Milliarden für die Ukraine: Der IWF übt sich im Wunschdenken

   Дата публикации: 05 августа 2015, 18:55

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Man braucht kein Mathegenie zu sein, um die großen Worte der IWF-Vertreter in Sachen Ukraine als reines Wunschdenken zu entlarven. Die Milliarden für Kiew fließen aus rein politischen Gründen. Mit der wirtschaftlichen Realität hat dies nichts zu tun.

 

Von Marco Maier

Quelle: Contra Magazin

 

Ganze 17,5 Milliarden Dollar wurden der Ukraine im März vom Internationalen Währungsfonds im Rahmen eines «Hilfsprogramms» als Kreditlinie bewilligt. Gut 5 Milliarden Dollar davon sind bislang schon nach Kiew geflossen. IWF-Vize David Lipton sagte, Kiew habe seit der Bewilligung einen «starken Start» bei der Umsetzung der vereinbarten Reformen hingelegt und die Zusagen eingehalten. «Dieses Momentum muss gehalten werden.»

Auch wenn die Menschen in der Ukraine dies wahrscheinlich größtenteils anders sehen, fließt nun weiteres Geld nach Kiew. 1,7 Milliarden Euro umfasst die Summe, die dem massiv überschuldeten Land nun gewährt wurde. Damit soll der kollabierten ukrainischen Wirtschaft wieder auf die Beine geholfen werden.

 

Interessanterweise gehen die IWF-Experten davon aus, dass sich die ukrainische Wirtschaft im zweiten Halbjahr wieder erholen werde. Auf realwirtschaftliche Daten wird man sich hierbei jedoch kaum stützen. Immerhin brach die ukrainische Wirtschaft noch im ersten Quartal 2015 mit einem Minus von 17,2 Prozent deutlich stärker ein als dies von eben diesen Experten erwartet wurde.

 

Für das Gesamtjahr 2015 erwarten eben diese «Experten» nun ein Minus von 9 Prozent – eben weil sich die Wirtschaft im zweiten Halbjahr wieder erholen soll. Noch im März ging man von einem Minus von «nur» 5,5 Prozent aus. Bleibt man jedoch realistisch, so wird die ukrainische Wirtschaftsleistung in diesem Jahr eher um die 15 Prozent verlieren. Denn das was der IWF euphemistisch als «Stabilisierung» bezeichnet, ist lediglich eine Bodenbildung in manchen Sekoren. Einfach deshalb, weil es dort nicht mehr weiter runter gehen kann.

 

Was der IWF nicht berücksichtigt, sind die wachsenden Auflösungserscheinungen des Regimes. Die ganzen extremistischen Kräfte, derer man sich seit dem «Euromaidan» fleißig bedient, beginnen langsam mit Vorbereitungen eines Putsches gegen die aktuelle Putschregierung. Die Geister die sie riefen, werden sie jetzt nicht mehr los. Dementsprechend drohen auch hier noch weitere politische Unsicherheiten, die dem Wunschdenken des IWF im Wege stehen.

 

 

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