Weil nichts sein kann, was nicht sein darf…

Дата публикации: 02 Сентябрь 2015, 21:51

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Quelle: Vineyardsaker

Was passiert, wenn man ganze Horden von Faschisten freigebig mit Waffen ausstattet? Sie benutzen sie. So wie heute vor dem ukrainischen Parlament; in diesem Fall waren es die Freunde der Konrad-Adenauer-Stiftung, die netten „Ethnonationalisten“ von Swoboda, die mal eben eine Handgranate in die Polizei warfen, die das Parlamentsgebäude beschützte.

 

Die Videobelege sind ziemlich eindeutig:

 

 

 

Erst Feuerwerkskörper und Rauchgranaten, und dann ein richtig heftiger Rumms – vermutlich ein Souvenir aus einem der Freikorps.

 

 

Natürlich ist man, wenn man dieses Video betrachtet, erst einmal versucht, sich vorzustellen, wie die Reaktion der deutschen Polizei aussähe. Offenbar wurde das Polizeirecht noch nicht „europäisiert“, die Polizei verhält sich so defensiv wie während des Maidan. Wobei es auch eine Rolle spielen mag, dass Teile dieser Polizei eigentlich „Nationalgarde“ sind, also ein unter das Kommando des Innenministeriums gestellter Teil der Freikorps.

 

Das Ganze war Begleitmusik zur Abstimmung über die Verfassungsänderung zur „Dezentralisierung“. Obwohl das, was dem Parlament vorgelegt wurde, vorne und hinten nicht den Vorgaben des Minsker Abkommens entspricht (die Änderung ist nicht mit den Volksrepubliken abgestimmt und enthält keine speziellen Rechte für sie), geht sie den noch wahreren Nazis schon zu weit.

 

Unterhaltsam wird es, wenn man die Berichterstattung der bundesdeutschen Presse betrachtet. Schließlich waren auf dem Maidan nur friedliche Demonstranten, und es gibt keine Faschisten in der Ukraine.

 

Der SPIEGEL zitiert erst einmal ausführlich die Juntavertreter, Klitschko und Geratschenko, nach einer dpa-Meldung; letzterer erklärte danach, „Unbekannte hätten eine Handgranate gezündet“. Ja. Laut Handelsblatt wurden „bei einer Explosion vor dem ukrainischen Parlament Dutzende Menschen verletzt“. Ist irgendwie so passiert. Die Welt erklärt kryptisch: „Als das Parlament in Kiew am Montag über eine Verfassungsänderung abstimmte, explodierte vor dem Gebäude ein Sprengsatz.“

 

Noch einmal kurz, was auf dem Video deutlich zu sehen ist: vor dem Gebäude stehen Demonstranten von Swoboda mit vielen deutlich erkennbaren Fahnen. Der „Sprengkörper“ wurde aus den Reihen dieser Demonstranten in die der Polizei geworfen.

 

Der SPIEGEL nähert sich zumindest der Wahrheit, über den Umweg über eine weitere Nachrichtenagentur (keine deutsche diesmal): „Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sei eine Granate aus den Reihen nationalistischer ukrainischer Demonstranten vor dem Parlament geworfen worden.“ Die Verharmlosung von Swoboda als „Nationalisten“ bleibt, aber zumindest die groben Tatsachen stimmen noch. Beim Handelsblatt demonstrierten dort schlicht „Menschen“. So sieht das auch die Tagesschau, die besonders hübsch Unklarheit verbreitet: „Nach Informationen des ARD-Korrespondenten Stephan Stuchlik zündeten Unbekannte während der Demonstration eine Handgranate. Es kam auch zu Schusswechseln.“ (Wobei hier die „Wechsel“ schon wieder gelogen sind. Es scheint aus den Reihen von Swoboda geschossen worden zu sein, aber es gab kein Gegenfeuer seitens der Polizei, also auch keine „Schusswechsel“…)

 

Die Redaktion der Tagesschau gönnt uns aber sogar einen kleinen Einblick in das Greifen der Zensur: der Videobeitrag von 17:15 Uhr spricht noch verständlich von „Rechtsextremisten“ und unterlässt Sympathiewerbung für diese Truppen. Bald darauf scheint die zuständige Wahrheitskommission dafür gesorgt zu haben, dass die Berichte wieder auf Linie sind.

