Im Morgengrauen ist es noch still

   Дата публикации: 25 июля 2015, 15:34

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Mit einem unerwarteten Abschluß endete die planmäßige Sitzung der Kontaktgruppe, die sich regelmäßig in der Hauptstadt Weissrusslands trifft, um die nächsten Schritte in der Realisierung der Abkommen über die prinzipielle Regelung des bürgerkriegsähnlichen Konfliktes in der Ukraine zu Papier zu bringen, was in genau dem Minsk schon am 11-12. Februar 2015 festgelegt wurde.

 

Übersetzt aus dem russischen: Thomas

 

Vom Standpunkt der erreichten formalen Ergebnisse her unterschied sich das Treffen nur wenig von dem ganzen vorhergehenden Minsker Heldenepos. Worüber hinter geschlossen Türen genau geredet wurde ist nicht bekannt, aber vieles kann man erraten, ausgehend von den folgenden Kommentaren und den informativen Mitteilungen.

 

Die OSZE stellte fest, dass es misslang, das Abkommen über die Rückführung der Panzertechnik und der Artilleriesysteme mit Kaliber weniger 100 Millimeter von der Feuerlinie zu unterschreiben. Da die Landwehr eine solche Rückführung schon angefangen hat und die OSZE den Schuldigen am Misserfolg nicht genannt hat, muss man kein Genie sein, um zu verstehen, dass das Abkommen von Kiew verrissen wurde.

 

Die DVR und die LVR haben von Kiew gefordert, in der Rada ein Gesetz über den besonderen Status des Donbass anzunehmen und vorläufige Korrekturen in der Verfassung der Ukraine vorzunehmen, die in Übereinstimmung mit dem Geist und dem Buchstaben von Minsk gebracht werden, dass heißt, mit den Republiken den Text des Gesetzes und der Korrekturen der Verfassung zu vereinbaren. Also, muss man auch hier nicht über tiefes Wissen in der Sphäre der Politik, der Geschichte und der Diplomatie verfügen, um mit hundertprozentiger Klarheit festzustellen, dass so eine oder eine ähnliche Forderung niemals erfüllt werden wird. Die Nazis aus den Freiwilligenbataillonen malträtieren Poroschenko und bezeichnen ihn schon als Verräter für die vorhandenen Korrekturen, von denen die Abgeordneten an jeder Ecke der Rada erzählen, wie Viktoria Nuland und Jeffrey Payette in perverser Art und Weise Ihnen ihr Einverständnis abgepresst haben, für das Gesetz ihre souveränen Stimmen abzugeben. Das war der Moment (der einzige in seinem Leben?) als Poroschenko vollständig ehrlich erklärt hat, dass diese Korrekturen in der Verfassung niemandem einen besonderen Status geben, und damit nur vom Donbass die Ausführungen der vorläufigen Bedingungen gefordert werden, die in der Gesamtheit die volle und bedingungslose Kapitulation zur Folge haben.

 

Unter solchen Bedingungen können die DVR und die LVR von Poroschenko fordern, dem Gesetz zuzustimmen oder können das auch von einem Vogel im Feld fordern. Selbst wenn er könnte und wollte, die Umstände würden ihn nicht lassen. Und so wurde das Regime gespalten und es kann morgen schon sein, dass sogar die Bemühungen der USA nicht ausreichen werden, um im Land eine relative Stabilität zu bewahren. Der Pressesprecher des Rechten Sektors, ein ehemaliger russischer Journalist, prophezeite Poroschenko ganz richtig, dass er nur minimale Möglichkeiten hat, wie Janukowytsch davon zu kommen, dafür gibt es eine Masse von Möglichkeiten für ihn, den guten Weg des Ehepaars Ceausescu zu wiederholen.

 

Das nächste Problem, dass von der Kontaktgruppe besprochen wurde – ist die Hilfe Deutschlands bei der Erneuerung der Wasserversorgung im Donbass. Eine sehr nützliche Initiative. Und das offizielle Kiew kann anscheinend nicht absagen – die Deutschen sind schließlich keine Russen. Allerdings würde die Junta die Wiederherstellung der Wasserversorgung am liebsten nicht zulassen, das Kiewer Regime hat sie gerade eben zerstört und wünscht das nicht. Wahrscheinlich dauerten gerade deshalb, als alle übrigen Fragen schon besprochen waren, die Verhandlungen der Wirtschaftsunterabteilung immer noch an. Die ukrainischen Diplomaten konnten überhaupt nicht verstehen, warum den Deutschen diese Wasserversorgung so wichtig war. Sie sollten sich doch besser mit Griechenland beschäftigen.

