«9 TAGE IM MÄRZ» — TAGEBUCH EINES FREIWILLIGEN AUF DER KRIM 2014

Дата публикации: 26 Март 2015, 23:39

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REMEMBERS EXKLUSIV

Am 16. März 2014 antwortete die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung der Krim und der autonomen Stadt Sewastopol auf dem berühmten Referendum auf die Frage “Sind Sie für die Wiedervereinigung der Krim mit Russland als ein Subjekt der russischen Föderation?“ mit einem eindeutigen „Ja“. So endete die langersehnte Wiedervereinigung der russischen Menschen mit ihrer Heimat, mit Russland…

 

3 Wochen davor war dieser Ausgang jedoch noch nicht vorauszusehen. Dies wurde vom Krimer Wiederstand vor dem Regionalratsgebäude am 26. Februar 2014 entschieden. Hier bildete sich damals die Grenze zwischen „Gut und Böse“. Hier entschieden sich die Menschen, bis zum Ende zu kämpfen. Für ihr Zuhause, für ihre Freunde und für ihre Familien.

 

Unter den Verteidigern der Krim waren viele Freiwilligen. Sie kamen nicht nur aus der Ukraine, sondern auch aus verschiedensten russischen Ecken. Hier waren auch Vertreter des verbrüderten Volkes anwesend — die Serben.

 

Doch was hat diese Menschen damals dazu bewegt, als Freiwillige der Krim beizustehen? Wie kamen sie zu dem Entschluss, mit der schwarz-roten Pest (Farben des Rechten Sektors) des Maidans bis zum Schluss kämpfen zu wollen?

 

Folgendes Tagebuch eines Freiwilligen, der in den Zeiten des Umbruchs auf der Krim bei der Simferopoler Volksselbstverteidigung war, gibt nicht nur auf diese Fragen aufschlussreiche Antworten, sondern lässt dabei auch wunderbar direkt in die Geschehnisse der entscheidenden Tage auf der Krim sowie in die Seelen und Köpfe der Krim-Einwohner hineinblicken.

 

 

8. MÄRZ: TAG 1

 

«Es waren, untertrieben ausgedrückt, spartanische Lebensbedienungen»

 

Ich und Kostja wurden der 7. Kompanie zugeteilt. Das ist eine der zwei aktiven Kompanien. Die zweite ist die 10. Kompanie. Wenn man aber von der tatsächlichen Anzahl der Freiwilligen ausgehen würde, dann wären es keine Kompanien mehr, sondern ein ganzer Zug.

 

Aber ok. Hauptsache, dass wir nicht in die «Hundertschaften» (Aufteilung in den ukrainischen Freiwilligenmilitäreinheiten, wie auf dem Maidan) eingeteilt waren. Den Rest des Tages haben wir zur Übung marschiert. Wir haben uns in einem der örtlichen Armeequartiere stationiert, im Empfangszimmer der Partei „Russische Einigkeit“. Es waren, untertrieben ausgedrückt, spartanische Lebensbedienungen.

 

 

«Die Bandera-Anhänger sind nur dann mutig, wenn sie in der Überzahl sind»

 

Wir haben Bandera-Anhänger gesehen. Sie haben sich vor einer örtlichen Militärstation getummelt, die sich nicht ergeben hatte. Aber hier tut den ukrainischen Soldaten keiner was an. Sie stehen hier ihren Dienst. Wie immer. Die „höfflichen Menschen“(russisches Militär) sind nicht zu sehen. Ca. 13 Polizisten standen im Dienst vor einem Zaun. Einer unserer Aktivisten diskutierte über einen Megaphone mit quickenden Clows, die hätten jeden Moment eine Schlägerei anzetteln können. Aber die Bandera-Anhänger sind nur dann mutig, wenn sie in der Überzahl sind. Viele von ihnen sind vermummt. Wahrscheinlich sind sie übermutig und deswegen erwarten sie von uns das gleiche Verhalten, welches sie in Kiew und anderen ukrainischen Städten sonst an den Tag legen. Und nur eine Stunde später zog jemand die ukrainische Flagge als Trophee auf dem Boden hinter sich her. Ein Einheimischer zeigte uns noch eine Trophee.

 

 

«Die Krim ist fest in der Hand der „höfflichen Menschen“ und keiner würde sich hier trauen zu randalieren»

 

Im Allgemeinen hatte ich das Gefühl, zu spät hier angekommen zu sein und jetzt nur eine Statistenrolle zu haben. Die Krim ist fest in der Hand der „höfflichen Menschen“ und keiner würde sich hier trauen zu randalieren. Ich denke, dass es kurz vor und nach dem Referendum interessanter wird. Ich muss unbedingt das Ticket auf den 17. umtauschen.

 

Man hat mich zum Schlafen in die „Russische Einheit“ geschickt. Da mich niemand darauf hingewiesen hat, dass der Boden dort warm abgedichtet ist, habe ich mich auf 2 Stühlen zum Schlafen gelegt. Das Aufwachen auf so einem Schlafplatz ist wie eine Erlösung… Und so verbrachte ich meinen ersten Tag bei der Selbstverteidigung.

 

 

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9. MÄRZ 2014: TAG 2

 

«Das Volk spielt „die großen Heerführer“

 

Dieser Tag war schon interessanter. Das Volk spielt „die großen Heerführer“: Besprechungen finden statt. Aber es gibt keine Matratzen zum Schlafen für die Freiwilligen von außerhalb. Unsere Kompanieführer sprachen heute beschämt davon. Es kursieren Gerüchte, dass wir nach dem Ablegen des Eides Schutzwesten, Uniform und Waffen kriegen. Andererseits ist es noch unklar, ob die Russen, die schon in der russischen Armee gedient haben, das Eid ablegen sollten. Denn die unausweichliche Wiedervereinigung mit Russland rückt immer näher (man spricht sogar davon, dass es schon beschlossen wurde). Aber ok.

