«Europa in Brand»: Rostislav Ischenko sagt Krieg in Europa voraus

Дата публикации: 22 Март 2015, 14:07

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Rostislav Ischenko ist ein Analyst und Präsident des ukrainischen Zentrums für die Systemanalyse und Prognose. Noch im Sommer vor dem Maidan hat er den Staatstreich und den Bürgerkrieg in der Ukraine vorausgesagt. Jetzt sagt er einen Bürgerkrieg in Europa voraus:

Gescheite, kluge, gebildete Menschen, die die Situation recht realistisch einschätzen, fragen: Warum muss Europa niederbrennen? Und sie begründen: Erstens, warum sollen die Amerikaner ihren engsten Verbündeten anzünden? Zweitens, Europa kann jederzeit einen Rückzieher machen, die richtige Entscheidung treffen, sich von den USA distanzieren und sich retten.

 

Scheinbar stimmt es. Den USA blieben nach Europa keine Verbündeten mehr. Die EU kann von niemandem gezwungen werden als Opferlamm wortlos in den Tod zu laufen. Mehr noch, der Besuch von Hollande und Merkel in Moskau, dann Minsk, die beunruhigten Stimmen aus Polen (dem treuesten Wächter der amerikanischen Interessen in der EU), ein offener Aufstand Griechenlands und ein latenter, in die offene Phase übergehender Aufstand Ungarns – das alles zeigt, dass die EU endlich realisiert (auf der höchsten politischen Ebene), was die Fortsetzung der bedienungslosen Unterstützung der nazistischen Ukraine und des leichtsinnigen Sich-treiben-Lassen im Fahrwasser der amerikanischen Politik für sie bedeutet. Ja, sie hat es realisiert. Doch in der Politik spielt der Zeitfaktor eine grosse, oft eine entscheidende Rolle.

 

Ich war sicher, dass die EU Politik sich schon im letzten Jahr (spätestens September-Oktober) radikal ändern würde, weil aus meiner Sicht die qualifizierten europäischen Politiker die Gefahr nicht übersehen konnten, und das Verhalten der europäischen Geschäftswelt davon zeugte, dass, wenn doch, dass da einer da war, der es ihnen erklärt hätte. Trotzdem hat die EU im Herbst-Winter 2014 und Anfang 2015 die antirussische Rhetorik weiter verschärft und sich immer weiter auf der Seite der USA in den Konflikt reinziehen lassen, und sich dadurch die Rettungswege immer weiter abgeschnitten und den Freiraum für das Manöver eingeengt. Ich glaube nicht an die völlige Realitätsferne der europäischen politischen Elite, deswegen habe ich nur eine vernünftige Erklärung für ein solches Benehmen.

 

EU Politiker dachten: «Die Amerikaner gewinnen»

 

Nach der jahrzehntelangen Hegemonie der Amerikaner haben sich die europäischen Politiker so an die Alternativlosigkeit der USA-Dominanz gewöhnt, dass sie entgegen der offensichtlichen Tatsachen weiter sicher sind, dass die Amerikaner gewinnen und deswegen sie sich keine Mühe geben müssen. Ein Stereotypenwechsel geschah erst als die Unvermeidbarkeit der Niederlage der ukrainischen Streitkräfte in der Winterkampagne im Donbass klar wurde.

 

Ich glaube, keiner zweifelt daran, dass die europäischen Politiker nicht sentimental sind und es ihnen gleich ist, ob zwei oder zwanzig Tausend Ukrainer im Debalzewo-Kessel gefallen sind. Das bedeutet, die Niederlage der ukrainischen Armee erzeugte die Gefahr einer europäischen Katastrophe. Nur in Kiew und nur die realitätsfremden Mediadiener der Nazis glauben, dass die Kanzlerin und der Präsident alles fallen gelassen haben und einige Tage wenig geschlafen und schlecht gegesssen haben, um irgendeinen Poroschenko zu retten.

 

Warum beunruhigt die jetzige Niederlage der ukrainischen Armee Europa so sehr?

