USA wollen Russland nicht verstehen – Medien

   Дата публикации: 05 августа 2015, 18:44

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AP Photo/ Carolyn Kaster

 

Ein Fehler, der den USA und dem Westen teuer zu stehen kommen wird, ist die Annahme, dass das heutige Russland die gleichen Ziele wie die UdSSR verfolgt. Doch für Moskau ist Weltherrschaft kein Ziel – es will seine Identität, das Nationalbewusstsein und seine äußeren Kräfte behalten, wie der Journalist Jack Hanick in „New York Observer“ schreibt.

 

Quelle: Sputniknews

 

 

Der Journalist lebte zwei Jahre in Russland und gründete einen nichtstaatlichen Fernsehkanal. Diese Erfahrung erlaube ihm, die Situation aus beiden Sichtweisen zu beobachten: Russland sehe die USA als einen Aggressor, der das Land mit Militärbasen in Osteuropa umzingelt, und die USA sehen Russland als eine Bedrohung für seine Nachbarn.

 

 

„Als ich gerade ankam, schien das Verhältnis zwischen den USA und Russland normal zu sein. Weil ich Amerikaner bin, wurden meine Ideen willkommen geheißen und waren sogar gefragt“, betont er. Zu dem Zeitpunkt habe Obama einen Angriff auf die Armee Assads in Syrien geplant, da sie mit einem chemischen Waffenangriff die,rote Linie’ überschritten haben sollte. „Russland griff ein und überredete Syrien, seine Chemiewaffen zu zerstören. Herr Putin hatte Obama somit geholfen, sein Gesicht zu wahren und in Syrien keinen großen Fehler zu begehen. Kurz danach schrieb Herr Putin einen Leitartikel in der „New York Times“, der im Allgemeinen sehr gut aufgenommen wurde. Die Beziehungen schienen auf dem richtigen Weg zu sein“, schreibt Jack Hanick.

 

 

Der Kolumnist berichtet, dass Russland dann ein Gesetz verabschiedet habe, mit dem die sexuelle Propaganda unter Minderjährigen verhindert werden soll. Dies sei der Beginn der Spannungen gewesen. Die LGBT-Lobby im Westen habe dieses Gesetz als anti-homosexuell eingestuft, obwohl es die direkte Kopie eines englischen Gesetzes gewesen sei, dass Pädophilie verhindern und die Ausübung von Homosexualität aus dem Sichtfeld von Kindern verbannen sollte, wobei homosexuelle Beziehungen in Russland an sich nicht illegal seien. „Nichtsdestotrotz gab es eine überwältigende Reaktion gegen Russland“, schreibt der Autor.

 

Danach habe der Boykott-Versuch der Olympischen Spiele in Sotschi angefangen, der „auf eine westliche Art und Weise“ Russland diskreditieren sollte. Russland habe diesen Boykott als einen aggressiven Akt des Westens und als einen Versuch angesehen, sich in seine Innenpolitik einzumischen. „Sotschi war für die Russen eine großartige Quelle des nationalen Stolzes und hatte nichts mit Politik zu tun. Für den Westen war dies der erste Schritt zur Schaffung der Geschichte, dass Russland die alte repressive Sowjetunion sei und gestoppt werden müsse“, erklärt der Journalist.

 

Danach kam die Farbrevolution in der Ukraine, als der ukrainische Präsident gestürzt wurde. Aus russischer Sicht, so Hanick, sei dieser Umsturz des demokratisch gewählten Präsidenten vom Westen organisiert worden. Er signalisierte, dass der Westen sich für eine Ausweitung der Macht und nicht für demokratische Werte interessiert. Die geheimen Gespräche von Staatssekretärin Victoria Nuland und US-Botschafter Geoffrey Pyatt, die etwas später durchgesickert seien, offenbarten, dass die USA aktiv am Regimewechsel in der Ukraine beteiligt gewesen sein könnten.

 

 

„Viele Russen haben Familienmitglieder in der Ukraine. Diese besonderen Beziehungen wurden durch äußere Kräfte zerstört. Stellen Sie sich vor, dass Kanada sich plötzlich mit Russland oder China verbünden würde. Die USA würden dies sicherlich als eine Bedrohung an ihren Grenzen betrachten und entschlossen handeln“, beteuert Hanick.

 

 

Im Hinblick auf den Anschluss der Krim an Russland erklärt der Journalist, dass die Übergabe der Halbinsel an Kiew im Jahr 1954 so verstanden worden sei, als ob man „einen Bruder, dem man vertraut, auf das eigene Familieneigentum aufpassen lassen würde“. „Aber als dieser Bruder nicht mehr ein Teil der Familie war, wollte Russland die Krim zurück. Und die Krim wollte Russland auch zurück. Die Krim-Bewohner sprechen Russisch und sind stark an ihr 300-jähriges russisches Erbe gebunden. Aus der russischen Sicht war dies eine Familienangelegenheit, die den Westen nichts anging. Die Sanktionen wurden als eine Aggression des Westens angesehen“, erklärt er.

 

Darüber hinaus treiben die Sanktionen Russland vom Westen weg und hin zu China, was zur Schaffung der chinesischen AIIB-Bank führte, die mit dem IWF konkurrieren kann. Dies sei der erste Sprung in die US-Finanzherrschaft gewesen, was eine direkte Folge der Sanktionen sei.

 

 

„Ein Fehler, der Amerika teuer zu stehen kommen wird ist die Annahme, dass Russland die gleichen Ziele wie die Sowjetunion hat. Das moderne Russland ist zu seinen christlichen Wurzeln zurückgekehrt. (…) Verbinden Sie diese religiöse Erneuerung mit dem neuen Nationalbewusstsein und Sie bekommen ein Russland, in dem das Selbstvertrauen wächst“, schreibt Hanick.

 

 

Ein Krieg mit Russland könne nicht wirtschaftlich gewonnen werden, da dieses Land die größte Landfläche der Welt besitze und über Öl und eine Fülle von natürlichen Ressourcen verfüge. „Für das moderne Russland ist Weltherrschaft kein Ziel, es will seine russische Identität behalten und keine äußeren Kräfte verlieren“, betont er.

 

Weitere Sanktionen und mehr Isolation durch den Westen seien nicht der Weg, um Meinungsverschiedenheiten beizulegen. „Krieg ist keine Antwort, aber zu oft in der Geschichte wurde er zur einzigen Lösung, wenn zwei Seiten die Sicht des anderen nicht sehen wollten“, resümiert der Journalist.

 

 

 

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