 

In letzter Minute, schon traditionell, erklärten die Volksrepubliken, dass wenn Kiew die Minsker Abkommen nicht erfüllen wird, sie dann eben ihren Teil von Minsk selbständig erfüllen. Hier handelt es sich um die lokalen Wahlen, ganz klar. Kiew forderte gerade, sie aufzuheben und bestand darauf, dass die Positionen der DVR und der LVR Minsk widersprechen. Und Donezk und Lugansk meinen im Gegenteil, dass die lokalen Wahlen, die sie durchführen werden, Minsk erfüllen und wenn es nicht nach der ukrainischen Gesetzgebung geschieht, so ist Kiew selbst schuld, denn es hat nichts unternommen, hat nichts vereinbart, hat nichts unterschrieben, kurz gesagt – es hat nichts gemacht. Man musste ohne Kiew arbeiten.

 

Die Reaktionen in Kiew waren auch alltäglich – die lokalen Patrioten nannten Poroschenko wieder einmal Verräter und forderten, “die verbrecherischen” Minsker Abkommen zu kündigen. Übrigens ist die Rada auch nicht dagegen.

 

Und wenn überhaupt etwas nicht standardmässig war, dann war es die Reaktion der russischen Garde-Patrioten. Früher versäumten sie solche informativen Anlässe, wie die Sitzung der Kontaktgruppe, nicht, um in Hysterie auszubrechen, was eine Woche vor der Sitzung begann und noch mindestens eine Woche danach anhielt. Wobei ihre Invektiven (Schmähreden, d.Ü.) eine gespiegelte Reflexion der Leiden der Kiewer Nazis waren. Nur quälte anstelle des Verräters Poroschenko und seiner «Mannschaft der Oligarchen», die russischen Dulder die verräterische Politik Surkows und des sich ihm anschließenden Putins. Gerade hatte man zu der Überzeugung gefunden, dass vor anderthalb Jahren, völlig im Geheimen, nach ihrer Version Surkow vertraulich im Begriff war, den Donbass abzugeben. Nach der Version der drei letzten Monate war es sogar schon Putin selbst, der unter den Einfluss Surkows geriet, um ganz konsequent den Donbass, die Krim, die Ukraine und dann auch noch das ganze Russland abzugeben. Wirklich, Putin und nicht Surkow, um diese ganzen Kleinigkeiten abzugeben ja, einfach so abzugeben.

 

Aber es sieht ihnen ähnlich, sogar die von der Hysterie blockierten Gehirne der Garde-Patrioten haben begonnen zu verstehen, was sogar die von ihnen verachteten ukrainischen Nazis gefühlt haben (und einige von ihnen haben es noch wesentlich früher verstanden). Sie sind gefallen!

 

Doch wenn in den anderthalb Jahre niemand den Donbass abgegeben hat, so muss man früher oder später erklären, warum das nicht geschah. Es ist, wie viel und wie lange auch immer möglich von der hervorragenden Kampffähigkeit der ukrainischen Armee zu reden und über den lächerlichen Rechten Sektor, der Poroschenko morgen vertreiben wird, oder auch darüber, dass das Kiewer Regime durch das Jahr Zombifizierung furchtbar gefestigt wurde und es geschafft hat, die ganze Bevölkerung der ehemaligen Ukraine in den Zustand des permanenten Russenhasses zu überführen. Aber früher oder später muß man erklären, warum sich die superstarke (sie steigern sich schneller, so die Garde-Patrioten, als die Landwehr) ukrainische Armee so tief in die Verteidigung eingegraben hat und nicht versucht, die Erfolge des Sommers 2014 zu wiederholen, als sie den Widerstand im Donbass fast erdrosselt hatte.

 

Man muss dann auch erklären, warum das ständig gefestigte Kiewer Regime und persönlich Poroschenko mit dem lächerlichen und kraftlosen Rechten Sektor im Laufe von zwei Wochen immer noch Gespräche führt, nachdem eine der Banden der Nazischmuggler die Neuverteilung des Marktes des Schmuggels mit einer Bande traditioneller Schmuggler in Transkarpatien begonnen hat, wo alle Schmuggler sind (einschließlich der gestorben und der noch nicht geborenen). Also und dann haben die Leute ein bißchen geschossen. Also und dann in der Stadt, also und dann aus einem großkalibrigen Maschinengewehr, also und dann auf die Miliz. Und was, ist denn das verboten? In Mariupol schossen sie doch auch, sogar aus der Kanone eines Schützenpanzers. Und auch auf die Miliz.