 

Heute fing für uns die Arbeit an, wir haben nämlich die ankommenden Züge kontrolliert. Und unsere Kompanie war besonders gut, denn unserer Zhenja erwischte einen Bandera-Anhänger. Der hat sich auffällig verhalten und es stellte sich heraus, dass er 52 ukrainische Flaggen mit sich fuhr. Nun, das hat dann wohl nicht geklappt. Aber zu Zhenja ist er wirklich super. Seine Größe und Kraft vereinigen sich bei ihm mit einem hohen sozialen Verantwortungssinn. Er sagt, ohne Mithilfe würden die Russen in dieser Welt untergehen. Und da hat er Recht (für die Menschen auf der Krim ist es aktuell, aber wer würde in Moskau schon einem anderen helfen? Ich bin selbst so oft schon vorbei gegangen, obwohl ich meine Hilfe anbieten hätte anbieten oder einen Randalierer aufhalten können) Aber Zhenja ist da anders. Eines Abends hat er gesehen, wie ein tatarischer Junge Benzin abgezapft hatte. Den hat er abgemahnt. Natürlich hat er ihm nichts getan, aber der Junge hat sich sehr erschrocken.

 

 

«Jetzt verstehe ich sehr gut, dass man als Verteidiger sehr gute Nerven braucht»

 

Jetzt aber zurück zum Dienst am Bahnhof. Mein „Fang“ war sehr klein. Ich erwischte einen Kanadier, der zwar kein Journalist war, aber ein Stativ mit sich herumtrug. Wir haben noch einen Unverschämten angehalten. Er schien ein bekannter Blogger zu sein. Er war sehr selbstbewusst und hat sich aufgeregt. Jetzt verstehe ich sehr gut, dass man als Verteidiger sehr gute Nerven braucht, denn ich hatte unheimlich große Lust, ihn in den Asphalt reinzurollen.

 

Für die zweite Hälfte des Tages wurden wir zum Blockieren des Einganges in einen Marinestab geholt. Ich habe mich nochmal daran erinnert, dass ich kein guter Tourist bin. Denn ich habe weder eine Mütze noch einen Schlafsack mitgenommen, also muss ich sie hier kaufen.

 

 

«Die Offiziere hatten Angst, alles zu verlieren, wenn diese auf die Seite der Krim wechseln»

 

Wir haben gesehen, wie die ukrainischen Soldaten Dokumente verbrannten und Schutzwalle aus den Reifen bauten. Sie haben noch einen Schutzwall aus den Säcken gebaut. Der ist allerdings zum Abend auseinander gefallen.

 

Die Offiziere haben abends zugegeben, dass sie die Soldaten nicht festhalten wollen. Sie haben nur Angst, alles zu verlieren, wenn diese auf die Seite der Krim wechseln. Denn sie sind 5 Minuten vor der Rente entfernt. So ist einer der Soldaten einfach mit seinen Sachen über den Zaun zu uns gesprungen. Gut gemacht! Es ist eine Heldentat, wenn man bedenkt, wie sehr die Ukrainer zoombiert werden. Wie die Japaner, die während des russisch-japanischen Krieges Angst von den Kosaken hatten, weil sie die Kriegspropaganda-Plakate gesehen hatten. Der Stab wird sich uns bald ergeben: Die Soldaten verbrennen Dokumenten und nach dem 16. (März) werden sie einen Teil des Stabes stürmen und uns bitten, dies den Ukrainern in die Schuhe zu schieben. Oder sie ergeben sich selbst und werden dann wieder normal.

 

Nachmittag kam ein LKW angefahren und lies 2 Blöcke vor der Einfahrt liegen. Die Ukrainer werden uns nicht entwischen. Wir haben sie vom Dach der örtlichen Feuerwehr beobachtet – die Jungs sind für uns. Wir sind auf das Dach geklettert und haben den Hof aus einem Papierkarton-Loch beobachtet, damit unsere Köpfe sich vom Himmel als Hintergrund nicht abzeichnen würden. Wir wollten sogar ein richtiges Equipment zum Beobachten holen, haben es aber dann sein lassen. Die Leute aus der Stadt haben uns abends warme Sachen gegeben, so konnte ich doch noch wie ein Gott auf dem warmen Boden unter 2 Decken schlafen.

 

 

10. MÄRZ 2014: TAG 3

 

«Die Schaffner aus Lwow verstanden absichtlich unsere Sprache nicht»

 

Und wieder sind wir am Bahnhof. Diesmal kontrollierten wir nicht die Passagiere, sondern die Zugwägen. Wir waren zudritt. Ich, Iljuscha (ein Freiwilliger aus Sankt-Petersburg) und Anatolij (undurchsichtiger Typ, unserer Kompanieführer mochte ihn nicht). Wir wurden der Gruppe der örtlichen Polizisten zugeteilt. Unsere Aufgabe war es, die Innenräume der Zugwägen durchzusuchen, um nach Waffen und Propagandazeug der Maidan-Anhänger zu suchen und diese zu beseitigen. Als ein Zug aus Kiew kam, haben wir noch alle zusammen gearbeitet. Aber als ein Zug aus Lwow kam, haben wir ihn nur zudritt durchgesucht.

