Rostislav Ischenko: «Wann hatte der Westen keine Angst vor Russland?»

Дата публикации: 21 Май 2015, 12:04

 

ischenko-rostislav

 

 

 

Quelle: Politikus.ru, Übersetzung und Ersterscheinung: Fit4russland

 
Rostislav Ischenko arbeitete im Aussenministerium der Ukraine und in der Präsidentenadministration. Jetzt ist er Analyst und Präsident des ukrainischen Zentrums für die Systemanalyse und Prognose.

 

 

Der Westen (Europa) hatte immer irrationale Angst vor den Russen

 

Obwohl die unmotivierten militärischen Aufmärsche der Russen nach Europa schon Anfang des 18. Jahrhunderts sein Ende genommen hatten.
Obwohl es nur die kleinen Zusammenstösse der angrenzenden Feudalherren waren, welche seinerzeit im ganzen mittelalterlichen Europa ebenfalls charakteristisch und alltäglich waren.
Obwohl die wirklich langfristig geplanten, grossen militärischen Aufmärsche der russischen Fürsten sich auf Byzanz bezogen. In Byzanz selber und im Osten generell , wo die Russen auch wirklich mit beneidenswerter Regelmässigkeit kämpften, fürchtete niemand den Russen. Sogar dann nicht, als die östliche Grenze Russlands sich langsam aber sicher vom Ural in Richtung Pazifischen Ozean bewegte, respektive verändert hat.

 

Es ist zwar nicht so, dass in östlichen Gebieten Russland gemocht, verehrt oder vergöttert wurde. Nein, jedoch lebten die östlichen Länder aber neben Russland in normalen nachbarlichen Beziehungen. Der Osten hatte Russland nie in einer Form dämonisiert.

 

Im Gegensatz zum Osten, fürchtete sich der europäische Westen dauernd vor «der russischen Aggression». Dieser Westen versuchte auch mehrfach, Russland zu zerstören. Er führte gegen Russland reine Aggressionskriege und in den letzten 200-300 Jahren wurde sogar mehrfach versucht, mit vereinigten Kräften gegen Russland vorzugehen. Jedes Mal musste Russland mächtig antworten, die russische Armee marschierte notgedrungen in Europa ein um dem Aggressor (ob Hitler oder Napoleon) in seiner eigenen Höhle den Todesstoss zu geben. Jedes Mal rief diese berechtigte Antwort, welche ganz klar von der westeuropäischen Aggression herbeigerufen wurde, die demütigende Schmeichelei «der zivilisierten Nationen» vor den Befreiern nach sich.

 

Aber es zeichnete sich auch jedes Mal das folgende Szenario ab.

 

Kaum wurde es klar, dass die Befreier weder auf Raub noch Mordzug waren, keine Sklaverei einführten, die Länder auch nicht ausgeplündert haben oder deren Kulturgüter ausgeraubt hatten, begannen sie recht schnell die Russen zu hassen. Den «Okkupant», welche sie sich selber durch ihre Aggression ins eigene Land geholt haben.

 

Die irrationale Angst und der Hass der undankbaren Geretteten seinen mehrfachen Retter gegenüber, bestimmt die Geschichte der russisch-europäischen Wechselbeziehungen der letzten 700 Jahre. Von jenem Moment an, als die Ivan Kalitya-Dynastie im Auftrag von Moskau begonnen hat, die tausend kleine Stücke, die Scherben des altrussischen Staates, welche die Mongolen und andere westliche Nachbarn an sich rissen, zu sammeln um die Einheit des russischen Volkes und seines Landes wieder herstellen. Die Europäer fürchteten die adäquate Antwort auf den Hass und die von ihnen organisierten Gräueltaten Russland gegenüber zu spüren zu bekommen. Die Europäer fürchteten die russische Kraft, deren Quelle ihnen unverständlich war, aber grenzenlos schien. Sie hassten die Russen für diese Kraft mehr und mehr.

 

 

Nur einmal in all den 700 Jahren haben die Europäer aufgehört, sich vor den Russen zu fürchten

 

Es ist am Anfang der neunziger Jahre geschehen. Als die unfähigen einheimischen Dummköpfe, welche die Partei und das Land leiteten, gestützt auf die Räte der einheimischen Verräter, die UdSSR in den Zerfall leiteten. Russland war nun endlich gedemütigt. Es hat mit den abgespaltenen Unionsrepubliken mehr als ein Viertel seines Territoriums verloren, war im scheinbar unendlichen Krieg gegen das kleine Tschetschenien stecken geblieben. Es hatte die Macht in den Regionen der lokalen kriminellen Elite abgegeben, welche sich schon als feudale Herrscher fühlten. Die zentrale Machtstelle in Moskau war nur über deren eigene Vormachtstellung gegenüber des unfähigen und dauernd betrunkenen Präsidenten besorgt und natürlich für die Plünderung des Landes. Es schien, Russland würde nie mehr aus diesem künstlichen Koma auferstehen. Erst jetzt hat der Westen aufgehört, Russland zu fürchten und zu hassen.

