Kolomoisky: Entlassung auf eigenen Wunsch durch Poroschenko

Дата публикации: 25 марта 2015, 17:53

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Foto: Reuters

 

 

Igor Kolomisky, bis dato noch Gouverneur des Oblast Dnjepropetrowsk, ist seit heute ein «einfacher, arbeitsloser Ukrainer», wie er via Twitter mitteilte. Streitigkeiten mit Präsident Poroschenko dürften die Ursache dafür sein. Er bat laut Präsidialverwaltung darum, von seinem Amt entlassen zu werden. Kolomoisky gilt als wichtiger Financier von Söldnerbataillonen im Krieg gegen die Rebellen im Donbass.

 

Der politische Intrigantenstadl in der Ukraine fordert nun ein weiteres «Opfer»: Igor Kolomoisky, Oligarch und Financier von Söldnertruppen im Bürgerkrieg ist nun nicht mehr Gouverneur von Dnjepropetrowsk. Angeblich bat er den Präsidenten um eine Entlassung, nachdem Streitigkeiten um die Kontrolle des ukrainischen Energiesektors eskalierten.

 

Auch aus dem Management des ukrainischen Pipeline-Betreibers VAT Ukrnafta wird der Oligarch demnach ausscheiden. Das staaliche Unternehmens Naftogaz, das die Mehrheit an VAT Ukrnafta hält, wird den Anteil Kolomoiskys an VAT Ukrnafta übernehmen. Dazu hatte Poroschenko eigens ein neues Gesetz erlassen. Angeblich als Dividende für die vergangenen Jahre erhält Kolomoisky zusätzlich 1,8 Milliarden Hrywnia (rund 68 Millionen Euro).

 

Neben dem Streit über die Besitzverhältnisse an zentralen Energiebereichen der Ukraine war es zu Unstimmigkeiten zwischen den beiden Oligarchen wegen der Ostukraine gekommen. Kolomoiskys Söldnertruppen halten sich partout nicht an das Minsker Abkommen und bekämpfen weiterhin die Rebellen im Donbass. Poroschenko jedoch weiß, dass die 17,5 Milliarden Dollar vom Internationalen Währungsfonds (IWF) nur dann fließen werden, wenn die Lage in der Ostukraine zumindest halbwegs ruhig bleibt.

 

Kolomoisky, der eine Abspaltung des ähnlich wie Lugansk und Donezk stark russisch geprägten Oblasts Dnjepropetrowsk verhinderte, steht auf der Gesuchten-Liste Russlands. Die russische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen organisiertem Verbrechen und des Einsatzes unerlaubter Waffen im Donbass gegen den Oligarchen, dessen bewaffnete Einheiten die halbstaatlichen Energieunternehmen Ukrnafta und Ukrtransnafta in Kiew besetzt hatten.

 

Inzwischen soll der Oligarch sogar damit gedroht haben, seine Söldnertruppen vom Donbass abzuziehen und nach Kiew zu schicken. Dies berichtet Sputniknews unter Berufung auf einen Audiomitschnitt des Rada-Abgeordneten Sergej Leschtschenko (Block Petro Poroschenko). Nach und nach kommt auch in der Ukraine der Spruch zu tragen, wonach jede Revolution ihre Kinder frisst. Dies trifft in diesem Fall wohl auch auf die Teilnehmer des Maidan-Putsches zu.

 

Von Marco Maier

Quelle Contra Magazin


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