 

Ein Zug besteht durchschnittlich aus 12 Wägen, meistens mit je 10 Abteilugen. Ich alleine habe 7-8 Wägen durchgesucht. Wir sind durchgegangen, haben die Lücken oben angeschaut, öffneten ein paar davon, auch die Abstellräume und ein paar Decken auf den Fluren – also alles in einem war es ein super Work-Out. Wir haben keine universalen Schlüssel bekommen, deswegen mussten wir jeden Schaffner jedes Mal bitten, uns die Schlüssel zu geben. Die Schaffner aus Lwow haben sich dämlich gestellt und verstanden absichtlich unsere Sprache nicht. Obwohl es auch ein paar neutrale Schaffner gab. Aber einer von denen fragte mich mit einem Lächeln nach der «Himmelhundertschaft» (100 getötete Protestierenden während des Maidans in Kiew) und versprach sofort, dass es auf der Krim auch eine «Himmelhundertschaft» geben wird. Auf die Frage, ob er das Video sah, welches zeigt, wer auf dem Maidan wirklich geschossen hatte, sagte er «Nein», weil er viel arbeite. Aber er sei sich sicher, dass Janukowitsch daran Schuld ist. Egal. Es lohnt sich nicht, solchen Menschen etwas zu beweisen versuchen.

 

Und unsere Suche ergab nichts. Die Jungs aus unserer Kompanie, die die Passagiere durchsuchten, haben auch nichts gefunden. Gestern war ein erfolgreicherer Tag. Es sieht so aus, dass wären es die letzten Zügen des Kontinents. Es sind nur wenige Passagiere. Man munkelt, dass die Züge nur solange auf die Krim fahren, bis das letzte bezahlte Ticket eingelöst wird.

 

 

11 März 2014: Tag 4

 

«Die Jungs haben einen mit der ukrainischen Flagge erwischt. Er hatte sie nicht mehr alle»

 

Und wieder Dienst am Bahnhof. Die Zivilisten, nicht nur die Touristen, werden schon bei unserem Anblick nervös. Es liegt wohl daran, dass sie uns nicht zuordnen können und unsere Unerfahrenheit kommt von Zeit zu Zeit durch. Heute haben wir keine Erfolge am Bahnhof verzeichnen können. Und es hat sich herausgestellt, dass uns gestern 8 entwischt sind. Sie sind in die entgegengesetzte Richtung vom Bahnstieg gegangen und wir hatten wohl nicht alles abgesperrt.

 

Wir haben in einer Wohnung übernachtet, wo es warmes Wasser und Internet gab. Ich habe mich erkältet. Ich habe wohl doch einen Luftzug erwischt, als ich auf dem Boden schlief. Ijuscha hat auch geschnarcht. Er fühlt sich aber wesentlich besser. Meine nicht vorhandene Erfahrung als Tourist verschlimmert meinen Schnupfen. Ich habe mir nämlich in meinen Kampfstiefeln Blasen geholt. Jetzt kann ich schlechter laufen.

 

Plötzlich rief man uns zum Stab, da war wohl etwas passiert. Es hat sich aber als falscher Alarm erwiesen. Dafür haben die Jungs unterwegs einen mit der ukrainischen Flagge erwischt. Er hatte sie nicht mehr alle, denke ich. Deswegen war er allein mit der Flagge unterwegs. Er widersetzte sich uns, so mussten wir ihn zudritt ins Stab bringen. Wolodja aus Sak hat schon auf so einen gewartet. Vielleicht kann er uns ja etwas Nützliches erzählen.

 

 

«In den nazistischen Gruppen erweisen sich die Frauen als die aggressivsten»

 

Am späten Nachmittag folgte dann die nächste Provokation. Ein paar der örtlichen Studenten der Journalistik haben „Interviewaufnahme“ gespielt. Sie haben die Bewohner befragt und sie dabei gefilmt. Dabei trugen sie ukrainische Bändchen. Zum Glück konnten die Erfahrensten unter uns sie aufklären und dazu bewegen, dies zu beenden. Unter den Studenten gab es ein paar Mädels. Zwei waren in Ordnung, die eine erstickte förmlich vor Hass. Wir haben schon vor langer Zeit bemerkt, dass in den nazistischen Gruppen die Frauen sich als die aggressivsten erweisen. Und die Jungs waren noch besser, sie haben sich einfach hinter den Mädels versteckt und gaben hinter ihren Rücken etwas von sich zu hören. Ach, zum Teufel mit denen…

 

Man fing an uns zu jagen. Heute Morgen wurde Sergej, der Kämpfer, zusammengeschlagen (er fiel sehr auf, er war in voller Militärausrüstung, so hat man ihn wohl auch entlarvt). Ich hoffe, wir erwischen die Täter noch. Und als Täter hat sich später eine örtliche Gruppe von Rechtsradikalen, die Ultras, herausgestellt. Sie sind eh eine Filiale des „Rechten Sektors“.

 

 

12. März 2014: Tag 5

 

«Nicht Einhaltung der Formalitäten und Regel sind ein Beweis der Missachtung»

 

Wieder am Bahnhof. Heute war es interessanter. Die Kompanie von Ilja hat einen Mann mit 2 Gewehren (ein Kampf- und ein Gasgewehr) festgenommen. Wir mussten ihn aber gehen lassen, da seine Papiere in Ordnung waren. Dann hat unsere Kompanie 4 türkische Bauarbeiter festgenommen, aber auch hier waren wir erfolglos.

