verdienen und zurückzukehren, jeamand wollte neues Leben im neuen Land zu leben, aber keiner hatte vor mit der Heimatgesellschaft zu brechen. Und in Lateinamerika passierte dann, wenn auch nicht schmerzlos, aber eine Vermischung der Indianer (die übrigens in diesen Regionen schon ihre Zivilisation und Staatlichkeit erschaffen hatten) mit den Emigraten, wodurch neue Nationen, neue Völker entstanden.

Nach Nordamerika flohen die Verbrecher, die Vertreter der verfolgten religiösen Gruppen, die mit ihrem Platz in der europäischen Gesellschaft und mit der Gesellschaft selbst unzufriedene und von den neuen zwischenmenschlichen Beziehungen träumende Menschen. Sogar in der zweiten Hälfte des XXJh. bis jetzt, wenn die Emigranten wegen der höheren Lebensqualität in die USA emigrieren, verzichten sie auf ihr altes Volk, auf ihre Heimat, auf ihre Traditionen. Sie verraten ihre Seele, tauschen sie gegen die materiellen Vorteile aus. Das Volk der USA bildete sich aus den Egoisten und antigesellschaftlichen Elementen, die sich der Gesellschaft ihrer Heimat entgegenstellten und die eine Gesellschaft für sich bilden wollten.

Deswegen waren die Kolonisten auch nicht im Stande mit den Indianern zu koexistieren – sie haben gerade den Werten der traditionellen Gesellschaft abgeschworen, die von den Indianern als die Grundlage ihres Lebens verteidigt wurde. Und in den heutigen USA dominiert die Atomisierung (bei der äußeren Überregulierung). Und heute hassen die Amerikaner die traditionellen Gesellschaften und streben danach sie zu zerstören. Ohne ihren Haß zu verstecken, aber immer auf der Suche für ihn irgendeine rationale Begründung zu finden, erklären sie die traditionellen Gesellschaften zu einem Hindernis auf dem Weg zum Fortschritt. Und in den heutigen USA wird der materielle Erfolg über der seelischen und geistigen Entwicklung gestellt. Und der Preis für den materiellen Erfolg kann für einen Amerikaner nicht zu hoch werden, und die Mitteln mit denen er erreicht wird sind immer mit dem Ziel gerechtfertigt – und sind alle zulässig.

Nachdem das amerikanische Volk Nordamerika für sich formatiert hatte, startete er die Umformatierung der restlichen Welt. Um zu verstehen, welches Schicksal andere (nicht amerikanisches) Völker erwarten, reicht es an das Schicksal der Indianer zu erinnern, die zu 99% vernichtet und zu 1% in die Reservate eingeschlossen wurden. Die Proportion wird ungefähr so werden.

Wir haben aber noch ein näheres Beispiel der Bildung einer politischen Nation. Mehr noch, das ist ein Beispiel, das demonstriert, wie nicht nur von einer und der selben Wurzel, sondern aus den selben Menschen etwas völlig gegensätzliches erschaffen werden kann.

In Russland leben eine Menge von Menschen, die in ihren sowjetischen Pässen „Ukrainer“ stehen hatten, die sich aber für Russen hielten. Genauso halten sich viele russische Menschen in der Ukraine für Ukrainer. Das russische Volk bildete sich durch die Aufnahme aller Völker von dem vom russischen Staat besetzen Territorium. Und bis jetzt, ob wir über die traditionell gemeinten Russen reden oder sie politisch korrekt Rossijanin nennen, meinen wir damit, dass der Georgier Stalin ein Russe und ein Führer des russischen Staates war (der damals UdSSR hieß) und gleichzeitig ein Georgier blieb. Und die Deutsche Katharina wurde zu der großen russischen Imperatorin und blieb gleichzeitig eine Deutsche. Und Sergej Kuzhugetowitsch Schojgu ist ein Russe und ein Verteidigungsminister Russlands, und gleichzeitig ist er ein Tuwiner. Und auf dieser Möglichkeit ein Russe zu werden und dabei selbst zu bleiben, fusst und damit siegt seit Jahrhunderten Russland.

Russland liquidiert nicht die Sonstigen (Indianer) sondern inkorporiert sie, verändert sich dabei, bereichert sich mit neuen Traditionen, Fähigkeiten, Kenntnissen, historischer Erfahrung. Deswegen finden die Russen den Ausweg aus den ausweglosesten Situationen, weil sie über die jahrtausendjahrelange Weisheit hunderter von Völker verfügen.

Neben dem Russland wurde es versucht eine politische Nation in der Ukraine zu erschaffen. Und scheinbar versuchte man es auf der gleichen Basis – Inkorporierung alles Ethnien, die innerhalb der ukrainischen Grenzen leben in diese Nation. Es gibt nur einen Unterschied – es gibt eine Forderung, die zu den in der Ukraine lebenden Russen gestellt wird, um ein Ukrainer zu werden: „Töte den Russen in sich“. Das heißt, während die russische Identität durch die Aufnahme des Fremden und seiner Verwandlung in das Eigene aufgebaut wird, wird die ukrainische, die auf Basis der Vernichtung des eng Verwandten aufbauen, werden als befremdlich und gefährlich empfunden.

Und es wäre falsch zu denken, dass, wenn das ukrainische Projekt überlebt, dann nach dem „töte den Russen in dir“ nicht „töte den Ungarn, den Griechen, den Armenier in dir“ folgt.

Jedes national-staatliches Projekt trägt irgendeine Idee in sich, die es gerne zu der globalen machen würde. Ein chinesisches Projekt, amerikanisches Projekt, russisches Projekt und sogar, wenn es auch lustig klingt, ukrainisches Projekt – das alles sind Projekte für die ganze Welt. Das ukrainische Projekt stirbt in der Wiege. Das Amerikanische ist noch erfolgreich. Sie sind unterschiedlich, diese Projekte, aber sie haben eine Stammgemeinsamkeit. Sie basieren auf „töte den anderen“. Solche Projekte überleben nicht. Am Ende gibt es in ihren Rahmen um einige Ordnungen mehr der für die Vernichtung als der für den Wohlstand Bestimmten. Das Wichtigste ist aber, dass, wenn sie mit der These „töte“ beginnen, können sie nicht mehr stoppen und töten auch dann, wenn es keine „anderen“ mehr gibt. Die Schlange fängt an sich selbst zu fressen.

Und genau deswegen entsteht das russische Projekt immer wieder in den scheinbar ungünstigsten Situationen. Seine Reserven sind unerschöpflich. Die potentielle Reserve des russischen Projektes ist die ganze Menschheit. Jeder kann Russe werden ohne seine eigene andere Identität zu verlieren.

Damit unterscheiden sich eigentlich die guten Völker (die Schöpfer-Völker) von den schlechten (die Völker der Mörder und Räuber).