IRAK – Raketenangriff auf Exil- Iraner

   Дата публикации: 10 ноября 2015, 13:19

 

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Foto: Symbolbild -Explosion / Bryan Burke / flickr / CC BY-NC-ND 2.0

 

Vor wenigen Tagen übernahm der Kommandeur der schiitischen „Al-Mukhtar-Armee“, die Verantwortung für einen Raketenangriff auf ein Camp der Exil-Iranischen Oppositionsgruppierung Mujahideen-e Khalq (MEK).

Quelle: Neopresse

 

Das Camp befindet sich in der Nähe des Bagdad International Airport, ehemaliger Stützpunkt des US-Militärs. Berichten zu Folge, schlugen mehr als 15 Raketen in das Gebiet ein, richteten erhebliche Zerstörungen an und 23 Mitglieder der Mujahideen-e Khlaq kamen ums Leben. Bereits 2013 hatte es einen ähnlichen Anschlag auf das Camp gegeben.

 

‚Al-Mukhtar‘ gab gegenüber einer iranischen Nachrichtenagentur an, dass man die Terroristen von MEK vorher gewarnt habe und sie aufgefordert habe das Land so schnell wie möglich zu verlassen. Man werde so lang gegen die Gruppierung vorgehen, bis diese endgültig aus dem Irak verschwunden sind. Die MEK sind eine militante Gruppierung von Exil-Iranern, deren Gründung noch auf die Zeit des iranischen Regimes unter Schah Reza Pahlivi zurückgeht.

Sie bezeichnet sich auch als Volksmudschahedin, die zunächst die politische Ausrichtung eines islamischen Sozialismus vertrat. Heute gelten sie als stalinistische Organisation, die sich aber gern einen demokratischen „Anstrich“ gibt. Die MEK finden weltweit Unterstützung durch Exil-Iraner und durch zahlreiche Vereine und Vereinigungen mit iranischen Wurzeln. Untergruppierungen kämpften auf der Seite des Iraks im irakisch-iranischen Krieg. Im Rahmen von verdeckten Operationen, wurden Teile der MEK vom amerikanischen Geheimdienst CIA ausgebildet, mit dem Ziel die Destabilisierung des Irans zu unterstützen und einen Regimewechsel herbeizuführen. Sie leisteten nachrichtendienstliche Hilfe für eventuelle Ziele im Iran, die Überwachung des iranischen Atomprogramms, Angriffszielmarkierungen für die US-Luftwaffe und andere Spionagetätigkeiten.  Die MEK gelten bei Experten als Unterstützer der Dschundollah, einer sunnitischen Terrorgruppe im Iran, die wiederum mit dem Islamischen Staat kooperiert.

 

Shahin Gobadi, ein Sprecher der MEK machte für den blutigen Anschlag Agenten des iranischen Regimes verantwortlich. Eine Mitschuld tragen auch die irakische Regierung und die Vereinten Nationen. Von Seiten der irakischen Regierung wurde der Vorfall nicht kommentiert. Laut Gobadi, würde der Iran massiv schiitische Kräfte im Irak unterstützen, als Abschreckung gegenüber den Milizen des „Islamischen Staates“, die weite Teile des Landes kontrollieren.

 

Die USA forderten Bagdad auf, die Sicherheit um das ehemalige amerikanische ‚Camp Liberty‘ deutlich zu erhöhen und die Täter des Angriffs zur Rechenschaft zu ziehen. Auch die Vereinten Nationen verurteilten den Angriff: „Das ist eine sehr bedauerliche Tat und ich bin betroffen, was den Bewohnern des Camps an Leid zugefügt wurde!“, erklärte der UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres.  Amnesty International forderte eine Untersuchung des Vorfalls.

 

Camp Liberty gilt nach dem Abzug des US-Militärs, als Herberge für gemäßigte Mitglieder der MEK und anderer Gruppierungen, mit etwa 3000 Einwohnern. Warum gerade dieser Vorfall in den Augen der Vereinigten Staaten und der UN so viel Beobachtung und Aufmerksamkeit erfährt, scheint in den jahrelangen Wirren und endlosen Anschlägen des irakischen Bürgerkrieges verwunderlich.

 

Fakt ist, dass durch die Mukhtar-Armee der direkte iranische Einfluss in den Irak immer stärker wird. Der frühere Anführer von Mukhtar, Whatiq-Al Battat war früher Politiker der irakischen Hisbollah, stand seit langer Zeit in iranischen Diensten und galt als großer Verehrer des iranischen, religiösen Führers Ali Khamenei. Battat selbst gab an, dass die iranischen Revolutionsgarden bei der Gründung der Mukhtar-Armee eine wesentliche Rolle gespielt haben. Neben den Zielen, die Schiiten im Land zu verteidigen, gab Battat an, dass es auch darum gehe, die irakische Regierung im Kampf gegen den sunnitischen Terror zu unterstützen.

 

Battat wurde nach Aufenthalten in Syrien, 2014 im Ost-Irak getötet. Nach den neuerlichen Anschlägen steht der  irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi unter Druck, besonders, weil es im Kampf gegen die Terrormiliz des Islamischen Staates (IS) kaum voran geht und die Lage im Land sehr angespannt bleibt. Dieses könnte auch bald eine russische Intervention im Kampf gegen IS hervorrufen. Auch wenn solch ein russisches Eingreifen im Irak, den IS vermutlich in die Defensive zwingen würde, dürfte dies nicht im Gesamtinteresse der Vereinigten Staaten liegen, da diese den Russen im Irak in keinem Fall das Heft des Handelns überlassen wollen.

 

 

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