Jazenjuk hat zwei Fragen an Deutschland: Wann findet der Krieg statt und wo ist das Geld?

   Дата публикации: 04 апреля 2015, 16:51

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Der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk reiste nach Deutschland. Über seine Erwartungen vom Treffen mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel berichtete im Interview mit Pravda.ru der ukrainische Politologe und Publizist Jurij Gorodnenko.

 

„Deutschland besetzt die Schlüsselposition in der EU und ist einer der wichtigsten Parteien der Minsker Abkommen. Heute geht es darum, dass der Krieg im Osten der Ukraine weitergeführt wird und somit Minsker Abkommen nicht eingehalten werden. Zudem liefern die USA nun aktiv Waffen an Kiew. Verständlich, dass dies Aufnahme der Kriegshandlungen bedingt. Ich bin der Meinung, dass eins der Ziele Jazenjuks ist, Deutschland dazu zu überreden, die Kriegshandlungen im Osten der Ukraine fortzusetzen. Der zweite Punkt betrifft die finanzielle Lage in der Ukraine. Die Staatsverschuldung der Ukraine erreichte im Februar beinahe 100 Prozent. Im Grunde ist Ukraine pleite. Deswegen fährt Jazenjuk nach Berlin, um den faktischen Entscheidungsträger über die EU-Finanzen um finanzielle Unterstützung zu bitten“, berichtet Jurij Gorodnenko.

 

Während seiner Rede bei der Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin meinte Jazenjuk, dass diplomatische, politische, finanzielle und wirtschaftliche Lösungswege des Konflikts im Ostens des Landes durch die Stärke der ukrainischen Armee abgesichert werden müssen und bat um Waffenlieferungen zur „Verteidigung“. Der Korrespondent der Pravda.ru präzisierte, ob dies ein Versuch ist, Europa in einen Konflikt hineinzuziehen.

 

„Jazenjuk kann Europa nicht so einfach in einen Konflikt hineinziehen, da er keine Macht besitzt. Die USA könnten Europa zu einem Konflikt drängen, jedoch wehrt sich Europa bis jetzt dagegen. Obwohl Deutschland einer der Gesprächspartner bei den Gesprächen in Minsk war, unternimmt es nichts, um eine Deeskalation herbeizuführen, Deutschland sieht am Rande des Spielfelds zu“, merkte Jurij Gorodnenko an.

 

Der Korrespondent der Pravda.ru fragte nach, ob die Deutschen tatsächlich daran glauben, dass von Russland eine Gefahr ausgehe, so wie es Jazenjuk suggeriert.

 

„Es kommt darauf an, über wen wir dabei sprechen, über die politische Elite Deutschlands oder das gewöhnliche Volk. Die politische Elite teilte sich in zwei Gruppen auf. Die Erste vertritt tatsächlich nationale Interessen und versucht Deutschland als unabhängigen Spieler zu positionieren. Der zweite Teil wird vollständig von den USA kontrolliert. Es ist kein Geheimnis, dass Deutschland ein besetztes Land ist, und eine ganze Generation der Politiker durch Amerikaner vorbereitet wurde. Der Teil, der gekauft wurde, führt seinen Auftrag aus, der andere Teil kann sich einfach nicht durchsetzen. Ich rede dabei über Ex-Kanzler wie Gerhard Schröder und Helmut Schmidt. Der gesamten politischen Elite sind die Abläufe aber sehr wohl bewusst“, betonte Jurij Gordonenko.

 

Der Politologe merkte an, dass der Teil der Politiker, der für ein unabhängiges Deutschland ist, pragmatisch agiert.

 

„Heute ist es rentabel, mit Europa zu kooperieren, also wird mit Europa kooperiert. Würden die USA nicht ihre politischen und wirtschaftlichen Positionen verlieren, würde sich diese Gruppe vollständig an ihnen orientieren. Falls es um die gewöhnlichen Menschen geht, so wurden ihnen jahrhundertelang russophobische Ideologien aufgedrängt. Während der Zeiten des Kalten Kriegs wurden ständig Horrorgeschichten darüber erzählt, dass Kommunisten kommen und Enteignungen durchführen würden. Nach dem Kalten Krieg stellte man Russland als ein Banditen-Land dar, aus dem nur Mafiosi kommen, die Verbrechen begehen. So sehen Europäer Russland weiterhin als die Quelle der Gefahren von früher.“

 

Jurij Gorodnenko betonte, dass man diesen Besuch nicht überbewerten sollte, denn Deutschland ist nun mal kein unabhängiges Land, so ist es nur eine Frage der technischen Aufgaben. Jedoch sei die Frage wichtig, ob Deutschland auch weiterhin seine Unzufriedenheit zeigt oder sich ganz den USA unterwirft und deren Politik verfolgt.

 

„Allerdings ist Jazenjuks Stellung momentan sehr wackelig, ich bezweifle, dass er seine Aufgaben gut erfüllen kann, vielmehr ist er momentan um sein politisches Überleben sowie um die Frage besorgt, ob er weiterhin die Rolle des Ministerpräsidenten ausführen darf oder ob ihn Amerikaner aufgeben, und er ins Gefängnis kommt“, sagte der Politologe abschließend.

 

Russischer Originalartikel: pravda.ru

Übersetzt von: Tatiana Parmaksiz

 

Deutsche Quelle: Buergerstimme


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