 

 

Gegen wen dieser „Sprengkörper“ gerichtet war, wird gern vernebelt, Die Frankfurter Rundschau schreibt schlicht: „Bei einer starken Explosion vor dem ukrainischen Parlament in Kiew sind am Montag mindestens 30 Menschen verletzt worden, melden ukrainische Behörden. Blutüberströmte Menschen, darunter offenbar auch Journalisten, lagen am Boden vor dem Parlament.“ Laut Stern ist „bei einer starken Explosion vor dem ukrainischen Parlament in Kiew ein Mensch ums Leben gekommen“. Nur dieSüddeutsche hat einen überraschenden Anfall von Wahrhaftigkeit und erwähnt sowohl, dass ein Demonstrant die Handgranate geworfen hätte, als auch, dass ein Polizist dadurch ums Leben kam.

 

Doch anscheinend reicht es nicht aus, um die schlichten Tatsachen herumzutänzeln. Selbstverständlich findet sich in keinem der Texte die sonst verbindliche tiefe Empörung über die Gewalttätigkeit der Demonstranten. Mehr noch, es wird eine Legitimation des Gewaltaktes hinterhergeschoben. Die zumindest erklärte Position der Bundesregierung, die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen zu fordern (die, wie schon gesagt, mit dieser Verfassungsänderung eben nicht erfolgt), scheint den Pressevertretern viel zu weit zu gehen.

 

Die WELT, immer voller Verständnis für die Ungeheuer des Maidan, erklärt die arme Ukraine zum Opfer ihrer verständnislosen westlichen Verbündeten: „Die Bürgerbewegte Oksana Syroid, Vizepräsidentin des Parlaments, beklagte schon vor zwei Wochen die direkte Einflussnahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und des französischen Präsidenten François Hollande. Beide hätten am 14. Juli den Parlamentspräsidenten Hrojsman angerufen und ihn gedrängt, die neuen Verfassungsbestimmungen noch etwas zu verändern. “Das ist uns von unseren Verbündeten aufgezwungen worden”, sagte Syroid. Auch die USA, die in der Ukraine-Krise Deutschland weitgehend die Führung überlassen haben, haben in diesem Sinne Druck gemacht.“ Ähnlich argumentiert auch die Süddeutsche.

 

Bemerkt? Schon kann man fast verstehen, warum die vor dem Parlament demonstrierenden Menschen zur Gewalt neigen. Schließlich wird der armen Ukraine etwas aufgezwungen.

 

Nicht nur Süddeutsche und Welt buhlen um Verständnis für die Faschisten. An einem Satz aus einer Agenturmeldung haben sie fast alle einen Narren gefressen: „Nicht nur rechte und nationalistische Kräfte sehen die Verfassungsreform als Kniefall vor Russlands Präsident Wladimir Putin.“

 

Ach so. Na dann.

 

Nachtrag – zur Illustration noch einige Fotos.

 

Nachtrag 2: Inzwischen gibt es Vergrößerungen aus Videos, auf denen der Granatenwerfer genau zu sehen ist.

 

Nachtrag 3: Nach Angaben der Webseite Nasprawdi (die sich aus dem Blog Yurasumi entwickelt hat) handelt es sich bei dem mittlerweile festgenommenen Granatenwerfer um den 24-jährigen Igor Gumenyuk, ein Mitglied der Studentenorganisation von Swoboda aus Kamenetz-Podolsk.

 

Er hat angeblich acht Monate im Freikorps “Sich” an der Front im Donbass verbracht und befand sich auf Urlaub. Wie schon gesagt, ein Kriegssouvenir…

 

Awakow, der den Anschlag vor dem ukrainischen Parlament sofort nutzte, um seine Stellung gegenüber dem Rechten Sektor zu stärken (man erinnert sich, sie sind in Transkarpathien aneinander geraten), dürfte sich darüber nicht freuen. Das Freikorps “Sich” untersteht dem Innenministerium.

 

Und natürlich gibt es schon die ersten ukrainischen Erklärungen, dass Putin schuld ist. Diesmal ist Tjahnibok der russische Agent.

 

 

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