Ex-Präsident Georgiens wird Gouverneur in Ukraine

   Дата публикации: 31 мая 2015, 23:22

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Michail Saakaschwili Der ukrainische Präsident Poroschenko hat den in Georgien mit Haftbefehl wegen Amtsmissbrauchs gesuchten Ex-Staatschef Saakaschwili zum Gebietsgouverneur von Odessa ernannt.(Foto: dpa)

 

 

Georgiens Ex-Präsident Michail Saakaschwili wird in seiner Heimat per Haftbefehl gesucht. Jetzt soll er die ukrainische Schwarzmeerregion Odessa reformieren. Das Amt könnte dem Politiker als Sprungbrett dienen.

 

Odessa. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat den umstrittenen georgischen Ex-Staatschef Michail Saakaschwili zum Gouverneur der Schwarzmeerregion Odessa ernannt. Georgien, wo gegen Saakaschwili ein Haftbefehl wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch vorliegt, kritisierte den Schritt. Ablehnung kam auch aus Russland und von den moskautreuen Separatisten in der Ostukraine.

 

Poroschenko verteidigte die Ernennung. Saakaschwili habe Georgien modernisiert – das Gleiche erwarte er von dem 47-Jährigen in Odessa, dem wichtigsten Hafen der Ex-Sowjetrepublik. Saakaschwili sagte am Sonntag, er wolle besonders gegen den wuchernden Schmuggel in der Region vorgehen.

 

Der in den USA ausgebildete Politiker war von Beginn an aktiv bei den prowestlichen Maidan-Protesten in Kiew im Einsatz. Er trat immer wieder auch im Fernsehen auf. Beobachter in Kiew schließen nicht aus, dass das Amt für ihn als Sprungbrett für einen Regierungsposten nach der Kommunalwahl im Herbst dienen könnte. Poroschenko hat schon mehrere Schlüsselposten der krisengeschüttelten Ukraine mit Politikern besetzt, die nicht im Land geboren wurden — auch, um Korruption zu bekämpfen. Saakaschwili erhielt den ukrainischen Pass.

 

Der georgische Präsident Georgi Margwelaschwili sprach von einem unwürdigen Verhalten. Karriere sei seinem Vorgänger wohl wichtiger als Werte wie etwa die Staatsangehörigkeit Georgiens. Konstantin Dolgow vom russischen Außenministerium sagte, das Engagement von Saakaschwili werde im Fiasko enden. Die moskautreuen Aufständischen im Donbass sprachen von einer „Ohrfeige“ für Millionen Ukrainer.

 

Saakaschwili hat in der Ukraine studiert und dort zu Sowjetzeiten seinen Militärdienst geleistet. Nach der Rosenrevolution von 2003 war er Präsident geworden. Er verlor die Macht in dem in die EU und Nato strebenden Georgien 2013 wegen einer zunehmend autoritären Politik. 2008 hatte die Südkaukasusrepublik Krieg gegen Russland geführt und die abtrünnigen Gebiete Südossetien und Abchasien verloren.

 

Quelle: Handelsblatt

 

 

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