 

Blicken wir ein halbes Jahr zurück. Nach der Vernichtung der südlichen Gruppierung der ukrainischen Streitkräfte in August und dem Unterschreiben der Vereinbarungen im Minsk-1, erzählten die Kiewer Massenmedien und Politiker, auch die höchsten Politiker, ganz offen, dass man nur ein wenig warten soll und dann die ukrainische Armee mit Donbass das selbe macht, was die Kroaten mit der Serbischen Krajina während der Operationen «Blitz» und «Sturm» gemacht haben. Es ist klar, dass diese Ideen weder in einem ukrainischen Gehirn noch in einem kroatischen Gehirn entstanden sind. Sowohl die Nazis von Tudjman als auch die von Poroschenko-Jazenjuk-Turtschinow wurden von Washington gesteuert. Sie haben nicht mal versucht ihre Absichten zu verbergen, denn es war klar, dass die Weigerung von Kiew gleichberechtigt mit den Führern der Volksrepubliken Donezk und Lugansk in Minsk zu verhandeln, keine andere als eine militärische Lösung übrig lässt.

 

Eine lange Pause in den aktiven Kampfhandlungen erlaubte der Volkswehr sich zu verstärken und führte die ukrainischen Kräfte zur militärischen Vernichtung, deswegen musste man so schnell wie möglich handeln – sofort, sobald die Kampffähigkeit der im Sommer besiegten Einheiten wiederhergestellt war.

 

Offensichtlich erwarteten die USA eine passivere Position Russlands und konnten die Europäer davon überzeugen, dass Kiew noch vor Ende Winter den Bürgerkrieg gewinnt würde. Uns allen ist klar, dass der theoretische Sieg von Kiew die geopolitische Situation wesentlich verändert hätte, auch würden sich die Möglichkeiten Russlands deutlich verringern eine aktive Aussenpolitik zu führen und genauso deutlich würde sich die innere Gefahr für den russischen Staat erhöhen. Das heisst, wenn die EU vier-fünf Monate gewartet hätte, wäre sie – so war die Überzeugung — ohne grossen Aufwand an der Seite des Siegers gewesen. Die Variante mit der Niederlage erschien auch nicht tödlich – wenn die Nazis den Donbass nicht vollständig hätten bereinigen können, dann hätte sich die Frontlinie etwas mehr oder weniger in eine oder andere Richtung verändert, und danach hätte sich der Positionskrieg fortgesetzt, in dem der Donbass schon einfach deswegen verliert, weil der grösste Teil seines Territoriums, darunter fast alle Grossstädte fast vollständig beschossen werden kann.

 

Dass die Armee des Donbass eine ernsthafte Offensive starten kann, hat man in Brüssel und Washington nicht geglaubt, höchstens glaubten sie an eine effektive Verteidigung. Im Prinzip lief es fast einen Monat lang so. Ja, sie konnten die Frontlinie nicht durchbrechen. Ja, der Donezker Flughafen war verloren. Ja, es gab intensive Kämpfe bei Stschastje und Popasnaja, aber insgesamt war alles stabil. Und die EU machte sich keine Sorgen. Genau so lange, bis Uglegorsk eingenommen wurde und die theoretische Möglichkeit einer Umkesselung der Debalzewo Gruppierungen begann sich rasend in Realität zu verwandeln.

 

Aus der Sicht der Geopolitik spielt es keine Rolle, wie viele Tote gibt

 

Wir werden noch erfahren, wie viele Panzer, Kanonen, Gefangene die Volkswehr in Debalzewo eingenommen, wie viele Tote Kiew verloren hat. Aus der Sicht der Geopolitik spielt es keine Rolle. Von Bedeutung ist nur die Tatsache der grossflächigen Niederlage der ukrainichen Armee, die die Fähigkeit verloren hat in einer relativ kurzen Zeit die Kampffähigkeit herzustellen.

 

Jetzt, auch wenn die USA sich eine reelle und nicht nur virtuelle Möglichkeit der Bewaffnung der ukrainischen Armee ausdenken, wird man dafür mindestens ein Jahr und riesige finanzielle Investitionen brauchen. Die USA werden das offensichtlich nicht tun. Und offensichtlich weiss man dies in Europa. Mehr noch, sie wussten das noch bevor die ukrainische Armee am 16-18 Januar die unglückliche Offensive zu starten versuchte.

