Warum die USA die Welt nie führen dürfen. Artikel von Henry Paul

   Дата публикации: 11 Апрель 2015, 01:03

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Quelle: topwar.ru

 

 

Ohne ein ethisch-moralisches Grundgerüst ist jeglicher Führungsanspruch ungerechtfertigt. Ein Blick auf die US-Außenpolitik – wie zum Beispiel derzeit bei den Atomverhandlungen mit dem Iran – zeigt uns, dass dieses den Amerikanern eindeutig fehlt. Umso wichtiger ist es, diesen Anspruch tagtäglich mit aller Vehemenz in Frage zu stellen.

 

Von Henry Paul

 

Führungsanspruch erklärt sich aus herausragenden Führungsfähigkeiten gepaart mit moralisch akzeptierten Führungsqualitäten und effektiven, nachvollziehbaren, werthaltigen  Führungshandlungen. Neben den Führungsqualitäten muss eine Führungsnation auch Management-Qualitäten aufweisen, die die anstehenden Aufgaben so organisiert, dass die Aufgaben effektiv – nicht effizient – erledigt und zur Zufriedenstellung gelöst werden. Diese beiden Säulen werden ergänzt durch eine weitere Eigenschaft, die manchmal in Vergessenheit gerät: Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Diese drei Säulen manifestieren einen denkbaren Anspruch auf solch überragende Eigenschaften, die in Zusammenhang mit festgestellten Taten von aller Welt als einmalig  und stilbildend angenommen werden können. Wenn wir diese Kriterien am politischen und tatsächlichen Wirken der USA anlegen, kommen wir zwangsläufig zum Ergebnis, dass die USA nie und unter gar keinen Umständen Führungsnation sein darf.

 

Eine Beurteilung würde erkennbar schlecht ausfallen. Die USA haben keine Führungsfähigkeit. Was sie in überaus großem Maße besitzen ist psychopathischer Zwang, andere Länder zu unterwerfen und zu unterdrücken. Also nicht zu führen, sondern sich totalitär über sie zu erheben und diktatorisch die Luft zu nehmen. Die USA haben keine Führungsqualität, weil sie alles unter Druck und Vorrang abhandeln wollen, obwohl gerade bei Führung, Hinwendung, Empathie und Zeit eine große Rolle spielen. Noch dramatischer wird es, wenn wir die Führungshandlungen untersuchen. Handlungen setzen wohl überlegte Pläne und Übereinstimmung mit den Handelnden und Betroffenen sowie Beteiligten voraus. Das Militär und das Außenministerium zeigen überall auf der Welt, dass sie das nicht können, sondern als Getriebene zum Obsiegen bei der geringsten Schwierigkeit sofort mit Pressionen und Erpressungen reagieren, den zu überzeugenden Partner also missachten, unter Druck setzen und rigide überrollen. Und wenn das nicht funktioniert, ihn mit Sanktionen, mit false-flag-actions und finanziellen Nötigungen zum Akzeptieren zwingen.

 

Dem voraus gegangen sind offensichtlich gravierende Managementfehler, denn seit 1946 kann die USA ihre Okkupationen, ihre Basen, ihre Geheimdienste, ihre Außenminister und ihre Präsidenten nicht managen, allzu oft gerät das notwendige Orchester in Missstimmung, spielen die einen den Marsch, wo es eigentlich zum Rondo aufzuspielen galt. Zur Unzeit die falschen Maßnahmen mit Kraft und Unwillen orchestriert hat noch keine Mannschaft zum Sieg geführt. So erlitten die USA in allen globalen Aktionen Schiffbruch, hinterließen Zerstörung, frozen-conflicts und unmessbare Tötungs-Massaker. Wenn das der Plan war – denn normalerweise managed man etwas, um es besser zu hinterlassen als vorgefunden – dann muss man den USA erst recht absprechen, Führung übernehmen zu dürfen. Dann ist sie nur Verbrecherstaat!

 

Nehmen wir als exemplarischen Fall die Interessen-Wahrnehmung der USA gegenüber dem Iran. Der Iran liegt erkennbar auf einem anderen Kontinent als die USA. Sie sind also keine Nachbarn, haben also normalerweise keine nachbarlichen Friktionen oder Auskommen miteinander. Dennoch bezeichnen die USA den Iran als weltgrößten Feind, der in die Knie zu zwingen ist. Gründe gibt es keine nachvollziehbaren. Außer, dass der Iran ein souveräner Staat ist, der sein Land und seine Leute so managed wie er das will. Das ist nun mal so, wenn man von souveränen Staaten spricht. Dem Iran gefallen die Regierungsgeschäfte der USA auch nicht so richtig. Das ist aber kein Grund, dass daraus unerbittliche Feindschaft wird. Es müssen also andere Gründe vorliegen. Die USA hatten vor x-Jahren zusammen mit der Sowjetunion den Iran besetzt und den damaligen Herrscher vom Thron gestoßen. Sein Sohn Reza Pahlevi wurde sein Nachfolger. Schon damals ging es ums Öl und die Vorherrschaft im Iran. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es fast zwangsläufig zum Bruch mit den britischen Öl-Besitzern, weil sie die immensen Gewinne alleine einstecken wollten. Der Iran verstaatlichte daraufhin seine Quellen. Divergierende interne, politische Interessen führten dann wenig später zum Staatsputsch unter US-Hilfe und der Schah musste fliehen. Die neue Führung behagte den USA auch wieder nicht, so dass sie kurz darauf den Schah Reza Pahlevi wieder installierten. Die Ölquellen kamen unter neue Leitung und das Ausland, allen voran die USA und Großbritannien konnten wieder am Ölreichtum partizipieren. Im Zuge dieser wirtschaftlich ertragreichen Situation stabilisierte sich der Iran zu einem fortschrittlichen, eher westlich ausgerichteten modernen Staat. Bis 1979 dauerte diese für den Iran sehr erfolgreiche Zeit an. Innerstaatliche Revolutionskräfte und das Nachlassen westlicher Fürsprecher führten dazu, dass der autokratische Schah sein Land nicht mehr regieren konnte und erneut das Land – diesmal für immer – verlassen musste und der Umbruch wurde durch einen stark religiös geprägten Führer (Chomeni) beendet.

