Schwere Bomber in Syrien: „Verstärkung unserer Strategie“

Дата публикации: 18 Ноябрь 2015, 12:35

 

305718073

© YouTube/ Verteidigungsministerium Russlands

 

Während russische Medien neue Einzelheiten zum jüngsten Einsatz schwerer Bomber gegen den „Islamischen Staat“ in Syrien mitteilen, streiten Experten über die Zweckmäßigkeit solcher Angriffe. Die einen halten sie für unrationell, die anderen sprechen von einer „einzig richtigen“ Entscheidung und einem Strategiewechsel.

Quelle: sputniknews

 

Wie der russische Sender Swesda am Mittwoch berichtet, waren mehrere Langstreckenbomber des Typs Tu-95MS und Tu-160 am Vortag von einem Flugplatz im Wolga-Gebiet Saratow gestartet. Insgesamt feuerten sie mehr als 30 Raketen gegen IS-Stellungen in den Provinzen Homs, Aleppo und Rakka ab. Dabei wurden, wie es hieß, 14 Anlagen der Islamiten zerstört, darunter ein Trainingslager und eine Waffenwerkstatt.

Vom nordkaukasischen Mosdok aus operierten unterdessen zwölf Tu-22M3-Bomber. Jeder davon ist in der Lage, zwölf Spreng- und Splitterbomben zu tragen. Die Maschinen fliegen paarweise mit einem Abstand von mehreren Hundert Meter und werfen ihre Bomben synchron ab. Zunächst zerstörten sie sechs IS-Anlagen in der Nacht, dann sechs Terroristenlager und —basen am Tag – in den Provinzen Rakka und Deir ez-Zor.

 

Die Onlinezeitung gazeta.ru zitiert am Mittwoch den russischen Politik- und Militärexperten Alexander Chramtschichin mit den Worten: „Im Kreml hat man offenbar begriffen, dass es mit den bisherigen Kräften nicht möglich ist, einen Erfolg zu erzielen. Deshalb wurde die einzig richtige Entscheidung getroffen, die Kräfte im Einsatz aufzustocken.“

 

Der Militärexperte Konstantin Siwkow, einst Offizier des russischen Generalstabs, erläuterte: „Der Einsatz dieser Bomber gegen Objekte innerhalb einer Stadt ist unmöglich, sonst kommt es zu Opfern unter Zivilisten. Diese Bomber greifen nur Ziele außerhalb von Städten an.“ Als mögliche Ziele kämen laut Siwkow insbesondere von Islamisten kontrollierte Ölanlagen in Frage.

 

Es gibt aber auch kritische Stimmen. Der russische Politik-Experte, Orientalist Anatoli Nesmijan, hält den Einsatz schwerer Bomber für militärisch sinnlos. „Sie sind für die Zerstörung größerer und gut geschützter Anlagen geeignet. Doch die Kämpfer in Syrien haben keine solchen Anlagen. Wenn beispielsweise eine Su-25 zum Einsatz kommt, sieht sie zumindest ihr anzugreifendes Ziel – selbst wenn das nur ein Schuppen ist. Und der Einsatz riesiger Maschinen wie Tu-160 und Tu-95, um Schuppen zu bomben, ist unrationell“, kommentierte Nesmijan für gazeta.ru. Als möglichen Grund für diese Einsätze betrachtet er deren Medienwirksamkeit.

 

Siwkow begrüßt dagegen die Entscheidung als „positives Merkmal“ und spricht von einem Strategiewechsel: „Von Einsätzen gegen operative Objekte und gegen Objekte direkt an der Verteidigungslinie sind wir zu Angriffen auf strategische Ziele übergegangen. Das ist eine Verstärkung unserer Strategie.“

 

Präsident Wladimir Putin hatte zuvor im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den russischen Passagierjet in Ägypten gesagt, Russland werde die Drahtzieher bestrafen: „Die Einsätze unserer Kampfjets in Syrien müssen nicht nur fortgesetzt, sondern auch intensiviert werden, damit die Täter begreifen: Die Vergeltung ist unabwendbar.“

 

Unterstützung für NewsFront

 

 


Комментировать \ Comments
305718073


bottom_banner_3
Pomosh
bottom_banner_1