 

Berlin und Paris (selbstverständlich auch Brüssel) sind bestens informiert

Auffallend schnell reagierten Merkel und Holland auf die noch nicht stattgefundene (nur sich abzeichnende) Niederlage in Debalzewo. Sie haben gar keine Zeit gebraucht um die Position der USA zu erfahren. Sie haben gehandelt während das Bild erst angefangen hat sich abzuzeichnen, schon wissend, welche Konsequenzen das haben wird. Das heisst, Berlin und Paris (selbstverständlich auch Brüssel) waren informiert, dass es der letzte Versuch war Kiew zu retten. Wenn die Offensive scheitert, wird die Situation von den USA freigegeben.

 

Das alles entspricht den Interessen der Amerikaner oder wenigstens widerspricht es ihnen nicht

 

Natürlich wird Washington die kiewer Nazis nicht als ein verbrecherisches Regime anerkennen und die Unterstützung des gerechten Kampfes des Donbass-Volkes und des Untergrundes auf den von Nazis okkupierten Territorien verkünden. Sie werden aufhören sie von den inneren Streitigkeiten abzuhalten. Sie werden auch aufhören Geld zu geben. Aber das Wichtigste ist – es wird ihnen erlaubt sein frei für die Macht zu kämpfen. Es ist kein Geheimnis für die USA, dass in diesem Fall nach einer Reihe von immer blutigeren Staatstreichen die Macht an die radikalsten, nazistischsten aller Nazis übergeht. Dieser Prozess wird durch einen schnellen Verlust der äusseren Legitimisierung der Kiewer Macht und durch die politische Fragmentierung der vom Kiew kontrollierten Territorien begleitet. Aber das ist für die USA im Prinzip akzeptabel.

 

Erstens, führt der Bürgerkrieg vom Somalischen Typ (wenn es zehn und mehr Konfliktseiten gab) zu einer schnellen und effektiven Vernichtung nicht nur der Wirtschaft, sondern auch des Lebensraumes. Das bedeutet, dass Millionen Menschen fast gleichzeitig eine Möglichkeit verlieren sich von einem Territorium, das noch vor Kurzem ihr Staat war und ein ausreichendes Lebensstandard sicherte, zu ernähern.

 

Zweitens, braucht die Unterstützung solch einen Konfliktes keine grossen Investitionen, er erhält sich nicht nur selbst, sondern er wächst, weil in einer Situation, in der das einzige Produktionsmittel das Maschinengewehr ist, arbeiten alle als Soldaten (und die glücklichen – als Feldkommandeure). Anders kann man nicht überleben. Das heisst, die USA braucht gar kein Geld mehr für die Ukraine.

 

Drittens, ist so ein Konflikt schwieriger zu löschen, sogar von einer Aussenkraft. Es ist nötig nicht nur mit einer einflussreichen Gruppe zu verhandeln, mit der man irgendwie einen gemeinsamen Nenner finden kann, sondern mit einem Dutzend kleiner, dabei oft miteinander kämpfenden Gruppen, die ständig verschwinden und neu entstehen. Es ist am schwersten den Partisanenkampf zu unterdrücken, der kein einheitliches Steuerungszentrum besitzt, der unabhängig von einem Versorgungsgebiet ist, der es nicht nötig hat bestimmte Punkte zu verteidigen, sondern wenn nur für das Essen gekämpft wird und für die Waffen, die dieses Essen gewährleisten.

 

Viertens, während die immer weiter zerfallende Macht an immer radikalere Nazis übergeht, werden in der Ukraine immer effektiver die Menschen abgeschlachtet, die man der Russland-Sympathien verdächtigt. Natürlich wird es sehr bald egal werden, ob «prorussisch» oder «proamerikanisch», es wird nicht nur für Wurst getötet, sondern bald auch schon für das Brot, aber die ersten Schläge (solange noch irgendwelche Organisation existiert) werden gegen die Russen der Ukraine ausgeführt.

