Russland verbietet Kultivierung und Züchtung von gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren (GMOs) auf ihrem Territorium

Дата публикации: 25 Июль 2015, 12:38

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Foto: Globalhealingcenter

 

Laut dem russischen Vizepremier Arkadij Dvorkovitsch hat Russland einen «anderen Weg gewählt» und wird «diese (Gen-)Technologien nicht verwenden», um die landwirtschaftliche Produktion zu erhöhen. Denn Russland hat genug Landfläche für einen natürlichen Anbau, was laut Dvorkovitsch, die Lebensmittel im Land zu den «saubersten der Welt» macht. Russland ist nämlich der festen Überzeugung, GMOs verursachen Gesundheitsschäden, wie Missbildungen bei Babys und Krebs.

 

Quelle: Fit4russland

 

 

Das Signal wurde gesetzt

 

Bereits 2014 hatte Präsident Wladimir Putin versprochen, seine Bürger vor GMOs zu schützen. Um die Qualität und Integrität der Nahrungsversorgung im Land zu sichern, will die Russische Föderation an Anbaumethoden festhalten, die den Boden schonen und auf natürliche Weise die Erträge steigern. Im Unterschied zu den meisten europäischen Ländern baut die Russische Föderation weder GMOs an, noch importiert sie diese. Anders als die USA hat Russland sich dazu entschlossen, ein ausgedehntes Moratorium in Kraft zu setzen. Russland will nach anderen, sichereren Technologien in der Landwirtschaft suchen.

 

Am 24.04.2015 verabschiedete die Duma (Parlament der RF) in erster Lesung einen Gesetzesentwurf, um den Anbau und die Zucht in Russland von gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren zu verbieten: «Der Gesetzesentwurf verbietet die Kultivierung und Züchtung von gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren auf dem Territorium der Russischen Föderation, mit Ausnahme der Verwendung für die wissenschaftliche Forschung».

 

 

Etablierung der Gentechnologie

 

Vordergründig stellen die drei grössten Hersteller Monsanto, DuPont und Syngenta ihre Gentechnologie natürlich so dar, als wenn es ihnen nur darum ginge, «die Welternährung zu sichern». Sicherlich gibt es genügend leichtgläubige Mitmenschen, welche denen dies auch ohne den geringsten Zweifel voll abkaufen. Die Gesundheit der russischen Bevölkerung wird also nicht der grenzenlosen Profitgier der US-amerikanischen Konzerne Monsanto, DuPont und dem europäischen Syngenta Konzern geopfert.

 

 

Das EU-Assoziierungsabkommen mit der Ukraine hat grosse Auswirkungen auf den Landwirtschaftssektor

 

Artikel 404 der EU-Vereinbarung bezieht sich auf die Landwirtschaft und macht den Weg für eine Lockerung der gängigen Zertifizierungspraktiken, gentechnisch verändertes Saatgut und Erleichterungen für die Agroindustrie frei. Die Ukraine zählt zu den vielversprechenden Wachstumsmärkten für die Saatgutproduzenten Monsanto und DuPont.

 

Monsanto übt grossen Druck auf die Behörden in der Ukraine aus, um seine Forderungen nach einem Ausbau der Biotechnologie und genetisch veränderte Organismen (GVO) durchzusetzen. Bereits im  Jahr 2014 hat Monsanto 140 Mio. Dollar in der Ukraine investiert, um das Potenzial für die zukünftige Produktion zu steigern. Die forcierte Technologisierung der Landwirtschaft erhöht die Bodenkonzentration, weil es für Investoren interessanter wird, im Landwirtschaftsbereich zu investieren.

 

Im Frühjahr 2014 billigten die internationalen Finanzorganisationen (IFIs) eine seit Langem erfolglos verhandelte Kredithilfe in Höhe von 17 Mrd. Dollar. Am 22. Mai 2014 zog die Weltbank mit einem 3,5 Mrd. Dollar-Kredit nach, der deshalb zustande kam, weil Präsident Petro Poroschenko im Gegensatz zu seinem Vorgänger Wiktor Janukowitsch neoliberale Reformen wie die Erhöhung des Rentenalters oder die Absenkung der Gaspreise durchgesetzt hat. Zudem nimmt der Transfer von Ackerland an börsennotierte Unternehmen und Agrokonzerne mithilfe dieser Kredite an Fahrt auf (www.oaklandinstitute.org).

 

Auch die europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) tätigt in steigendem Ausmass die Kreditvergabe für agroindustrielle Betriebe und ihren Landkauf in der Ukraine. So erhielt die Alfred C. Toepfer International (ADM) eine 60 Mio. Dollar-Unterstützung, mit der sie ihr Ackerland von 50 000 auf 100 000 Hektar verdoppeln konnte (www.boell.de).

 

Die zehn grössten ukrainischen Agrarkonzerne kontrollieren bereits ca. 2,8 Millionen Hektar Land, einige Oligarchen besitzen je allein viele Hunderttausend Hektar. Diese Flächen werden hauptsächlich für den Export landwirtschaftlicher Güter angebaut, haben einen hohen Bedarf an Technologie und Kapital und sind eng mit Aktien- sowie europäischen Rentenfonds verbunden. Ausserdem erhalten sie finanzielle Unterstützungen in Form von internationalen Finanz-, Entwicklungs- und EU-Subventionen. So bauen Agro-Konzerne in der Ukraine seit zehn Jahren vermehrt Raps an, was mit dem gestiegenen Bedarf der EU an Agrotreibstoffen zusammenhängt: 90 Prozent des Rapses wird in die EU exportiert und dort weiter verarbeitet (www.tni.org).

 

In der Ukraine sind auch deutsche Firmen aktiv, die «über die Verwaltung bis hin zu Bewirtschaftung komplette Dienstleistungspakete anbieten». So können Investorinnen und Investoren über die Verwendung von Ackerland entscheiden, ohne dieses auch nur gesehen zu haben oder über eigenes Fachwissen verfügen zu müssen. (www.land-grabbing.de). Das Nachsehen haben schon jetzt Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die vom Boom der agroindustriellen Landwirtschaft kaum profitieren und oftmals zu Arbeiterinnen und Arbeitern in grossen Agarunternehmen werden. Andere Bäuerinnen und Bauern verarmen oder stellen ihren Betrieb ganz ein. Nach einer wissenschaftlichen Studie lehnen die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in der Ukraine, die vorwiegend kleine Landparzellen bewirtschaften, die jüngsten Privatisierungen von Land ab und sehen sich in ihrer Existenz gefährdet (www.cornell-landproject.org).

 

Zu den deutschen Unternehmen, die vom Landgrabbing in Osteuropa profitieren, gehört z. B. die im Jahr 2007 gegründete AGRARIUS AG mit Sitz in Bad Homburg, die «Investition in Ackerland» und Dienstleistungen rund um den Landkauf anbietet. In Hamburg lockt die germanagrar CEE GmbH mit Renditen um 100 Prozent für den «interessantesten Agrarmarkt der Welt», und die KTG Agrar SE, ebenfalls in Hamburg ansässig, wirbt mit Bioprodukten, weil diese eine deutlich höhere Gewinnspanne versprechen (www.land-grabbing.de).

 

Im September 2014 wurde ein Twinning-Projekt der ukrainischen Regierung zu «best practices of how to manage land relations» mit den Niederlanden, Deutschland und Litauen ins Leben gerufen, wobei der Akzent auf die Beratungsfunktion gelegt wird und betont wird, dass die ukrainische Seite die konkrete Richtung vorgeben muss (www.land.gov.ua/en).

 

 

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