Nach Teenie-Hack: WikiLeaks veröffentlicht E-Mails von CIA-Boss John O’Brennan

   Дата публикации: 22 октября 2015, 17:40

Sarah-Harrison

 

 

Kaum angekündigt, schon auf dem Server: Die Aktivisten von WikiLeaks haben zahlreiche Mails des CIA-Bosses auf ihren Server gestellt. Es handelt sich hierbei um streng geheime und äußerst kritische Details. So manche angebliche Verschwörungstheorie erweist sich dadurch wieder einmal als Verschwörungspraxis.

Von Christian Saarländer

Quelle: Contra Magazin

 

Hierbei geht es um interne Positionspapiere, den Iran und Details über die CIA-Folter sowie deren Methoden und natürlich um die Überwachung, um die unverzichtbare Sicherheit in den Vereinigten Staaten zu gewährleisten. Lustig daran ist aber vor allem die Tatsache, dass ein Teenager das AOL-Konto des Geheimdienstbosses gehackt hat. Weitere Leaks sollen im Laufe des Tages folgen.

 

 

 

Alles begann vor ein paar Tagen und ging sogleich durch die sozialen Netzwerke: Ein Teenager hatte das Konto des CIA-Direktors gehackt und somit der Weltöffentlichkeit weitere Einblicke in die Welt der Geheimdienste zugänglich gemacht. Sein Motiv war: Solidarität mit Palästina. Die Twitter-Meldung oben verweist auf den Account des Hackers, der für den neuen Zündstoff auf WikiLeaks verantwortlich ist. Lange ließ WikiLeaks nicht auf sich warten, denn schon wenige Stunden nachdem sie den Besitz der E-Mails auf ihrem Twitter-Account ankündigten, wurden diese Mails auch schon veröffentlicht.        

 

John O’Brennan trat die Nachfolge von General David Petraeus an. Zuvor schon – zwischen 1980 und 2005 – arbeitete Brennan für den Auslandsgeheimdienst der USA. Er ist mit den politischen Eliten in den USA eng vernetzt und arbeitete vor zwischendurch für eine private Überwachungsfirma, die wiederum für den Staat tätig ist. Ein weiterer Beleg für diese fragwürdige Art von Public Private Partnership.

 

 

 

 Alle Dokumente auf dem WikiLeaks-Server sind entweder als HTML- oder PDF-Version abrufbar. Die Pressemeldung in englischer Sprache sowie die Mails sind auf der oberen Twitter-Statusmeldung von WikiLeaks verlinkt. Es ist nicht das erste Mal, dass die Transparenz-Aktivisten E-Mails von Überwachungsorganisationen auf ihre Server stellen. Dieses Jahr wurden sämtliche E-Mails der Firma Hacking Team geleaked, welche die Zusammenarbeit zwischen Staaten und privaten Firmen dokumentieren soll. Das Contra Magazin berichtete über die Machenschaften der Mailänder Schnüffelfirma. Details über die aktuelle Kooperation kann man unten einsehen.

 

 

Davor hat der Hacker und Journalist Barrett Brown tausende E-Mails, der privaten Geostrategen von Stratfor WikiLeaks zugespielt, die dann prompt ebenfalls geleaked wurden. Barret Brown, welcher zuvor für renommierte Zeitungen und Magazine in den USA schrieb, sitzt heute dafür mehr als fünf Jahre im Gefängnis. Die Zusammenarbeit zwischen der Politik und privaten Politberatungsagenturen wie Stratfor ist in Amerika schon sehr lange Usus und wird auch nicht bestritten. Allerdings ist das Verlinken von E-Mails in den USA strafbar, weswegen Brown heute auch im Gefängnis sitzt. Details über den Fall kann man ebenfalls auf WikiLeaks einsehen.

 

 

 

Wie vermutet geht es bei diesen Leaks wieder einmal um die Geostrategie von Amerika, sowie um Positionspapiere der CIA. Eine weitere Rubrik widmet sich den Foltermethoden der CIA, welche unter anderem Chelsea (damals noch Bradley) Manning im Irak erlitt, nachdem bekannt war, dass er WikiLeaks sämtliche geheime Details wie das Video Collateral Murder zuspielte. Manning sitzt deswegen 35 Jahre in Haft. Unter andrem geht es um das geostrategische Schachbrett Iran, welches seit Jahren für die USA ein Angriffsziel ist, obwohl der Iran bisher kein fremdes Land angegriffen hatte. Auf dieses Dokument verweist WikiLeaks auf Twitter. Einiges weist auf die aktuellen Iran-Gespräche hin, welche in den Dokumenten einen direkten Dialog in einem neutralen Staat wie der Schweiz anregen.      

