Rostislaw Ischtschenko: Es bricht schon das zehnte Jahr an …

   Дата публикации: 23 августа 2015, 14:45

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Neun Jahre hatte Don Pedro Gomez,  mit Spitznamen Leo Castillo die Burg Pamba belagert  bei Milchfütterung.   Kosma Prutkow (Syn. von Alexei Tolstoi, Neffe von Lew Tolstoi und den drei Vettern Alexander, Alexei und Wladimir Schemtschuschnikow. Als Kosma Prutkow publizierten sie in der Mitte des 19. Jahrhunderts parodistische und literaturkritische Texte, von denen heute hauptsächlich die Aphorismen bekannt sind. d.Ü.)

 

Quelle: Rostislaw Ischtschenko 19.08.2015

Übersetzt aus dem russischen: Thomas 

…So dass unser Pedro aus zwei Übeln auswählen muß (dem Angriff und der Provokation). Und irgendetwas sagt mir, dass er fürchtet zu billig zu wählen und sofort Beides nimmt…..

 

Der Don Pedro, der Donezk belagert, ist letztendlich nicht der Leo Castillo und die Belagerung dauerte nicht neun Jahre. Aber es gibt auch Vergleichbares in diesen zwei Situationen. Einmal den Don Pedro (den Leo Castillo), der für neun Jahre die Armee schmoren ließ, das Gelübde streng zu beachten, sich ausschließlich mit Milch zu ernähren. Dann Pjotr (auch Pedro, wenn man ihn spanisch ausspricht) Poroschenko, der zusammen mit der Armee wegen der Minsker Abkommen schmorte.

 

Nicht etwa, dass Pjotr Alexejewitsch die Verträge als genauso heilig betrachten würde, wie sein spanischer Namensvetter sein Gelübde. Er verletzt im Gegenteil schneller alles was man nur verletzen kann und wollte sogar jene verletzen, an die er gar nicht rankam. Aber wie es oft ist, seine Wünsche stimmen mit seinen Möglichkeiten nicht überein. Geben Sie wir die Möglichkeiten und wir werden die Wünsche Poroschenkos ordnen, die Möglichkeiten Poroschenkos werden wir uns dann auch anschauen, wie (es nicht unbedingt kommen muß, aber mit einer hohen Wahrscheinlichkeit werden kann) sich die Ereignisse in den nächsten Tagen, in der nächsten Woche entwickeln werden, es ist aber auch erst in ein bis zwei Monaten möglich.

 

Die Erklärungen der russischen Führung für unsere “Freunde und Partner”, dass es Minsk 3 nicht geben wird und es in diesem Sinne “keine Alternativen zu Minsk 2 gibt» sind schon von allen Ebenen zu hören gewesen. Ich denke, dass sogar die Liebhaber, die in den Erklärungen des Kremls immer doppelt und dreifach suchen, dem Sinn darin zustimmen werden, dass alles, was diese Erklärungen bedeuten außerordentlich eindimensional ist – die Vereitelung von Minsk 2 wird Krieg und damit die Vernichtung des Kiewer Regimes bedeuten.

 

Um sich der Bedeutung dieser Erklärung bewußt zu werden, müssen wir uns an die Gründe des Abschlusses der Minsker Abkommen erinnern. Die Situation bildete sich auf folgende Weise:

 

1. Im Sommer 2014 hatte die ukrainische Armee genug Kräfte, um die Landwehr zu zerschlagen und die Territorien der DVR und LVR unter volle Kontrolle zu nehmen.

 

2. Russland konnte einen ähnlichen Ausgang der Ereignisse nicht zulassen, da es die größte geopolitische Niederlage, ein vollständig nivellierender Effekt nicht nur der Rückführung der Krim, sondern der ganzen russischen Politik seit dem Krieg vom 08.08.08 wäre.

 

3. Russland konnte in die Ukraine die Armee offiziell nicht schicken. Es hätte schlimmstenfalls der Anfang eines großen europäischen Krieges sein können, den, geschützt hinter dem Ozean, die USA wohlwollend beobachten würden. Im besten Fall – drohte die konsolidierte Wirtschaftsblockade Russlands seitens des Westens und die politische Isolierung (die heutigen Verbündeten hätten sich auch abgewendet). Und noch ist immer noch nicht bekannt welche dieser Varianten in Wirklichkeit besser gewesen wären.