 

Man erkennt nicht so richtig, worin das Problem besteht? 30 oder 40 der frechsten Schmuggler, die die Auseinandersetzungen veranstalten und dadurch den Status Quo zwischen Transkarpatien und Kiew stören, muß man halt verhaften. In Transkarpatien übt man schon lange das traditionelle Gewerbe aus und wenn es notwendig ist, jemanden aufzuknüpfen, dann ist es eben notwendig. Und wenn man die formale Loyalität dem Zentrum gegenüber bewahrt, dann drückt Kiew dabei ein Auge zu. Hauptsache ist, dass dieses Gewerbe beim Schmuggel nicht die Grenzen überschreitet, was Drogen mit Flugzeugen oder Panzern betrifft. Aber nein, es stellt sich heraus, dass der Konflikt zwischen den gegenwärtigen Nazis und der quasi-Naziregierung in Kiew schon so tief ist, dass die Obernazis (ähnlich Jarosch) schon ebenso einfach, wie sie den Mord an Musytschko nicht bemerkt “haben”, der im Frühling des vorigen Jahres durchgeführt wurde, über den Streit hinwegkucken müssen. Um die Autorität in den Massen nicht zu verlieren müsste man ernsthaft handeln. Und trotzdem, sogar nach dem Besuch des Botschafters Payette in Transkarpatien und seinem persönlichen Versuch den Konflikt zu regeln, erklärte Jarosch auf dem Maidan in Kiew die Vorbereitung eines Referendums über einen Misstrauensantrag gegen die Behörden und über die Mobilisierung aller Kräfte des Rechten Sektors zu einer heilige Sache.

 

Natürlich, in Kiew trat er nicht vor Millionen auf. Aber es trafen sich dreihundert-fünfhundert Menschen. Und das waren viel mehr, als Mustafa Najem auf dem studentischen Maidan versammeln konnte. Etwa genauso viele hielten sich in den Tagen nach «der grausamen Vertreibung» durch Vermummte auf der Sofijewski Fläche auf, wie schon zu Zeiten des echten Maidans, in den drei Monaten vor dem Sturz Janukowytschs. Und lediglich dreißig-vierzig lächerliche Burschen mit Knüppeln stellte dort der Rechte Sektor davor. Schließlich verfügte sogar zur Zeit des Sturzes Janukowytschs der Maidan in der Mitte von Kiew nicht mehr als 3-5 Tausend Kämpfer. Um sich davon zu überzeugen reicht ein Blick auf die vielen Fotografien, auf denen die Fachkräfte der Chronik jeden winzigen Fleck erkennen. Die Kämpfer waren auf dem Maidan vom Berkut eingekreist, als Janukowytsch, der vor Angst den Kopf verlor, “den Steinadler” zurückgerufen hatte, wofür er fast mit seinem Leben bezahlt hätte, was dann infolge seiner feigen Dummheit an seiner Stelle jetzt schon Zehntausende Bürger der Ukraine taten und gleichzeitig noch Millionen in die Flucht trieb.

 

Jetzt hat Jarosch viel mehr Leute. Und diese Menschen haben viel mehr Waffen. Und wenn die Armee, der Sonderdienst, die Miliz, die Staatsanwaltschaft und die Grenztruppen Janukowytsch verraten haben und sollten jetzt auf Geheiß der Rebellen, ihren gewählten Präsidenten und Oberbefehlshaber fangen, wo ist dann die Garantie dafür, dass sie Poroschenko die Treue bewahren werden, den sie jetzt auch nicht mehr “mögen”, als Janukowytsch kurz vor seinem Sturz, als seine Legitimität bereits sehr niedrig war. Und ganz genauso wäre es, wenn Poroschenko versuchen würde, den Bürgerkrieg gegen “die Helden des Maidan auszulösen». In den vergangenen anderthalb Jahre haben die Armee und andere bewaffnete Organe viele ehrliche Offiziere verloren, dafür hat sich erwiesen, dass sie von den Nazis überschwemmt wurden, die Reihen der Militärs wurden infiltriert und sogar die Regierung in Kiew beschäftigte sich aktiv damit, weil sie befürchtete, dass ohne die Nazis die Militärs die verbrecherischen Befehle nicht erfüllen werden. Und diese Nazis gehören ideologisch und sozial eher zum Rechten Sektor, als zu Poroschenko.. Und die Eröffnung einer zweiten Front des Bürgerkrieges gegen ihre Brüder (wenn auch nicht mit Waffen, so doch mit der Vernunft), während sie im Donbass noch nicht gewonnen haben, das würde sie sehr verwirren.

