„Verschwörungstheoretiker“ ist zu einem Standardvorwurf gegenüber Aktivisten geworden. Menschen, die z.B. die offizielle Versionen von Terroranschlägen nicht glauben, werden gerne mit diesem Titel abgeurteilt und von offiziellen Diskussionen ausgeschlossen.
Dabei sind Verschwörungen seit eh und je eine gängige Praxis der Regierenden. Geheimdienste operieren als Verschwörer in der Überwachung der Bevölkerung, beim Anstacheln von Putschen oder Anzetteln größerer kriegerischer Auseinandersetzungen. Nach Julian Assange ist das Aufdecken und Sabotieren von Verschwörer-Netzen der Eliten zu einer wichtigen oppositionellen Aufgabe geworden. [Verschwörung als Regierungshandeln]

 

Allerdings gibt es auch Gefahren in der Diskussion um Elitenverschwörungen. Zu oft wird der Blick nur noch nach oben gerichtet und die Perspektive der Veränderung von unten verloren. Das imperiale System in dem wir heute leben ist auch ein sehr komplexes und widersprüchliches, das nicht auf kleine Personenkreise reduziert werden kann, die die Fäden des Weltgeschehens in den Händen haben. Vielmehr bestimmen Systemzwänge das Handeln Einzelner, als dass Einzelne frei das System bestimmen würden. Das Aufdecken von krimineller verschwörerischer Praxis der Eliten sollte einhergehen mit einer Gesellschaftstheorie, die die grundlegende Logik des politischen und wirtschaftlichen Systems aufdeckt und Alternativen präsentiert.

 

Quelle: KenFM