 

 

4. Nichtsdestoweniger, in den Grenzbezirken (auf eine Tiefe von 50-150 Kilometern von der Grenze) konnte Russland die “Urlaubskampagne” organisieren. Wobei sich in den Urlaub nicht nur die Militärangehörigen, sondern auch die Technik, die Munition, Treib- und Schmierstoffe usw. massenhaft begaben.

 

5. So konnte man wirksam die ukrainischen Truppen in den kurzen Kampagnen unweit der Grenze demolieren, aber für die große Befreiungsaktion seitens der Landwehr gab es weder die Kräfte noch die Qualifikation. Damit sie unterwegs nicht haltmachen mußten sollte man in den Urlaub mindestens Verbände von Divisionsstärke mit ihrer ganzen Technik und den Versorgungskräften und der Unterstützung absenden. Es käme damit zu ungerechtfertigten Kosten (und automatisch siehe dann den Punkt 3).

 

Die Seiten haben sich in einer Pattsituation befunden. Die Streitkräfte der Ukraine konnten die Landwehr nicht zerschlagen, jeder ihrer Angriffe ging an der nächsten “Urlaubskampagne” und mit ihrer Zerschlagung zu Ende. Die Landwehr, ohne Unterstützung der russischen Armee, war unfähig, ins Innere des ukrainischen Territoriums vorzustoßen. Und Russland konnte offiziell keine Truppen schicken.

 

Daraufhin ist Minsk entstanden und die Seiten haben begonnen, bis zum ersten Fehler des Gegners zu spielen (wie im Kinderspiel „peepers“ – wer als erster blinzelt, der hat verloren. d.Ü.). Moskau verwendete die Pause, um aus den selbständigen Abteilungen die regulären Streitkräfte der DVR und der LVR zu formen, die staatliche Verwaltung zu stabilisieren, sowie die Plünderer, Erpresser und übrige unangemessene Elemente verschiedenen Geschlechts zu beseitigen (einschließlich unter Androhung der Liquidation). Der nächste Punkt, nach dem militärischen, war der staatliche Bau und die Wiederherstellung der Wirtschaft.

 

Kiew stellte die Kampffähigkeit der Truppenteile und der Verbände fieberhaft wieder her, die die Niederlage im August-September 2014 erlitten hatten. Es war völlig klar, dass es sehr viel komplizierter sein würde, das zweite Mal nach dem Sommer 2014 den Trick mit den russischen Urlaubern zu wiederholen (die USA werden darauf vorbereitet sein, sie mit der Hand zu fangen und der ganzen Welt «die Beweise der Aggression» vorzulegen) und die ukrainischen Behörden (richtiger natürlich, ihre amerikanischen Kuratoren) beeilten sich, erneut in den Angriff überzugehen, solange die Landwehr ihre normale Kampffähigkeit noch nicht gefunden hat.

 

Der Versuch wurde im Januar-Februar 2015 unternommen. Die Winterkämpfe haben gezeigt, dass die Landwehr fähig und in der Lage ist, sich tatsächlich schon ohne Hilfe von großen Kontingenten der “Urlauber” zu verteidigen. Es waren die Ausbilder, die Berater und die Leute mit seltenen Qualifikationen (sowie die Munition, die Ersatzteile, Treib- und Schmierstoffe, die Technik) hauptsächlich notwendig. Aber eine Angriffsoperation (sogar eine stark eingeschränkte, wie das Abschneiden des Debalzewo — Vorsprungs) durchzuführen, ist die Landwehr bisher selbständig nicht in der Lage.