 

Und noch einmal hat sich der Konflikt zwischen Korban und Saakaschwili, in Wirklichkeit zwischen Kolomojski und Poroschenko, verschärft. Der Konflikt, wie auch der Schmugglerkrieg in Transkarpatien, sind Eigentumskonflikte und ein auch nicht einfach aufzulösen. Einfach, weil das Eigentum nicht für alle reicht und seit langem fehlt und von Tag zu Tag immer weniger und weniger wird. Aber um innerhalb des Kiewer Serpentariums (Schlangengrube, d.Ü.) Frieden, Freundschaft und Zusammenarbeit zu finden, muss man schlagartig die Gesuche von allen befriedigen und sich dabei darauf vorbereiten, dass es nur der erste Schritt war – die Gesuche werden sich in geometrischer Progression und in rasender Beschleunigung der Zeit wachsen. Und schon können sogar die USA, die die Kontrolle der Situation ausüben, die ihnen unter den Fingern auseinanderkriechende Ukraine nicht mehr zusammenhalten. Zu viel und viel zu regelmäßig muss man einer viel zu großen Zahl von Interessenten etwas geben. Und in Washington hat man sich daran gewöhnt, zu nehmen.

 

Und hier haben die russischen Garde-Patrioten auch noch die Deutschen eingeführt. Die GP behaupteten, dass Russland gleich beginnen wird, der Ukraine die Kontribution (nach dem Völkerrecht die von der Bevölkerung eines Gebiets erhobene Steuer zur Finanzierung eines Besatzungsheeres.d.Ü.), einschließlich in Form der Bewilligung von Mitteln für die Wiederherstellung des an Kiew zurückgegebenen Donbass zu zahlen. Und hier stellt es sich heraus, dass der Donbass, der schon halb in Russland integriert ist, von den Deutschen wiederhergestellt werden soll. Wen interessiert es wem sie die Kontribution zahlen?

 

Im Allgemeinen bleibt den Garde-Patrioten gerade noch ein Argument: «Im Donbass kommen die Menschen um». Das ist die Wahrheit, sie kommen um. Nur, das sollte doch mittlerweile dem zauberhaftesten Idioten klar sein, dass man den Krieg nur dann schnell einstellen kann, wenn man mit den russischen Truppen die ganze Ukraine eingenommen hat. Die Landwehr würde dafür nicht ausreichen, sie käme ohne Unterstützung mit den angeeigneten Territorien nicht zurecht.

 

Insofern ich die ukrainische Armee richtig verstehe gibt es genug Kräfte, um sich in den großen Städten festzusetzen (einschließlich in denen mit einer ganz russischen Bevölkerung) und die Taktik der Landwehr zu wiederholen, den Gegner zu Straßenkämpfen einzuladen. Im weiteren gibt es zwei Varianten – das große Blut der russischen Soldaten (der russischen Staatsbürger, deren Interessen für die Führung der Russischen Föderation nicht auf dem zweiten Platz im Vergleich mit den Interessen der Russen im Ausland kommen kann), und das Vernichten des Feindes in den Steindschungeln im Regime der maximalen Schonung für die lokale Bevölkerung oder im Regime eines effektiv schnellen Endes auf die Städte mit Hunderttausenden wenn nicht sogar Millionen Einwohnern mit aller Macht der Artillerie und der Luftflotte einzuwirken. Ich fürchte, dass so gut die russischen Artilleristen auch schießen würden, die Opfer unter den Zivilisten würden in Tausenden, wenn nicht mehr, berechnet werden. Das heißt, für die Rettung der Bewohner von Donezk müssten die Bewohner Charkows (und auf dem Weg dahin auch die von Slowjansk) bezahlen.

 

Im Allgemeinen ist damit Schluß mit den Argumenten der Garde-Patrioten, ihre Befürchtungen haben sich nicht bestätigt und irgendeine hörbare Strategie als Ersatz für das von ihnen vielfach kritisierte Minsk können sie nicht anbieten. Es zeigt sich wieder einmal, dass der öffentliche hysterische Anfall während einer kurzen informativen Kampagne gut ist, er schon bei mittelfristiger Perspektive lächerlich wirkt, und er langfristig einfach langweilig ist.

 

So dass eine unerwartete Errungenschaft des letzten Treffens der Kontaktgruppe vor dem Hintergrund des alltäglichen Schematismus die politische Entkräftung der Argumentationen der Garde-Patrioten wurde. Jetzt ist es notwendig entweder seinen eigenen Bankrott anzuerkennen oder eine neue Konzeption zu «den verräterischen Plänen des Kremls» zu erdenken.

 

 

 

Untesrtützung für Newsfront

 

 


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