 

Sie haben aufgehört Russland zu fürchten, so sehr, dass das Ziel Russland den Todesstoss zu geben, den schwachen und feigen osteuropäischen Hyänen übergeben wurde. Den Polen, Schweden und Litauern, welche selber nur hinter dem Rücken der USA bellen können.

 

Auch die neuen Republiken, welche aus der ehemaligen UdSSR hervorkamen wie die Ukraine, Georgien, Aserbaidschan und Moldau und deren völlig korrumpierten und vom Ausland gesteuerten Eliten, versuchten ihr Glück in der «Russophobie». Und das auf eine noch extremere Art, als es ihre westeuropäischen Vorbilder waren. Mit dem vorgegeben Ziel, Russland vollständig vom europäischen Energieträgermarkt zu Verdrängen.

 

Die USA haben sich in der Zwischenzeit darauf spezialisiert, direkt in der Zone der russischen wirtschaftlichen Lebensader (postsowjetische Zone), diverse Putsch-Revolutionen zu organisieren und begannen damit auch direkt in Russland. Das Vorgehen war immer nach demselben Muster. Die Botschaften der USA in Moskau, Tiflis, Kiew oder Kischinau versuchten, die lokale Elite aufzuklären, wer Russland regieren soll, damit die USA glücklich werden können.

 

Das Europa, welches unter US Amerikanischen Wirtschaftsdiktat steht und sich aufgehört hat vor Russland zu fürchten, begann sich im postsowjetischen Raum wie auf dem eigenen Hinterhof zu benehmen. Der gesamten dortigen Elite, welche in ihrem Vertretungsbereich stand, degradierte es zu seinen Lakaien. Als dann in Russland langsam aber sicher wieder eine Stabilität Einzug erhielt, Russland sich zu widersetzen begann und einen Teil des postsowjetischen Raumes erfolgreich verteidigte und sogar eine neue Zollunion ins Leben rief, glaubte in den USA und in Europa niemand, dass dies von Erfolg gekrönt sein wird. Erst recht nicht, als dann sogar noch die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU, EAEU) entstanden ist. Aber als klar wurde, dass Russland tatsächlich aus dem Loch herausgekommen ist und sich wachgerüttelt hat, sich umschaut und selber entscheidet, wie es weiter machen will, hat sich der vereinigter Westen (Europa und die USA) an die unbekannte Quelle der unbeugbaren russischen Kraft erinnert, die den Russen unzählige Male half. Die Kraft, welche Russland auch in grösster Not verhalf, um aufzustehen und triumphierend in die Hautstädte jeglicher Aggressoren einzumarschieren.

 

 

Den Westen erfasste eine Panik

 

Sie stellen sich nicht die Frage, wessen Hauptstadt als erste die Befreier erwarten wird, sondern, wo werden die Russen sich eine Pause gönnen und ob die Tradition erhalten bleiben wird, laut welcher die Russen noch nie über den Atlantik kamen.

 

Die Panik und Hysterie, die unmotivierte Angst und der Hass sind nicht die besten Ratgeber. Der Westen hat begonnen, von Russland zu fordern, dass es sich freiwillig begraben muss. Genau in dasselbe Loch, aus dem es gerade mit viel Mühe herausgekommen ist. Und auch wenn Moskau zuerst keine schlechte Absichten in Bezug auf den Westen hatte, so hat Russland begonnen in der Entwicklung der Unangemessenheit (seitens des Westens) zunächst mit Erstaunen, und dann mit dem Reiz zu konstatieren, dass nur Worte nicht reichen werden.

 

Zum ersten Mal in der ganzen Geschichte der Wechselbeziehungen des Westens mit Russlands, hat der Westen nun wirklich Gründe, sich vor Russland zu fürchten. So wie der Westen sich benahm, als er sich vor Russland nicht mehr fürchtete, war für Russland ein Augenöffner. Besonders gut ist, dass Russland zum ersten Mal in der Geschichte dieser Wechselbeziehungen, die Illusionen des fairen Partners zu verlieren scheint und nun genau weiss, mit wem es zu tun hat.

 

Wenn Russland gegenüber dem Westen kein Mitleid und kein Vertrauen mehr hat, wird es endlich die Chance haben seinen unvermeidlichen Sieg so zu nutzen, dass der Hydra des Hasses, des Neides und der verblendeten Angst, welche vermeintlich unzertrennlich mit der westlichen Zivilisation verbunden ist, kann niemals mehr der Kopf nachwachsen.
8.Mai 2015

 

 

 

 

Untesrtützung für Newsfront


Комментировать \ Comments
ischenko-rostislav


bottom_banner_3
Pomosh
bottom_banner_1