Ich persönlich hielt einen britischen Journalisten von ITN News fest (ich muss mal recherchieren, was das für ein Medium ist). Er hat versucht, mir einen abgelaufenen Pass mit abgeschnittenen Rändern unterzujubeln. Ich denke, es war sein „Arbeitsdokument“, denn er holte es aus seiner Brusttasche raus. Und als es nicht geklappt hatte, musste er mir seinen Reisepass vorzeigen. Er ist vor ein paar Tagen auf dem Borispoler Flughafen, in Kiew, gelandet. Ich bat ihn, mir irgendein Papier zu zeigen, welches bestätigt, dass er zur Presse gehört. Er konnte mir nichts vorzeigen. Er hat mit jemandem telefoniert (so konnte ich erfahren, aus welcher Agentur er ist). Dann haben wir gewartet, bis jemand ihn abholen kam. Wir haben dann den Armen gehen lassen. Sie haben uns erzählt, dass man ihn so schnell auf die Dienstreise schickte, dass er es nicht geschafft hatte, alle Papiere rechtzeitig, wie Akkreditierung und andere nötige Ausweise, zu bekommen. Ich denke, sie haben uns einfach einen Bären aufgesetzt. Aber naja, egal, wir sind friedliche Menschen.

Wenn es doch die Wahrheit ist, dann haben sie aber keinen Respekt einem Land gegenüber, da sie sich auf die Reise nicht mal vorbereitet haben. Somit scheren sie sich einen Dreck um die Ukraine und haben wohl mit den friedlichen Freiwilligen, wie wir, gerechnet. Und noch einmal: Nicht Einhaltung der Formalitäten und Regel sind ein Beweis der Missachtung. Mistkerle.

 

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«Man merkt, dass das Referendum näher rückt»

 

Wir haben nach dem Bahnhof einen bis jetzt unbemerkten Stab blockiert. Wir haben uns vom Eingang platziert und brachten einen LKW mit Platten. Wir wollten damit den Eingang blockieren. Aber nach einem Gespräch mit Vertretern des Stabs beschlossen wir, die Leute einfach gehen zu lassen. Dem Anschein nach werden sie uns unterstützen. Wir haben eine Patroulie als Formalität für die Nacht gelassen. Und wir haben nur einen von den zweien Eingängen abgeschlossen. Als wir uns vorm Stab hingestellt haben, konnten wir eine ukrainischen Alarmanlage hören. Ein Teil der Eisenbahnschienen wurde rausgeschnitten. Sie sind ja arm hier.

 

Ich bat Sergej darum, unsere Kompanie kampfbereiter zu machen. Denn das, was heute am Bahnhof los war, ist nicht mit Worten zu beschreiben. Wir durchsuchen einen und die anderen schauen zu. Mehr als das! Die Leute sammeln sich um uns herum, um zu sehen, wie wir es machen. Einer war sehr einfallsreich. Wir durchsuchten ihn und er versuchte, uns in eine Diskussion reinzuziehen, der Showman.

 

Und wir hatten Schwierigkeiten mit den internationalen Journalisten zu sprechen. Jeder, der irgendein Wort wusste, gab es von sich. Wie die Ungebildeten, ehrlich. So geht es nicht. Und morgen sind wir wieder am Bahnhof. Da es heute ereignisreicher war als sonst, scheint die Situation sich zuzuspitzen. Man merkt, dass das Referendum näher rückt. Wir sollten zu allem bereit sein.

 

Ich habe abends, als wir vorm Stab standen, eine Audioaufnahme gemacht. Schade, dass ich das Diktiergerät so spät rausgeholt hatte. Der Soldat, Wolodja, erzählte das, was die Krimbevölkerung von der russischen und von Putins Politik hält. Ich würde diese Aufzeichnung so gern all diesen Liberalen vorspielen. Der Monolog legt die Ereignisse vom 28. Februar aus erster Hand dar, als der organisierte Widerstand der Krimtataren und den Westukrainern anfing. An diesem Tag stürmten die Russen und die Tataren das Gebäude der Regionalregierung. Wir hatten von unserer Seite Tote zu beklagen… Übrigens, es gab auch Krimtataren in unserer Kompanie. Sie sind, wie viele andere Tataren auch, für die Wiedervereinigung mit Russland.

 

 

13. März 2014: Tag 6

 

«Die westlichen Journalisten sind für ihre verzerrte Darstellung der Interviews mit den Freiwilligen sehr unbeliebt»

 

„Bahnhof“ hört sich so vielversprechend an… Wie viele von denen entwischen uns ständig! Die Jungs haben von den 45 Gesuchten nur 5 erkannt. Wir haben sie erfolglos durchgesucht. Wir haben einige von ihnen sogar zu Polizei gebracht, aber im Endeffekt kamen sie alle frei und niesten sich in der Stadt ein. Einige von uns denken, dass wir nachmittags in den unterirdischen Durchgängen Stellung nehmen sollten. Und wenn wir dort jemanden erwischen sollten, dann sollten wir ihre Papiere erst gar nicht ansehen, sondern nur schauen, ob sie auf den Polizeiverzeichnissen vermerkt sind. Wir müssen härter vorgehen. Ich werden versuchen unseren Kompanieführer davon zu überzeugen. Wir bräuchten nur 5 Leute und ein Auto.

