Debalzewo wird nach der Rückkehr zum friedlichen Leben, die Rolle eines wichtigen Transportknotens beibehalten. Diese Einschätzung vertritt der Ministerpräsident der Volksrepublik Donezk Alexander Sachartschenko, der die Stellungen der Bürgerwehr am Stadtrand besuchte.

 
Er betont, dass die Widerstandskämpfer die Waffenruhe strikt einhalten und ausschließlich im Rahmen der Minsker Vereinbarungen handeln. Laut dieser Vereinbarungen haben die ukrainischen Einheiten auf dem Territorium ihre Waffen niederzulegen. Andernfalls werden sie durch die Einheiten der Bürgerwehr von Neurussland eliminiert.

 
— Dieser Ort ist für uns wie Stalingrad. Niemand hat es für möglich gehalten, aber wir haben es getan.
— Wir befinden uns bereits in Debalzewo und befreien die Stadt gemeinsam mit den Einheiten der Volksrepublik Luhansk. Sehen Sie selbst: rechts von uns ist die Straße unter Kontrolle der Bürgerwehr. Gekämpft wird im Stadtzentrum. Sie haben die Gefangenen gesehen, die ergeben sich freiwillig. Das ist bereits eine Tradition. In Uglegorsk war es genauso.
— Wir gehen rein – drei Tage später ist die Stadt frei von gegnerischen Einheiten. Ich bin bereits durch die Stadt gefahren. Die Stadt hat sehr gelitten. – berichtet Alexander Sachartschenko

 
Die Einnahme von Debalzewo hat eine große Bedeutung in der gesamten Befreiungsoperation. Der Kessel von Debalzewo, in dem seit Januar große Truppenverbände ukrainischer Streitkräfte und Nationalgarde eingeschlossen sind, ist die erste gemeinsame Operation beider Volksrepubliken. Jetzt können die beiden Anführer, ihren Wunsch nach friedlicheren Zeiten nicht verstecken.

— Es ist bitter. Ukraine zerstört unsere Städte, Dörfer, Zivilisten, uns… Wir haben für unsere Freiheit gekämpft. Wir kämpfen für das Recht, ein neues und glückliches Leben aufbauen zu dürfen, und Debalzewo benötigen wir unbedingt. Hier liegt ein wichtiger Verkehrsknoten und wir berücksichtigen dies bei der Planung unserer Operationen in der Innenstadt.

 
Durch diesen Eisenbahnknoten wird Kohle aus DVR nach Luhansk und anliegende Orte geliefert. Debalzewo und angrenzende Ortschaften sind nicht mehr lange besetzt – ist sich der Anführer der abtrünnigen Volksrepublik Donezk sicher. Er betont, dass die Bürgerwehr, die Waffenruhe einhält und strikt im Rahmen der Minsker Vereinbarungen über Feuereinstellung und Rückzug vom schweren Gerät handelt.

— Alles geschieht im Rahmen der Minsker Abkommen, wir halten unsere Stellungen. Debalzewo ist unser rückwärtiges Armeegebiet. Laut Minsker Abkommen müssen alle bewaffneten Verbände auf dem Donbass-territorium aufgelöst oder entwaffnet werden. Wir führen eben die Entwaffnung dieser Verbände durch.

 
Es ist anzufügen, dass die Stadt Debalzewo und die Umgebung, über die Rebellen nach und nach die Kontrolle gewinnen — ein Herd der Spannungen darstellen, nachdem die Minsker Abkommen in Kraft getreten sind. Die Rebellen berichten, dass ukrainische Artillerie aus dem „Kessel“ feuert.
Unter „Grad-“ und Mörserbeschuss sterben unbeteiligte Zivilisten. Die Streitkräfte der Volksrepubliken vermuten, dass der Beschuss den nächsten Versuch der Befreiung ukrainischer Truppen aus dem Kessel von Debalzewo vorbereiten soll.

 
Diesen verzweifelten Schritt könnten die Eingekesselten wagen – so die Bürgerwehr – aufgrund sinnloser Befehle Kiewer Führung. Trotz der Aufrufe der Rebellen an die eingekreisten Einheiten, die Waffen niederzulegen, weigerte sich Kiew zum wiederholten Male, den „grünen Korridor“ für den Rückzug vom schweren Militärgerät einzurichten.
Offizieller Kiew hat die Einkreisung ihrer Truppen bis dato nicht anerkannt. Nach Angaben westlicher Medien, erschwert gerade diese Einstellung Kiews die Durchführung des Minsker Treffens.