Neue Atomwaffenstrategie der USA: Stationierungen an Russlands Grenze zur „Androhung kleiner Atomkriege“

   Дата публикации: 23 июля 2015, 20:14

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Amerikanische B61-Nuklearbomben, Uncle Sam (Collage) // Wilhelm von Pax // CC-BY

 

Die US-Regierung hat abseits einer öffentlichen Debatte eine Nuklearstrategie entwickelt. Die öffentlich gewordenen Dokumente und Aussagen belegen, dass das US-Atomwaffenarsenal erneuert und technologisch verbessert werden soll, um schneller und effizienter gegen „Mächte wie Russland, China oder Iran“ einsetzbar zu sein – zur Abschreckung. In Kombination mit dem neuen ukrainischen Atomwaffen-Gesetz können die Kernwaffen so sogar bis an die Grenze Russlands verlegbar sein. Eine nukleare Aufrüstung über die Hintertür.

 

Quelle: Neopresse

 

 

An der Grenze gegen Russland

 

Schon seit längerem bereitet die NATO unter der Federführung der USA eine neue aggressivere Nuklearstrategie vor, um der „Aggression Russlands“ zu begegnen. Das erfuhr der britische „Guardian“ am letzten Mittwochabend aus Nato-Quellen. Nato-Vertreter ließen wissen, dass die Änderungen die stärkere Einbeziehung von Einheiten für nukleare Kriegsführung in laufende Manöver an den Grenzen Russlands sowie neue Richtlinien für eine nukleare Eskalation gegen Russland betreffen sollen.Es gibt eine ersthafte Sorge darüber, wie Russland sich öffentlich zu Nuklearfragen äußert. Daher gibt es in der Allianz eine ganze Menge Überlegungen über Atomwaffen“, sagte ein ungenannter Nato-Diplomat dem „Guardian„.

 

Dazu passt das neue ukrainische Gesetz mit der Bezeichnung „Gesetz über die Bedingungen der Streitkräfte anderer Staaten auf dem Territorium der Ukraine“, über das wir vor zwei Wochen berichteten. Darin heißt es, dass eine Stationierung von Nuklear- und Massenvernichtungswaffen auf dem Boden der Ukraine „bis zum Erreichen des Stationierungsziels“ legal ist. Vorher war dies per Gesetz ausgeschlossen. (NEOPresse berichtet).

 

Passend zur neuen NATO-Nuklearstrategie sind so längerfristige Stationierungen direkt an der Grenze zu Russland möglich, was für den Kreml eine riesen Sicherheitsbedrohung bedeutet. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass jenes neue ukrainische Gesetz ganz konkret im Zusammenhang mit möglichen US-Atomwaffenstationierungen auf ukrainischem Boden steht. Damit wären die Nuklearwaffen direkt an der Grenze zu Russland einsatzbereit.

 

 

„Kontrollierte nukleare Angriffe“

 

„Was genau sich die NATO und die USA unter der neuen Strategie vorstellen, wird in einemBericht des US-Amerikanischen Militär-Think-Tanks „Center for Strategic and International Studies“ (CSIS), der fast zeitgleich mit dem ukrainischen Atomwaffen-Gesetz und der neuen NATO-Militärstrategie veröffentlicht wurde, mehr als deutlich. Darin heißt es, dass die USA ihr Atomarsenal „für einen Krieg gegen Russland, China oder eine andere Macht“  leichter einsetzbar machen sollen. Das Militär müsse eine Nuklearstrategie entwickeln, die den Realitäten des 21. Jahrhunderts entspreche und sich auf eine neue Generation von taktischen Gefechtsköpfen und Trägersystemen stütze.

 

Der CSIS-Bericht argumentiert, hochentwickelte taktische Atomwaffen würden es Washington ermöglichen, kleinere Atomkriege anzudrohen und zu führen, ohne sich von der Gefahr eines nuklearen Holocausts abschrecken zu lassen. Dies würde die Sicherheitslage der USA und der Welt verbessern und für Abschreckung sorgen.