 

 

«Die Aktivisten des „Rechten Sektors“ hätten sich als Polizisten getarnt und die Menschen zur Befragung in den Stab bringen können»

 

Am Nachmittag waren am Stab der ukrainischen Marine. Dort sah ich Gabriel wieder, den kanadischen Journalisten, den ich vor ein paar Tagen kontrolliert hatte. Er ist freier Angestellter und macht Bilder für verschiedene Magazine. Er fotografierte auch meine Schönheit. Mit ihm war noch ein Berichterstatter von «The Moscow Times». Man kann von ihnen keine ehrliche Darstellung erwarten. Ich erklärte ihnen, dass die westlichen Journalisten für ihre verzerrte Darstellung der Interviews mit den Freiwilligen sehr unbeliebt sind. Ich habe auf doof getan und fragte, ob sie irgendwelche Kontakte mit den Westukrainern geknüpft hätten und warnte, dass sie verpflichtet sind, uns darüber in Kenntnis zu setzen. Es hat nicht geklappt…

 

Ich habe mit unserem Kompanieführer über meine Idee, die unterirdischen Durchgänge zu kontrollieren, gesprochen. Es war vorgesehen, die erkannten Aktivisten des „Rechten Sektors“ festzuhalten, denn sie hätten sich als Polizisten getarnt und die Menschen abgelenkt und ggf. in den Stab zu Befragung bringen können. Aber der Kompanieführer hat meiner Idee nicht zugestimmt. Wir waren als Verstärkung der Kontrolle und für besondere Aufgabeneinsätze gedacht. Für die Fahndungsmaßnahmen sind immer noch die Rechtsorgane gedacht, die sich der Krimer Verwaltungsgerichtsbarkeit untergestellt haben.

 

Ich habe den berühmten Journalisten, Arkadij Mamatow, gesehen. Er spielte aber für die Kamera, wahrscheinlich schaute seine Familie zu. So hat er nichts Vernünftiges von sich widergegeben.

 

 

«Wie viele sind hier im Maidan-Rausch!»

 

Jetzt bereue ich, dass ich von der Kamera weggelaufen bin. Ich hätte ein paar „nette Worte“ zu den „Sofakämpfern“ aus Moskau sagen sollen. Wie viele sind hier vom Maidan berauscht! Das ist hier die FREIHEIT! Das ist ja wunderbar, wenn das einfache Volk auf die Straßen gehen kann, um seine Unzufriedenheit mit der Regierung auszusprechen! Was aber nicht gezeigt wird, sind die beim lebendigen Leib verbrannten Spezialeinheitspolizisten “Berkut“ und die verkrümmten Anti-Maidanaktivisten. Da die Informationen aber nur aus den linken Zeitungen stammen können, sind sie nicht vertrauenswürdig. Man kann aber die wirkliche Wahrheit aus Facebook und Tweeter erfahren.

 

 

«Und was ist, wenn es in deiner Stadt geschehen wäre? Was würdest du dann machen?»

 

So ist es sehr bequem. Du kommst zu Arbeit und erklärst alle zu Idioten, die nicht einverstanden sind. Und sie erklären dich zum Idioten. Und somit ist der Informationskampf für heute beendet. Alle unterstützen die „Unseren“ und wer es nicht tut, geht in ein anderes Zimmer, wo er die „Seinen“ unterstützt. Nach der Arbeit geht man nach Hause, um den Kampf zuhause in den Familien fortzusetzen. Am Ende des Tages wirst du müde. Nach dem Kampf, indem du die „Unseren“ beschützt hast. Hast du so deine Verpflichtung für den Tag erfüllt? Und was ist, wenn es in deiner Stadt geschehen wäre? Was würdest du dann machen? Na, das Gleiche! Nein, ihr seid nicht die „Unseren“. Denkt doch öfters an den Vergleich: Was passiert, wenn man einen Frosch ins kochende Wasser schmeißt, und was passiert, wenn man das Wasser mit dem Frosch langsam zum Kochen bringt?

 

Ereignisse in der Ukraine. Das ist das, was auch in Russland passieren könnte. Zum Glück blieb Russland nicht untätig und unterstützt die Aktivisten auf der Krim. Es ist üblich geworden, über den Vorkriegszeitspruch „Auf dem fremden Boden – mit weniger Blut“ zu lächeln. Heißt es dann, dass wir immer abwarten sollen, bis die Sonderkommandos unsere Dörfer in Schutt und Arsche legen, bis wir reagieren können? Nein! Wir werden weiterhin die Krim und den Süd-Westen der Ukraine unterstützen.

 

 

«Wir hatten keine Angst, was aber wahrscheinlich daran lag, dass wir den Ernst der Lage nicht verstanden haben»

 

Nachdem Dienst vom Stab sind wir durch die Stadt gefahren: Erst zu dem schon eingenommenen Flughafen, dann zum Lager und danach wieder zum Stab. Wir kamen dort als Letzte an und wurden direkt zum Stürmen geschickt. Wir hatten eigentlich mit ihnen dort schon alles abgesprochen, aber jemand hielt die Vereinbarung nicht an. Und so mussten wir hin. Ok, es hört sich dramatischer an, als es war. In Wirklichkeit sind wir über den Zaun geklettert, und die Soldaten haben als Show ein wenig auf den Zaun mit den Stöcken geschlagen. Zwei weiteren Kompanien sind von den Bahnhofsseiten gekommen. Ich dachte, man würde mich zusammen mit denen mitschicken, da ich einer der Größten war. Aber nein… Das nächste Mal melde ich mich freiwillig.

 

Wir hatten keine Angst. Das lag aber wahrscheinlich daran, dass wir den Ernst der Lage nicht verstanden haben. Für mich bedeutet ein Sturm einen Kampf, 2-meter große Schutzschilder, die man durchbrechen muss… Aber wir haben unsere Schutzschilder liegen lassen, sind über den Zaun geklettert und haben die Soldaten „überzeugt“. Wir haben während des Sturms ein paar Mal Befehle erhalten, die Soldaten und Offiziere nicht zu schlagen. So hatten sie nur 2 Verletzte. Einer hatte ein aufgerissenes Bein und der andere kriegte mit dem Stock eins über die Rübe gebraten. Der ukrainische Offizier, den ich für den Schuldigen an dem Verrat hielt, hat erstmal eine Show gemacht und verschwand dann aber auf einmal. Alle Nichteinverstandenen haben den Stab mit ihren Sachen innerhalb ein paar Stunden verlassen.