 

Daraufhin ist Minsk 2 entstanden, in dessen Verlauf einige Lücken geschlossen werden konnten, die bei der Zusammenstellung der Dokumente zu Minsk 1 zugelassen wurden und Frankreich und Deutschland (und das ist wirklich sehr wichtig) wurden zu Bürgen der Erfüllung der Vereinbarungen durch Kiew. Aber es war dieselbe Situation der Stellungssackgasse insgesamt festgelegt. Nicht zu kämpfen ist Kiew nicht möglich aus inneren (es werden die eigenen Nazis nicht verstehen, die eine bewaffnete Stütze des Regimes bilden) und äußeren (Forderungen der USA zu kämpfen) Gründen. Angreifen als Erster darf man nicht. Die Landwehr macht keine Anstalten zu attackieren und über allem strahlt das heilige Licht von Geist und Buchstabe von Minsk.

 

Kiew, das mit Hilfe der USA die Kampffähigkeit der in den Wintermonaten zerschlagenen Truppenteile bis zum Mai wieder hergestellt hatte, schuf bis zum Ende des Junis tatsächlich die neuen Stossgruppierungen. Aber angreifen dürfen sie trotzdem nicht – Minsk befiehlt nicht. Und Minsk ist von Berlin und Paris, den natürlichen Alliierten der USA, nicht bis zu so einer Stufe missgebildet worden, dass sie zulassen würden, dass Kiew öffentlich vor den Augen der ganzen Welt, ihre Reputation zertreten dürfte.

 

Die in der Angriffsformation entfalteten Truppen warten auf den Befehl und werden ganz gemächlich zerlegt. Bald wird die Regensaison kommen und die Wege werden unbefahrbar sein. Im September sollen die Militärangehörigen der 3. Welle der Mobilisierung (die erfahrensten Kämpfer, die sie haben) beurlaubt werden. Es gibt keine Kohle. Die Gasverträge für den Winter sind nicht geschlossen. Deutschland versorgt sich verstärkt mit Gas, die Zweifel daran sind nicht beseitigt, dass sie besser nicht wünschen, vom ukrainischen Transit abhängig zu sein, wie es im vorigen Jahr war, und Russland für das Gas für die Ukraine zahlt, damit die Ukrainer das Gas nicht aus dem Rohr stehlen, dass in die EU geht. Es nähert sich der Bankrott, der nur noch durch Krieg verzögert werden kann. Man muss angreifen. Aber man darf nicht angreifen. Minsk befiehlt nicht.

 

Кеrry hat auf einem neuerlichen Treffen mit Geschäftsleuten bekannt, woran unsere Paniker niemals geglaubt hätten – dass nämlich Berlin und Paris tatsächlich aufgehört haben, im Fahrwasser des Kurses Washingtons in der ukrainischen Krise der amerikanischen Regierung zu folgen, und man fürchtet den offenen Aufruhr des franko – deutschen Kernes in der EU. Umso mehr, weil die vorliegende Position von der Mehrheit der Europäer, außer Großbritannien, Polen und den baltischen Limitrophen unterstützt wird. Die Vereitelung von Minsk wurde für Kiew politisch unmöglich. Wie der Verstoß gegen das Gelübde für Don Pedro (der Leo Castillo). Man musste die Landwehrmänner zwingen, gegen die Abkommen zu verstoßen.

 

Mit diesem Ziel organisierte Kiew ständig und frech den terroristischen Beschuss der friedlichen Stadtviertel und vernachlässigte dabei alle Punkte der Minsker Abkommen. Die ukrainischen Behörden und ihre amerikanischen Wirte versuchten, nach der nervösen Vereitelung durch die Landwehrmänner zu streben. Man wollte eine Situation schaffen, in der in Donezk, Lugansk (und vielleicht auch in Moskau), darüber nachgedacht wird, dass das Gesetz, die Gerechtigkeit und das internationale Recht auf unserer Seite sind, Kiew das Abkommen nicht erfüllt, die Städte beschießt, wir werden jetzt mit gutem Grund und allem Recht den Angriff beginnen.