 

Eine tiefe Rückwärtswendung und die Ausschaltung aller modernen Errungenschaften kennzeichneten den Iran ab da bis 1997. Der Iran kommt unter den sich nicht einigenden religiösen Führern nicht zur Ruhe. Die beste Voraussetzung für die USA und die UN, Druck auf Iran aus zu üben. Die USA benötigt mehr Öl. Die vorgeschobene Lüge, Iran sei jetzt dabei, proaktive Atombombenpolitik gegen die Welt und vor allem gegen Israel durchzusetzen, verschärft die Lage zusehends. Die internationale Atomenergiebehörde untersucht aber findet nichts Greifbares. Die USA bleiben bei ihrer Lüge.

 

In den vergangenen 20 Jahren der US-Öl-Absenz im Iran, entwickelt sich die USA zum angeblichen Weltführer, immer größer werdenden international raumgreifenden Militärstaat, der einen immensen Verbrauch an Öl hat. Die UN agiert seit 2000 ausschließlich im politischen Fahrwasser der USA. Von da an wird der Iran zum «gefährlichen Atomstaat» durch die USA hochstilisiert. 2005 mit der Regierung Ahmadinedschad gerät der Iran zusehends unter internationalen Druck, weil die internen und externen Äußerungen der Regierungsmannschaft nicht zu mehr Vertrauen, sondern zu mehr moralischem Widerstand führt. Der Iran beginnt sich wieder international zu emanzipieren. 2006 verhängen die UN eine Sanktion wegen der Weigerung des Iran, sich nach Völkerrecht am Atomsperrvertrag zu beteiligen – schon damals ein politisch sehr zweifelhafter Versuch, einen Staat zu erpressen, einem freiwilligen Vertrag zuzustimmen. 2010 und 2011 werden weitere Sanktionen aufgrund des Drucks der USA und den gefolgsamen UN verhängt. Der Iran wird wegen seines Atomprogramms wirtschaftlich total isoliert. Insbesondere die Sanktionen gegen alles, was mit Öl und Technik zu tun hat, wird in eine unendlich lange Sanktionsliste eingetragen.

 

Der Geheimdienst CIA weiß, dass der Iran keine Atomwaffen herstellt oder besitzt. Das Druckmittel «Atomstaat» dient nur der Lüge, um weitere Ächtungen und Isolierungen durch die USA und die UN voranzutreiben – so lange bis der Iran aufgibt. Das Druckmittel Sanktionen verstößt eindeutig gegen das Völkerrecht, weil ein Kriegsgrund vorliegen muss, was nicht sichtbar wird. Die USA betreiben aus internem Bedarfsdruck am Öl, dass mit Totalblockaden und totalen Wirtschaftssanktionen, unliebsame, nicht US-gefügige Staaten ins Verderben gestürzt werden können. Israel heizt den Konflikt an, um die Welt darüber zu täuschen, dass sie selbst schon lange Atommacht mit funktionierenden Atomwaffen sind. Und sie lassen sich weder kontrollieren, noch sind sie am Atomwaffensperrvertrag interessiert. Man sieht: was Mosche darf, darf Ahmad noch lange nicht. Wenn US-Politiker wie der Unterstaatssekretär Bolton öffentlich in der New York Times schreiben kann: «To stop Iran’s Bomb, Bomb Iran», dann erkennt jeder Laie, dass es hier um rigide Macht geht, um sonst nichts.