 

Die, die hier bleiben, werden wohl in die Rente gehen und die anderen werden wohl in die Ukraine zurückfahren und dort ihren Dienst fortsetzen. Die Offiziere und Soldaten, die uns ihre Loyalität zugesprochen hatten, kehrten zurück in den Stab. Wir haben ein paar Leute zum Kontrollieren für die Nacht dagelassen. Aber es wird wohl keiner zurückkommen, um sich zu rächen. Wir haben ihnen nicht erlaubt, Tropheen aus dem Stab mitzunehmen. So mussten sie sich mit ein paar sowjetischen Helmen zufrieden geben.

 

 

«Scheiß Tropheensammler…»

 

Wolodja fiel wieder auf. Ich habe später folgendes von Jura gehört: Er schlug einen Soldaten mit seinem Schlagstock eins auf den Kopf, obwohl dieser sich schon ergeben hatte und nahm ihm seinen Helm ab, in dem er sagte, dass es seine Trophee wäre. Scheiß Tropheensammler…Dann hat er einen Offizieren geschlagen, der sich darüber aufregte. Wir hatten ein paar Tage davor genau über Disziplin gesprochen. Und Wolodja war genau derjenige, der sich weigerte, sich etwas darüber anzuhören und an der Kolonne zu stehen, da er alles darüber wüsste. Aber was weiß er darüber, wenn es nicht befolgen kann? Ilja, der schon bei der Armee war, hat sich darüber lustig gemacht. Wolodja war aber nicht bei der Armee. Ein Gewehr ist ihm somit nicht anzuvertrauen. Denn er würde das Feuer dann eröffnen, wenn es ihm passt.

 

Aber ich sollte auch anmerken, dass wir nur Gaspistolen hatten und während des Einsatzes nur 5-6 Mal in die Luft geschossen haben. Das habe ich selbst gesehen. Wir haben abends erfahren, dass dabei ein französischer Journalist festgenommen wurde und irgendjemand hatte den Sturm für das tatarische Fernsehen aufgenommen. Anscheinend hat niemand sie dabei erwischt. Naja… der nächste Quatsch im Fernsehen. Es macht ja keinen Unterschied mehr. Man hat uns versprochen, dass wir morgen den Eid ablegen werden und eine Uniform kriegen würden. Obwohl man uns jeden Tag dies und jedes verspricht. Ich denke, es werden nur dann neue Freiwilligen aufgenommen, wenn die Situation sich destabilisieren sollte. Denn die „höfflichen Menschen“ kontrollieren alles sehr gut. Und nach dem Referendum fällt die Kontrolle im Extremfall unter die Verantwortung der russischen Armee. Unsere Führung schaut auf unsere Kompanie herunter, obwohl wir als eine der aktivsten Kompanie gelten. Es wird wohl auch so bleiben. Außerdem gibt es wohl noch eine Sturmgruppe, eine Informationsgruppe (Forschung im Internet) und irgendwelche Veteranen aus den früheren Kriegen, die niemandem unterstehen…

 

 

14. März 2014: Tag 7

 

 

«Der „Rechte Sektor“ ist in der Stadt»

 

Ich werde nicht mehr über den Dienst am Bahnhof schreiben. Es ist immer das Gleiche. Das Einzige was ich davon habe, ist, dass ich meine Englischkenntnisse nutzen kann. Nach dem Mittagessen sind wir los, um eine von den tatarischen Organisation veranstaltete Demo ggf. zurückzudrängen. Wir haben die Schutzkleidung angezogen und haben uns auf dem Lenin Platz gestellt. Wir waren aber nicht so viele. Wir waren so 200 gegen 1500… Wir haben bis in die Dunkelheit gewartet, aber es kam nicht zum Konflikt. Wir haben aber eine Frau bemerkt, die sich merkwürdig verhielt. Als sie unser Interesse an ihr entdeckte, lief sie sofort weg. Also der „Rechte Sektor“ ist in der Stadt.

 

 

15. März 2014: Tag 8

 

«Wir sind hier nicht brauchbar, nur als Deko»

 

Wir waren wieder auf der tatarischen Demo, aber es kam erneut nicht zum Konflikt. Wir waren die ganze Zeit bereit, sogar einen Nachtdienst zu halten. Wir kriegten aber ein Befehl, erst morgens zurückzukehren. Wir sind hier nicht brauchbar, nur als Deko. Vielleicht aber doch nicht. Wir haben tagsüber einen gut angezogenen Herren belehrt, der Agitationsblätter mit dem Aufruf, richtig zu wählen, verteilte (also für uns zu wählen). Es ist gut, dass er die richtige Einstellung hat und sich dafür einsetzt, aber der Wahlkampf ist am Vortag und am Wahltag verboten.

 

 

16. März 2014: Tag 9

 

«Das sind Momente fürs Leben!»

 

Der Tag des Referendums. Wie viele Gespräche, wie viele Sorgen haben die Bewohner der Krim hinter sich gebracht… Ich und Ilja unterstützen die Polizei an zwei Wahlorten, die in einer Schule untergebracht sind. Ein Leutnant der ukrainischen Armee steht mit uns, er ist einer aus der geschlagenen „Berkut-Einheit“ und ist aus Donezk geflohen. Er hat uns vieles erzählt und es hat unsere negative Einstellung zum „Rechten Sektor“ nur verstärkt.