 

Aber die von ihrer Kompromisswelt träumenden Paris und Berlin hätten die Schuld für die Vereitelung der Abkommen nicht dem zugeschrieben, der die Ausführung der Verpflichtungen in der Anpassung der Gesetzgebung verzögert hat oder dem, der die ersten Anfänge der Kriegsoperationen vernachlässigt hat. Sie haben es ganz unzweideutig angedeutet, sogar beharrlich darum gebeten, den Ablauf von Minsk bis 2016 zu verlängern, da die ukrainische Seite “nicht dazugekommen ist, sie zu erfüllen». Daraufhin erwartete die Landwehr, dass unter dem Druck des Faktors Zeit und der zerfallenden Armee, Kiew die Truppen zum Angriff in den Donbass schicken wird, und Poroschenko hoffte, dass der terroristische Beschuss die Landwehrmänner zwingen wird, die Ersteren zu schlagen.

 

In die letzten Wochen hat sich der Beschuss heftig gesteigert. Das ist das Zeugnis dafür, dass Kiew nicht länger warten kann und die letzten verzweifelten Bemühungen unternimmt, die Landwehr zum Angriff zu provozieren.

 

Unserem Pedro (der nicht Leo ist) bleibt nur die Wahl zwischen schlecht und sehr schlecht. Oder er muss das «Gelübde» verletzen und die Truppen zum Angriff bewegen, auf ein Wunder hoffend. Doch das Wunder kommt nicht. Die USA können Paris und Berlin nicht zwingen, die “Aggression” nicht zu bemerken und Europa wird schweigen, wenn Russland die Operation zur Friedensstiftung beginnen wird. Oder er muss den Beschuss so verstärken, dass Donezk zusehens beginnt, sich in Staub und Schotter zu verwandeln und die Menschen zu Hunderten und Tausenden umkommen. Aber dann wird Russland, auch einer der Bürgen von Minsk, nur eine Weise des Reagierens haben – die Luftflotte zu nehmen und die ukrainischen Artilleriepositionen in tausend kleine Stücke zu zerlegen, und nebenbei mit ihr die Panzertechnik auszudünnen.

 

Und Frankreich mit Deutschland werden auch nicht besonders protestieren (es sei denn das Bedauern aussprechen). Man kann sich den Anschein geben, dass man nicht versteht, woher ein Geschoss oder zehn Geschosse angeflogen gekommen sind. Man kann die Opfer nicht bemerken, wenn von Fall zu Fall ein, so drei, so fünf Menschen umkommen. Aber wenn die Millionenstadt zerstört wird und die Menschen kommen zu Hunderten um, und das “nicht zu bemerken oder es nicht zu verstehen”, das darf nicht sein. Der Zynismus in der Politik hat seine Grenzen, er ist rational – der Politiker kann das Offensichtliche nicht verneinen.

 

Also, Poroschenko soll zwischen dem Übergang in den Angriff, der die Vereitelung von Minsk und die Absage der EU an die Unterstützung seines Regimes nach sich zieht und der letzten riesenhaften blutigen Provokation wählen, nach der ihn nur noch der Sieg retten kann (aber siegen kann er nicht).

 

 

Natürlich, man könnte wie sein literarischer Namensvetter handeln:

 

«Sie hatten sich um Don Pedro Gomez versammelt

Und er sprach zu ihnen: “Neunzehn!“

Wir werden die Banner einrollen,

Und die Rohre werden laut springen

Und die Pauken werden dröhnen,

Fort werden wir von Pamba ziehen

Ohne Scham und ohne Angst.

Wenn wir auch die Festung nicht genommen haben,

So können wir doch tapfer schwören

Vor dem Gewissen und der Ehre;

Wir haben kein einzig Mal verletzt

das von uns gegebene Gelübde …»

 

Aber der ukrainische Pedro ist im Unterschied zum kastilianischen nicht frei, die Entscheidung über die Unterbrechung der Kriegsoperationen zu fassen. Und es hat sich die ukrainische Politik so weit vom realen Leben entfernt, dass man sich gar nicht vorstellen kann, dass man den Krieg im Donbass anders, als mit einem Sieg der ukrainischen Waffen beenden kann. So dass unser Pedro aus zwei Übeln auswählen muß (dem Angriff und der Provokation). Und irgendetwas sagt mir, dass er fürchtet zu billig zu wählen und sofort Beides nimmt.

 

Also, und dann:

«Es bricht ja schon das zehnte Jahr an.

Die bösen Mauren triumphieren …»

 

 

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