Staatskrise: Zerfällt die Ukraine komplett?

   Дата публикации: 27 Март 2015, 16:22

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Mögliche politische Aufteilung der Ukraine. Bild: Pikabu.ru

 

 

Nicht nur in Donezk und Lugansk gibt es Bestrebungen, sich von der Kiewer Zentralgewalt zu lösen. Auch andere Regionen fühlen sich von der jetzigen Politik in Kiew absolut nicht mehr vertreten. Hinzu kommt noch Ex-Gouverneur Kolomoisky, der sich den Oblast Dnjepropetrowsk unter den Nagel reißen könnte. Die Lage wird immer unübersichtlicher.

 

Von Marco Maier

 

Die Oblaste Donezk und Lugansk, die seit Monaten hart umkämpft sind, dürften nur der Anfang sein. Benachbarte Gebiete die noch unter Kontrolle der ukrainischen Armee stehen, dürftenzumindest stark von Sympathisanten für den Kampf der Rebellen gegen das nationalistische Regime durchsetzt sein. Doch nicht nur der Osten des Landes stellt sich gegen Kiew – auch im Westen des Landes wächst der Widerstand gegen die ruinöse Politik der Oligarchenriege.

 

Transkarpatien sprach sich schon im letzten Jahr für mehr Selbstverwaltungsrechte aus, was ja die Vertreter von Donezk und Lugansk anfangs auch wollten. Nach der faktischen Kriegserklärung Kiews an den Südosten, verstummten jedoch die Forderungen. Vorhanden werden sie jedoch immer noch sein. Selbst in Lemberg – einer Hochburg der ukrainischen Rechtsextremisten – wächst der Unmut. Inzwischen sprechen sich dort immer mehr Menschen dafür aus, eine Rückkehr des Gebietes zu Polen zu erwägen.

 

Selbst Igor Kolomoisky, der aufgrund seiner Differenzen mit Präsident Poroschenko um seine Entlassung gebeten hat (wie es offiziell heißt), spielt offenbar mit dem Gedanken, den Oblast Dnjepropetrowsk von Kiew abzuspalten – und erhält dabei (wohl aus taktischem Kalkül) verbale Unterstützung aus dem Donbass. Immerhin dürfte es den Rebellen dort deutlich lieber sein, wenn der Oligarch seine Söldnertruppen gegen Kiew schickt als gegen die eigenen Leute.

 

Nun stellt sich die Frage, ob die ganzen Gebiete der Westukraine, die eigentlich stets die Hauptunterstützer des politischen Umsturzes waren, tatsächlich diesen Schritt wagen werden. Auch wenn die Motivationen hinter der Ablehnung der Politik Kiews dort sicherlich eine andere ist als im vorwiegend russisch besiedelten Osten und Süden, so zeigt sich doch ein zunehmender politischer Zerfall in der Ukraine. Angesichts dieser Entwicklungen wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die osteuropäische Landkarte in einigen Jahren deutlich anders aussehen könnte als heute.

 

Quelle: Contra Magazin

 


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