 

Die weitere Unterstützung von Poroschenko als einen stabilisierenden Faktor des ukrainischen politischen Lebens beginnt aber mittlerweile den amerikanischen Interessen zu widersprechen

 

Erstens, wenn schon die ukrainische Armee allmählich aber recht schnell aufhört als eine organisierte Kraft zu existieren und ihre Wiederherstellung mehr Zeit braucht, als man zur Verfügung hat, und mehr Ressourcen als es Sinn hat auszugeben, dann braucht man auch keinen Oberkommandierenden und auch keinen Generalstab. Die Feldkommandeure brauchen keinen Stab.

 

Zweitens, die Situation in der Ukraine verschlechtert sich in einem solchenTempo, dass das Volk schon ein Opfer braucht. Jemand muss sich für das Scheitern der Reformen, für die fehlende Visumsfreiheit mit der EU und Renten und Gehälter «wie in Deutschland» und sonstiges Gute, was auf Maidan versprochen wurde, verantworten. Wenn Poroschenko den Krieg im Osten gewonnen hätte, dann würde auch Janzenjuk auf diese Rolle passen. Aber Poroschenko hat den Krieg verloren und jetzt leidet der «junge talentierte Reformator», denn der alte Verräter und Rückständler im Präsidentensessel lässt ihn das Land nicht retten.

 

Drittens, und das ist der wichtigste Faktor, dass Poroschenko sein Urteil unterschreibt, denn die nazistischen Bataillone und die nicht ideologisierten Freiwilligen, die «das Land verteidigten», die einfachen Wehrpflichtigen, die von den Kriegskommissariaten eingefangen und ins Niemandsland geschickt wurden, wollen nach den Niederlagen an der Front, dem Tod seiner Kameraden und den schamlosen Lügen von Poroschenko, der die Soldaten für seine Ambitionen opferte, sein Blut.

 

Wenn man den Willen des einfachen Volkes ignorieren kann, dann sollte man die Wünsche des bewaffneten Volkes befriedigen

 

Das ist alles leicht zu berechnen und in Brüssel sollte das bekannt sein. Deswegen, sobald es klar wurde, dass die nächste militärische Katastrophe unvermeidbar ist, organisierten Paris und Berlin eine merkwürdige Mission. Sie ist merkwürdig, weil, während sie scheinbar die Ukraine unterstützten, sie maximal die Wünsche von Putin befriedigten, maximal Poroschenko erniedrigten und scheinbar nichts erreichten. Sie erreichten nichts, wenn man davon ausgeht, dass sie das Kiewer Regime retten wollten. Aber in Wirklichkeit versuchten sie einen Tausch – ganz schnell Kiew zu verraten (weil sie schon wussten, dass Kiew von den USA aufgegeben wurde), um sich auf die Stabilisierung der EU zu konzentrieren. Jedoch, wie ich schon oben schrieb, spielt in der Politik Zeit oft eine Schlüsselrolle.

 

 

Die EU hat ihre Chance einer gewissen Unabhängigkeit von der USA letztes Jahr vertan

 

Sie hatte dafür alle Voraussetzungen:

  • eine wohlwollende Position Russlands (das sogar zu einem Kompromissen gegenüber der EU bereit war, wenn sie sich von der USA distanziert);
  • eine Unterstützung der europäischen Geschäftswelt, die keine Lust auf eine Konfrontation mit Russland wegen irgendwelchen ukrainischen Nazis, sowie des Wunsches der Amerikaner die Welthegemonie zu erhalten hatte;
  • ein neues Europarlament mit mehr Euroskeptikern als zuvor und eine bedeutende Erstarkung der Euroskeptiker und Antiamerikanisten in den politischen Kreisen Europas.
  • Ihr Übergang aus dem marginalen Zustand in die echte Politik. Sie wagten es nicht. Genau so – sie wagten es nicht. Sie haben die Möglichkeit gesehen, sind aber daran vorbeigelaufen, weil sie sich der Unverwundbarkeit der amerikanischen Macht sicher waren.

 

Jetzt hat EU keine Zeit für ein ruhiges Neuausrichtung
Die Situation in der Ukraine wird noch vor der nächsten Offensive der Volkswehr, die spätestens im Mai, eher früher erwartet wird, ausser Kontrolle geraten. Nachdem das Feuer das ganze ukrainische Territorium erfasst hat, wird die EU keine Mittel haben, auf die Situation einwirken zu können.