 

Die anderen zwei, die mit uns waren, waren eher komisch. Wir haben uns mit denen nicht unterhalten. Unser Dienst dauerte an dem Tag zwar lange, aber es passierte nichts. Es gab einen, der versuchte, für seine Mutter zu wählen. Und es kamen hier und da nicht akkreditierten Journalisten herein, die alle möglichen Tricks anwandten. Als ich mich umsah, schaffte Ilja, die Hand von Aksenow (Präsident der Krim) zu drucken, der verschiedene Wahllokale besuchte. Das sind Momente fürs Leben!

 

 

«Ukrainische Sicherheitsdienst-Offiziere (SBU) haben uns davor gewarnt, dass es Anschläge geben könnte»

 

Dann kamen zu uns ukrainische Sicherheitsdienst-Offiziere (SBU). Sie haben uns davor gewarnt, dass es Anschläge geben könnte, bei denen gewaltsame Einspritzung von Medikamenten gegen Herzbeschwerden stattfindet, die nach 5-10 Minuten zum Tod führen. Es gab auch Informationen über ausverkaufte Brillantgrünlösung (die dann doch in eine der Wahlurnen reingegossen wurde). Es gab noch weitere „Freiwillige Helfer“, die zwei Verdächtigen selber festgehalten und zu uns gebracht haben. Sie konnten sich aber nicht entsprechend ausweisen. Schließlich mussten sie mit einem Soldaten zur Polizeistation gefahren werden.
«In den zwei Wahlurnen um die 200 Zettel. 3 davon waren ungültig und 2 waren für die Ukraine»

 

Am Abend habe ich die Zählung aus zwei Urnen auf die Kamera aufgenommen. Dann haben wir die Wahlzettel entsprechend weitergegeben und sind auf den Lenin Platz gegangen. Es war so voll dort. Menschen haben gefeiert und es fand ein Konzert statt. Zu dem Zeitpunkt war schon bekannt, dass bei einer 73%igen Beteiligung 93% mit „Ja“ abgestimmt haben. Das endgültige Ergebnis von 96% „Ja“-Stimmen wurde erst am nächsten Tag verkündet. Und es war noch beeindruckender! Wenn ich unser Wahllokal betrachte, dann waren in den zwei Wahlurnen um die 200 Zettel. 3 davon waren ungültig und 2 waren für die Ukraine. Es war mehr als eindeutig.

 

Ich habe auf dem Konzert Alexej und Olja wiedergetroffen, die uns am Tag der Ankunft aufgenommen haben. Wir haben uns verabschiedet und unsere Nummern getauscht. Ich warte auf sie in Moskau. Und sie versprachen mir, das nächste Mal eine Rundreise auf der Krim zu organisieren. Gute Menschen.

 

 

«Keiner hat hier erwartet, dass jemand aus Moskau, Sankt-Petersburg, Irkutsk sich Urlaub nimmt und auf eigene Kosten auf die Krim kommt»

 

Unsere Kompanie hat sich zum letzten Mal am 17. März aufgestellt. Die Jungs haben uns sehr herzlich verabschiedet. Sie haben uns eingeladen, sie während der Saison zu besuchen. Sie haben uns Bändchen der Kompanie zum Andenken verteilt.

 

Obwohl wir keine Möglichkeit hatten, eine Heldentat zu verrichten und unsere Aufgaben eher simpler Natur waren, haben die Krimbewohner uns mit ihrer rührenden Dankbarkeit beeindruckt. Keiner hat hier erwartet, dass jemand aus Moskau, Sankt-Petersburg, Irkutsk Urlaub nimmt und auf eigene Kosten nach Krim kommt.

 

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«Erst kam das Volk auf die Straße, um sich den Autonomiestatus zurückzuholen. Und dann wir auf die Krim. Und zwar als Helfer und nicht Okkupanten»

 

Ich bewundere diese Menschen dafür, dass sie sich gegen die radikalen westukrainischen und tatarischen Bewegungen eingesetzt haben. Denn hätte es den 26. Februar nicht gegeben, wären die „höfflichen Menschen“ und die russische Panzertechnik nicht zur Unterstützung hier. Erst kam das Volk auf die Straße, um sich den Autonomiestatus zurückzuholen. Und genau ihr Einsatz war ausschlaggebend dafür, dass wir auf die Krim kamen. Und zwar als Helfer und nicht Okkupanten. Ein Soldat sagte uns, dass es auch auf der Krim „Sofakämpfer“ gab, die nichts dafür taten, um aktiv zu helfen. Und wir kamen von so weit angereist. Dafür ist uns die Krimbevölkerung sehr dankbar.

 

Und die Krimbewohner sind einfach super! Sie haben allen Russen auf der Welt gezeigt, was es heißt, Russisch zu sein, wie man sich in einer schwierigen Zeit verhält und sie haben der ganzen Welt gezeigt, was Demokratie ist.

 

Sie haben keine Veranstaltungen mit Anwendung von Gewalt organisiert.

Sie haben keine Molotow Cocktails geworfen, um ihre Meinung kund zu tun.

Sie haben ihre Wahl nicht als eine Menschenmenge, sondern als Volk ausgesprochen.

Nicht umsonst hat ein Abgeordneter des Krimer Parlaments zugegeben, dass er sich in dieser Zeit sehr viel Sorgen machte und sogar Zweifeln hatte. Aber das Volk hat ihn überzeugt.

