Georgien: US-Truppen auf Manövern in Russlands «Hinterhof»

Дата публикации: 13 Май 2015, 15:28

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Ankunft der US-Fahrzeuge (hier ein Bradley) im Hafen von Batumi, Georgien / Bild: US Army in Europe

 

In Georgien üben dortige Truppen derzeit mit mechanisierten US-Einheiten. Ziel: Georgiens Armee soll fit dafür gemacht werden, eine Kompanie für die schnelle Nato-Eingreiftruppe bereit zu stellen.

 

Quelle: Die Presse

 

Von westlichen Medien weitgehend unbemerkt hat am Montag ein interessantes Manöver sozusagen in Russlands «kaukasischem Hinterhof» begonnen: Die Übung namens «Noble Partner» ist zwar größenmäßig nur etwa in Bataillonsstärke — es handelt sich allerdings um eine zweiwöchige, bilaterale Operation der Georgier mit mechanisierten Infanterieeinheiten aus den USA, insgesamt rund 600 Soldaten nehmen teil.

 

Ziel: Die Armee des kleinen Kaukasuslandes, das im Sommer 2008 einen kurzen Krieg mit Russland ausfocht, soll darauf vorbereitet werden, eine Infanteriekompanie für künftige Einsätze in der «Nato Response Force» zu stellen — das ist eine rund 25.000 Mann starke schnelle Einsatztruppe mit Land-, Luft- und Seekomponenten (die Landkomponente hat Brigadegröße und besteht derzeit primär aus deutschen, holländischen und norwegischen Verbänden; das gesamte System ist in Umstrukturierung und wird wohl erst 2016 wieder voll einsatzbereit sein).

 

Kein Nato-Mitglied

 

Georgien, das an Russland grenzt, ist nicht in der Nato, hat mit dem Militärbündnis aber seit langem eine spezielle Partnerschaft; eine Vollmitgliedschaft ist aufgrund erbitterten politischen Widerstandes der Russen und Bedenken der westeuropäischen Nato-Staaten vorerst ausgeschlossen. Tausende georgische Soldaten waren aber bisher etwa im Irak und in Afghanistan in Verband mit US- und Nato-Einheiten im Einsatz.

 

Das jetzige Manöver spielt sich auf und im Umfeld der Militärbasis bzw. des Übungsgebietes Vaziani ab, rund 20 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tiflis. Vaziani verfügt über eine große Flugpiste, die für große Transportflugzeuge geeignet ist; zu UdSSR-Zeiten war hier u. a. die 283. Fliegerdivision der 34. sowjetischen Luftarmee stationiert, nach Ende der UdSSR und dem Beginn der Unabhängigkeit Georgiens (heute rund 4,5 Millionen Bewohner) standen noch bis 2001 russische Truppen in Vaziani. Während des russisch-georgischen Kriegs im August 2008 wurde der Fliegerhorst von russischen Flugzeugen bombardiert.

 

Das jetzige US-Kontingent umfasst im Kern eine mechanisierte Infanteriekompanie der 3. Infanteriedivision, letztere hat ihr Hauptquartier sinnigerweise in Fort Stewart im US-Bundesstaat Georgia. Die besagte Kompanie war zuletzt in Bulgarien stationiert, nämlich im Rahmen der Nato-Operation «Atlantic Resolve», mit welcher US- und andere Nato-Truppen seit 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise symbolisch am Ostrand der Nato aufgebaut werden, etwa auch im Baltikum und Rumänien. Die US-Kompanie wird durch andere Verbände der US Army in Europa ergänzt, darunter eine Kompanie Fallschirmjäger der 173. Luftlandebrigade.

 

Die georgischen Abteilungen sind unter anderem mit BMP-2-Kampfschützenpanzern ausgerüstet; bei dem Manöver wird es auch Luftlandungen geben.

 

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Georgier erwarten ankommende US-Fallschirmjäger der 173. Airborne / Bild: army.mil

 

 

US-Schiffe haben vorige Woche unter anderem 14 «Bradley»-Kampfschützenpanzer und ein Dutzend anderer Fahrzeuge übers Schwarze Meer nach Georgien verbracht, nicht ohne von russischen Schiffen und Flugzeugen beobachtet zu werden. Georgien soll noch heuer mit einer Kompanie in der Nato Response Force vertreten sein, in dieser Truppe mischen auch andere Nicht-Nato-Staaten mit, etwa Schweden und Finnland.

 

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US-«Bradley» in Georgien / Bild: US Army in Europe

 

Der russisch-georgische Krieg (7. bis 16. August 2008) war seinerzeit wegen den von Georgien abtrünnigen udn von Russland unterstützten Regionen Südossetien und Abchasien ausgebrochen. Nachdem georgische Streitkräfte in einer Blitzaktion in Südossetien eingedrungen waren, startete Russland eine Gegenoffensive, die die deutlich unterlegenen Georgier warf und weit in eigenes Gebiet zurückdrängte.

Der kurze Krieg vom August 2008

 

Die georgische Armee war danach großteils zerschlagen, und die kleine Luftwaffe und Flotte des Landes praktisch völlig. Die russischen Verluste waren aber auch nicht unerheblich, so gingen mindestens 23 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge verloren und in der Luft ein halbes Dutzend Kampfflugzeuge, darunter mindestens drei Suchoi Su-25 «Frogfoot»-Erdkampffflugzeuge und sogar ein strategischer «Backfire»-Bomber (Tupolew TU-22M3).

 

Video aus dem Vorfeld des Manövers:

 

 

Untesrtützung für Newsfront


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