 

Dabei verschärft der Zerfall des ukrainischen Staates die Widersprüche innerhalb der EU. Der proamerikanische Flügel (Polen und Baltik) wird das «alte Europa» beschuldigen, nicht radikal genug Russland zu widerstanden zu haben. Dabei werden die USA gezwungen sein, um die europäische Einheit zu erhalten, genauer gesagt, die Einheit der EU unter der Kontrolle Washingtons, die Aufstände in Griechenland, Ungarn und wo sie noch aufflammen können, zu unterdrücken. Die traditionelle Art sie zu unterdrücken – die orange Revolution gegen die zentrale Macht, wobei jede nächste in immer nazistischeren Formen durchgeführt wird.

 

Wenn man die Persönlichkeiten der Führer von Griechenland und Ungarn (sowie die ukrainischen Erfahrungen) berücksichtigt, gibt es keine Zweifel daran, dass die auf die Strassen in Athen und Budapest gehenden «friedlichen Nazisten» mit Gewalt von der Polizei unterdrücken werden. Die USA verstehen das auch. Das heisst, die Ereignisse müssen vom Anfang an nach einem Gewaltszenario des militärischen Kampfes laufen, und das bedeutet – Bürgerkrieg.

 

Europa hat leider keinen eigenen Putin, und sie weigert sich die Dienste Russlands anzunehmen

 

Jetzt kann Europa nur eine schnelle Wendung zum Russland retten. Aber das ist eine ausschliesslich theoretische Möglichkeit. Die europäischen Politiker haben längst die Fähigkeit verloren, das Ruder schnell umzureissen. Die europäischen Strukturen hängen in endlosen Abstimmungen und Konsultationen. Es gibt keinen Führer, der die Verantwortung für eine Entscheidung hätte übernehmen können, und wenn es so einen gäbe – es gibt in der EU keine Verfassungsmechanismen, die so einem Führer erlauben könnten solche Entscheidungen zu realisieren. Europa versucht krampfhaft den status quo in der Ukraine so lange wie möglich zu erhalten, um noch einen Umbau zu schaffen. Aber das System ist längst ausser Kontrolle und es ist nicht mehr möglich es zu halten. Zumal die Systemstabilität nicht im Interessen der USA und der Kiewer Nazis liegt. Ich bin nicht mal sicher, dass die USA in ein paar Monaten selbst noch die Kontrollmechanismen in der Hand haben werden.

 

Auf diese Weise, während sie die Situation in der Ukraine verschlafen haben, während sie sich sicher waren, dass sich alles zu ihren Gunsten entscheidet, ohne dass sie sich dafür anstrengen müssen, hat Europa die Möglichkeiten der Einflussnahme auf diese Situation genau dann verloren, als die Entwicklung ihr unmittelbares Wohlbefinden bedrohte. Jetzt hat die EU keine Zeit mehr für eine langsame politische Neuausrichtung und für schnelle radikale Entscheidungen hat sie keine Mechanismen.

 

Die USA sind nicht daran interessiert, die Kontrolle über Europa zu verlieren und die Situation in der Ukraine erhöht die Bedeutung solcher Politiker wie Orban und Tsipras. Die USA haben keine anderen Einflussmechanismen auf solche Politiker als Bestechung, Erpressung und Regimewechsel. Der letzte Mechanismus ist der häufigste. Unter Berücksichtigung der Bereitschaft der Regierungen sich zu verteidigen, müssen die Regimewechsel von Anfang an einen harten gewalttätigen und blutigen Charakter annehmen, und das ist die Übertragung des Bürgerkrieges auf das Territorium der EU – und das ist so auch schon instabil.

 

Das alles lässt mich glauben, dass die Möglichkeiten mit den bestehenden politische Mechanismen die europäische Katastrophe schon vertan sind, und es gibt einfach keine Zeit, um neue aufzubauen. Europa kann nur durch ein Wunder gerettet werden. In den letzten Jahren spezialisierte sich Putin auf Wunder in der Politik. Aber Europa hat keinen eigenen Putin, und sie weigert sich die Dienste Russlands anzunehmen.

 

Rostislav Ischenko

Quelle: oko-planet.su


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