 

 

17. März:

 

«Meine Zunge ist mein größter Feind»

 

Der Weg nach Hause war voller Abendteuer. Einerseits habe ich beinahe Probleme mit der „Berkut-Einheit“ gekriegt. Es war aber meine Schuld, ich konnte meine scharfe Zunge nicht halten. Es standen 7 „Berkut»-Polizisten, die aber verschiedene Uniformen anhatten. Ich fragte sie dreist: «Jungs, habt ihr die „grünen Männchen“ aufgeteilt oder seid ihr selbst die „grünen Männchen“? Beim nähren Betrachten fiel mir auf, dass es wirklich die „Berkut»-Polizisten waren und keine Freiwilligen in billiger Uniform. Sie haben meinen Koffer durchgesucht und haben mir zugestimmt, dass meine Zunge – mein größter Feind wäre.

 

Weiter ging es einfacher: Bus von Simferopol über Feodosia nach Kerch, dann die Fähre und weiter mit dem Bus nach Krasnodar und mit dem Flugzeug nach Moskau. Ich hätte auch von Simferol fliegen können, aber ich wollte nicht ohne IIja fahren. Und er wiederum wollte kein Geld von mir für den Flug nehmen.

Jetzt bin ich zu Hause und kuriere meine Erkältung aus.

 

Und jetzt eine paar meiner Gedanken, damit die Leser ein Gesamtbild vor den Augen haben. In meinen Aufzeichnungen kommen viele Emotionen und die Umgangssprache durch, die die Wiedergabe der damaligen Situation auf der Krim und die Rolle der Freiwilligen dort verfälschen oder verzerren könnten.

 

 

«Eine beliebige Veranstaltung, wo unsere Teamarbeit gefragt war, hätte auch richtig in die Hose gehen können»

 

Einerseits zur Organisation. Ich bin kein Offizier, aber ich habe eine klare Vorstellung über die Zusammensetzung und Funktion einer militärischen Einheit. Ich bin der Meinung, dass wir bis zu einem Zeitpunkt keine Probleme damit hatten. Aber das ist es auch: Bis zu dem Punkt. Eine beliebige Veranstaltung, wo unsere Teamarbeit gefragt war, hätte auch richtig in die Hose gehen können. Wenn der Widerstand der ukrainischen Soldaten am Lager ehrlich gewesen wäre, dann hätten wir ein wirkliches Problem. Gut, dass ein Teil unserer freiwilligen Einheit aus früheren Polizisten, Soldaten und Offizieren bestand, die unser Team lenkten und zusammenhielten.

 

Dann die Geschichte am Bahnhof. Wir hätte gründlicher arbeiten sollen. Denn die ukrainischen Militärs und die radikalen Gruppen waren unterwegs. Es ist klar, dass man die Erfahrung nicht innerhalb von ein paar Tagen sammeln könnte, aber unser Kompanieführer musste ständig die Jungs kontrollieren. Man musste sehr viel arbeiten, um die Durchsuchungen und Kontrollen zu organisieren. Ich denke, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätte man unsere Gruppe mit Übungen und Disziplin darauf vorbereiten sollen. Aber unter den gegebenen Umständen haben wir unsere Aufgaben erfüllt, was von unserer Aufsicht auch gelobbt wurde.
«Die Versorgung mit Essen war durchorganisiert»

 

Wenn man über die Versorgung der Selbstverteidigung spricht, dann muss ich sagen, dass ich in der ganzen Zeit nie gesehen habe, dass jemand von uns in Simferopol ohne warmes Essen geblieben wäre. Die Versorgung mit Essen war durchorganisiert. Und die Krimbewohner brachten uns immer Marmelade und etwas Eingelegtes in den Stab mit. Man hat für uns Suppen, Brei, Bortsch und andere Gerichten gekocht oder von zuhause mitgebracht.

 

Danke an all diese Menschen, die an uns geglaubt haben und unsere Hilfe annahmen und uns mit Lebensmitteln versorgten! Ich, als Freiwilliger von außerhalb (solche gab es 5 in unserer Kompanie und später 4), habe ihre Hilfe besonders nötig gehabt. Danke!

 

 

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«Wir befolgten Befehle und lösten Aufgaben, um unseren Beitrag zum Schutz der Krim vom aufkommenden Faschismus zu leisten, welcher die Ukraine heute aufgefressen hat»

 

Was unsere Aufgaben und Funktionen angeht, muss ich klar denkend sagen, dass bei so einer dichten und hohen Präsenz der professionellen Militär- und Ordnungseinheiten auf der Krim („höffliche Menschen“, wer auch immer sie sind, „Berkut“, die noch Menschen und Technik mitbrachten, SBU, Polizei, Grenzschutzpolizei und Armeeangehörige, die auf die Seite der Krim gewechselt haben) sowie die aus Zivilisten bestehenden freiwilligen Selbstverteidigungseinheiten konnte auf der Halbinsel keine entscheidende Rolle spielen.

 

Eine Ausnahme stellten wohl die an der Ukraine angrenzenden Gebiete dar, wo man der Selbstverteidigung den Dienst an den Blockposten und die Bekräftigung der Militäreinheiten anvertraute. Wir dagegen hatten die Rolle einer Volksgefolgschaft übernommen. Wir haben unsere Aufgaben, Qualifikationen und Arbeitsbereiche gut erfüllt.

 

Somit beruht sich mein wehleidiges Jammern über unsere Statistenrolle nur auf meiner Leidenschaft nach Abenteuerlust. Wir befolgten Befehle und lösten unsere Aufgaben, um unseren Beitrag zum Schutz der Krim vom aufkommenden Faschismus zu leisten, welcher die Ukraine heute aufgefressen hat.

 

 

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Übrigens: Am 18. März, nach meiner Rückkehr, starb der erste Kämpfer der Selbstverteidigung…

 

Quellen: Russisch, Remembers (Deutsch)

 


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