 

„Die Vereinigten Staaten müssen vielseitig einsetzbare Atomwaffen entwickeln“, schreibt das CSIS in dem Bericht, u.a. für „geringe Kollateralschäden, verbesserte Bestrahlung, ein Eindringen in die Erde, elektromagnetische Impulse und andere Dinge je nach Entwicklungsstand der Technologie“. Solche Fortschritte, heißt es in dem Bericht, seien die einzige Antwort auf die Erosion der amerikanischen technologischen Überlegenheit durch das Wachstum der chinesischen und russischen Atomarsenale und die Erweiterung des „Klubs der Atommächte“ um bis zu neun neue Staaten.

 

Nach der Theorie der „angemessenen Reaktion”, die das CSIS vertritt, würden hochmobile atomschlagfähige Einheiten „kontrollierte nukleare Angriffe“ führen und Bomben „mit geringen Nebenwirkungen, genauer Zielführung und Spezialeffekten“ auf feindliche Ziele abfeuern, ohne dass das zu einem umfassenden Nuklearkrieg führen müsste. Durch die „Stationierung robuster, zielgenauer nuklearer Reaktionsoptionen“ nahe am „Ort der Bedrohung“ könnten die USA taktische Atomschläge „auf allen Stufen der nuklearen Eskalationsleiter führen“, schreibt CSIS.

 

 

Die USA blieben verschont

 

Das Staatsgebiet der USA würde nach dieser Theorie von den Folgen eines regionalen Atomkriegs durch die Abschreckungskraft von Washingtons riesigem strategischem Abschreckungspotential verschont bleiben. „Kontrollierte“ atomare Konflikte, die von der amerikanischen Regierung initiiert würden, würden zudem keine nuklearen Kampfhandlungen umfassen, die sich gegen Nordamerika richten, oder von dort gestartet würden.

 

„Die amerikanische Heimat wäre von einer Reaktion der USA auf einen atomaren Angriff auf einen regionalen Verbündeten nicht betroffen“, heißt es in dem Strategiepapier.

 

Die wichtigsten Teile des CSIS-Berichts wurden von Clark Murdock verfasst. Murdock ist ein führender Stratege der US-Regierung und Analyst von CSIS. Er arbeitete schon vorher in hochkarätigen Strategie-Jobs bei der CIA, im Verteidigungsministerium, bei der US Air Force und am Nationalen Kriegs-College. An dem Bericht arbeiteten außerdem große Forscher- und Expertenteams mit, darunter Gruppen vom “Center for a New American Security” (CNAS) und der National Institution for Public Policy (NIPP).

 

Präsident und CEO des CSIS ist seit April 2000 der frühere stellvertretende US-Verteidigungsminister John Hamre. Im Board of Trustees (Aufsichtsrat) sitzen Angehörige des Verteidigungsministeriums, Investmentbanker, Vertreter von Wirtschaftsunternehmen, ehemalige Regierungsangehörige wieHenry Kissinger, Zbigniew Brzeziński, James R. Schlesinger, William Cohen und Brent Scowcroft sowie Wissenschaftler und Vertreter von Non-Profit-Organisationen. Obwohl mehrheitlich von Republikanern dominiert, wird das Gremium vom ehemaligen demokratischen Senator von Georgia und langjährigen Vorsitzenden des US-Senatsausschusses für Militärfragen, Sam Nunn, geleitet. Das CSIS hat etwa 220 Mitarbeiter und einen Etat von knapp 30 Mio. $ (Fiskaljahr 2010), von dem 85 % aus Stiftungs-, Privat- und Firmenspenden gewonnen werden. Der Rest stammt aus Publikationsverkäufen und Regierungsaufträgen.“

 

 

Untesrtützung für Newsfront

 

 


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