 

Die mehrfach angestoßenen US-Verhandlungen zur Aufgabe iranisch-aggressiver Atompolitik verlaufen immer wieder im Sand. Der Grund ist einfach: Der Iran wird bei diesen Verhandlungen immer aufgefordert, ihr ziviles Programm aufzulassen. Im Gegenzug versprechen die USA jedes mal, dass die Sanktionen erst dann gelockert werden, wenn der Iran folgsam ist und über Jahrzehnte die Bedürfnisse der USA befriedigt. So bis heute. Jede Verhandlung mit dem Iran fährt in dieselbe Rinne wie alle zuvor: Hier politischer Offenbarungseid gegen Nichts. So funktionieren Verhandlungen nicht, aber die USA wollen ihren Machtanspruch unbedingt durchsetzen: wenn die USA befehlen, müssen alle folgen. Diese Politik der Unterwerfung, der Unterdrückung und des Kriegs ist nicht normal!. Die USA kapieren nicht, dass ein souveräner Staat einem anderen souveränen Staat nicht folgsam sein muss. In den jetzigen sogenannten «Durchbruch-Verhandlungen» geht es wieder um die Aufgabe der iranischen Politik, um vielleicht in eine paar Jahren eine Lockerung zu erfahren. Die UN sind USA-folgsam, die IAEA ebenso. Egal, wie viele internationalen Organisationen durch die USA korrumpiert sind, souveräne Staaten müssen sich dem Kartell der Verbrecher nicht beugen.

 

Die 5+1 Verhandlungsführer bewegen sich nicht nur auf dünnem Eis, sondern sie haben auch nicht bedacht, dass im Frühling das dünne Eis dann geschmolzen sein wird. Bis zum Signatur-Datum im Juni ändert sich alles. Dem Iran ist bis dahin klar, dass sie sich wieder einmal bedingungslos beugen müssten. Die UN müssen sich bewegen und die USA müssen sich bewegen, nicht der Iran. Die Sanktionen sind widerrechtlich, sie sind staatszerstörend, sie sind eine politische Bankrotterklärung der ölkonsumierenden westlichen Welt. Die Sanktionen gegen den Iran sind ungerechtfertigt, sie sind übervorteilend, sie sind ausschließlich zur Machtgewinnung und Machtdemonstration eines völlig kaputten Staates USA, um der Welt ihren psychotischen Willen auf zu zwingen. Der Iran ist keine Bedrohung für die Welt und keine Bedrohung für Israel. Umgekehrt schon. Die Spirale der gegenseitigen Vorwürfe ist dysfunktional, unpolitisch und führt nur zur Verschärfung. Israel muss sich vorhalten lassen, dass ihre anhaltenden Handlungen im Palästina-Konflikt und in Vorderasien beweisen, dass sie Verbrecher und Zerstörer sind statt Friedensstifter. Wie der Vergewaltiger, der dem Opfer ein Messer an die Kehle hält.

 

Wenn gleichzeitig zu den Iran-Verhandlungen in den USA ausgiebig über Bunkersprengende Waffen debattiert sowie veröffentlicht wird, kann man erkennen, wie sehr die USA ihren Verhandlungspfad der Pressionen und des Drucks weiter betreiben. Der Fall Iran wird die Öffentlichkeit noch eine Weile in Bann ziehen; ich vermute aber, dass nichts wirklich Neues dabei herauskommen wird, denn das Versagen der politische Erpressung findet immer dann ihren Meister, wenn eine Vertragspartei wesentlich mehr Intelligenz besitzt als die andere. Das ist hier deutlich zu beobachten. Iran ist nicht nur selbstbewusst, sie sind definitiv intelligenter als die USA. Dieses Beispiel für US-politisches Versagen durch falsches Management, durch schlechte Führung und schlechte Verhandlungspolitik verdeutlicht den misfit der USA als Führungsnation. Gleichgelagerte Beispiele sind Kuba, Russland, Libyen, Venezuela, Argentinien, Thailand. An all diesen Fällen kann man ablesen, dass die USA nur zwei Instrumente des Managements haben: Massen-Bombardierung durch die Luftwaffe oder Geheimdienst-Revolten. Dass die USA nur ein einziges Führungsinstrument haben: Erpressung. Wer dergestalt Weltpolitik machen und gleichzeitig moralisch an der Spitze stehen will, decouvriert sich selbst als mock-off!

 

Das Abziehbild USA als Führungsnation hat schon lange ausgedient. Was jetzt noch passieren muss, ist die Wiederherstellung der gebeugten Nationen, die bisher dem Willen der USA folgten und eine großen Teil Mitschuld an den Weltkriegen diversester Art haben. Auch diese Vasallen haben sich überlebt. Sie sind in die Falle der billigen Verheißungen getappt, weil sie sich aus Faulheit, aus Dummheit, aus Angepasstheit, aus Anbiederung und aus niederen Korruptionsmotiven heraus den USA gefügig gemacht hatten. Der Frieden durch die USA wird nicht gebraucht; deren Demokratie ebenso wenig. Der wirtschaftliche Erfolg wird aufgrund der US-Hilfe nie eintreten. Die Versprechen und Verheißungen der USA sind Glitter und grüne Tinktur: Überbleibsel der Cowboy-Jahrmärkte vergangener Zeiten; freche Lügen, geplante kriminelle Handlungen zum widerrechtlichen Erreichen von Vorteilen. Im normalen Leben würde man von Betrug, Vorteilsnahme und Abschaum sprechen. Die Führungsnation USA steht nackt da. Jeder kann es jetzt erkennen. Schamvoller Rückzug und Insichgehen ist gefragt. Neuorientierung und Lernen, wie man sich in der Welt anständig verhält.

 

Quelle: Contra Magazin


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