 

 

Eine komplette Analyse der aktuellen Leaks wurde den Rahmen eines Online-Artikels sprengen. Nur so viel: Es wird wieder einmal so vieles dokumentiert und gar bewiesen, was man der amerikanischen Politik seit Jahren anlastet, diese aber alles versucht glaubhaft abzustreiten. Von privater Überwachung, zur Geostrategie Amerikas bis hin zur Folter hatten schon zahlreiche Dokumente auf dem Server von WikiLeaks hingewiesen.

 

Über die Ausweitung der Folter, welche Dick Cheney erst neulich wieder verteidigte, kann man hier den Vorschlag des amtierenden CIA-Bosses hier einsehen. Demnach könne alleine die Folter von hochgradig verdächtigen Personen die Sicherheit der Vereinigten Staaten garantieren. Vorgeschlagen werden hier unmenschliche Foltermethoden wie Elektroschocks und Waterboarding.

 

 

 

 

Die E-Mails ergänzen in Bezug auf den Afghanistan-Krieg die „War Diaries“ mit denen unter anderem Sarah Harrison betraut war. Die E-Mails ergänzen somit auch die bereits vorhandenen Leaks und Dokumente, was diese somit auch verifiert. Bedenklich an der Sache ist aber auch die Tatsache, dass der CIA-Direktor anscheindend ein E-Mail-Konto von AOL verwendet, welches vor Jahren noch als besonders anfällig für Spy- und Malware galt. Ist das eine besondere Art der Kryptographie, offenkundig angreifbare Kommunikationswege zu benutzten?

 

Allerdings wird weitestgehend von der Echtheit der Leaks ausgegangen, da bisher noch keine Widersprüchlichkeiten zu erblicken sind, die Anlass zum Zweifel hervorrufen würden. Vieles was bisher auf WikiLeaks veröffentlicht wurde, deckt sich mit dem Inhalt der E-Mails. Zudem ist WikiLeaks sehr erfahren, was Fälschungen betrifft. Der Plattform versuchte man immer wieder gefälschte Leaks unterzujubeln, um so die Glaubwürdigkeit in Zweifel zu ziehen.

 

An der Echtheit von elektronischen Dokumenten gibt es immer Bedenken und man sollte sowieso alles hinterfragen. Warum? Weil die Wahrheit ein Lüge ist und es die vollkommene Wahrheit nicht gibt. Aber seit den Hitler-Tagebüchern wissen wir auch, dass man auch Dokumenten auf Papier nicht immer Glauben schenken kann. Wie gewöhnlich hat sich auch noch keine offizielle Stelle der CIA zu diesen Leaks geäußert.

 

Die neusten Enthüllungen von WikiLeaks dürften wieder einmal ein Grund für Amerika und seine Verbündeten sein, die Aktivistenplattform weiter zu attackieren. Der Großteil der WikiLeaks-Aktivisten arbeitet umsonst, aber dennoch kosten die Server und deren Sicherung eine Menge Geld.  Unten gelangt man auf den offiziellen WikiLeaks-Shop, wo man bei jedem Einkauf das Whistleblower-Projekt aktiv unterstützen kann.

 

 

 

 

Die aktuellen Leaks werden sicher nicht die letzten sein. Im Hinblick auf TTIP sowie auf den Afghansistan-Einsatz sollen die nächsten Enthüllungen schon bald erscheinen. Nicht WikiLeaks hat die Dokumente veröffentlicht, sondern auch das Hacker-Kollektiv Anonymous lud Dokumente des Teenagers hoch. (http://imgur.com/a/0AXHw)

 

WikiLeaks kündigte an, im Laufe des Tages weitere Mails des CIA-Direktors zu veröffentlichen. Hierbei soll es um Afghanistan und Pakistan gehen. Bisher ist nicht bekannt wie viele Details hierauf noch folgen werden.

 

 

 

 

 

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